Tajarin al ragù

Piemontesische Eierpasta

Feine piemontesische Eiernudeln mit einem sämigen Ragù aus Rinderhackfleisch, Hühnerlebern, Tomaten und Kräutern, vollendet mit Butter und Parmigiano Reggiano.

Zum Rezept
Tajarin al ragù aus dem Piemont
Vorbereitung 70 Minuten
Kochen / Backen 45 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 50 Minuten
Gesamtzeit ca. 110 Minuten
Menge 4 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Nudelgerichte
Prägende Zutatenfamilie Eier, Fleisch, Gemüse, Milchprodukte, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Der feste Eiernudelteig lässt sich sehr dünn ausrollen und ergibt zarte, schnell garende Tajarin.
  • Rinderhackfleisch und fein gehackte Hühnerlebern geben dem Ragù Tiefe und eine herzhafte, leicht kräftige Note.
  • Butter und frisch geriebener Parmigiano binden die Sauce am Ende samtig an die feinen Nudeln.

Tajarin sind besonders dünne Eiernudeln aus dem Piemont. Für diese Hausvariante werden sie mit einem kräftigen Ragù aus Rind, Hühnerlebern, Tomate und Kräutern vermengt. Die frischen Nudeln garen in nur ein bis zwei Minuten und nehmen die sämige Sauce besonders gut auf.

Zarte, schmale Eiernudeln treffen auf ein sämiges, herzhaftes Ragù mit würziger Kräuternote. Butter und Parmigiano sorgen für einen runden, cremigen Abgang.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Tajarin-Teig herstellen

  1. Teig mischen und kneten

    Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben und in der Mitte eine Mulde formen. Eigelb, Eier und Olivenöl hineingeben und zunächst mit einer Gabel verrühren. Das Mehl nach und nach einarbeiten und den Teig anschließend 8 bis 10 Minuten kräftig kneten, bis er glatt und fest ist. Falls er sehr trocken wirkt, wenige Tropfen Wasser einarbeiten.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt, fest und elastisch.

    • Nicht zu viel Wasser auf einmal zugeben, damit der feste Tajarin-Teig nicht weich wird.
  2. Teig ruhen lassen

    Den Teig luftdicht verpacken und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Dadurch entspannt sich das Klebergerüst und der Teig lässt sich anschließend dünner ausrollen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig lässt sich ohne starkes Zurückziehen ausrollen.

Ragù kochen

  1. Gemüse und Hühnerlebern vorbereiten

    Zwiebel, Karotte, Sellerie und Knoblauch sehr fein würfeln. Die Hühnerlebern von sichtbaren Häutchen befreien und ebenfalls fein hacken.

    10 Minuten
    • Je feiner das Gemüse geschnitten ist, desto gleichmäßiger wird das Ragù.

    Wichtig: Rohes Geflügel und rohe Hühnerlebern getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten und Arbeitsgeräte anschließend gründlich reinigen.

  2. Ragù ansetzen

    Olivenöl und 20 g der Butter in einem breiten Topf erhitzen. Das Gemüse bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten weich dünsten, ohne es stark zu bräunen. Rosmarin und Salbei zugeben. Rinderhackfleisch und Hühnerlebern einrühren und 6 bis 8 Minuten braten, bis das Fleisch krümelig ist und die Lebern vollständig durchgegart sind. Mit Rotwein ablöschen und 3 Minuten einkochen lassen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Gemüse ist weich, das Hackfleisch krümelig und die Hühnerlebern vollständig durchgegart.

    • Das Gemüse nur weich dünsten; starke Bräunung würde die feine Kräuter- und Lebernote überdecken.

    Wichtig: Die Hühnerlebern vollständig durchgaren, bevor Tomaten und Brühe zugegeben werden.

  3. Ragù schmoren

    Passierte Tomaten und Brühe einrühren. Das Ragù offen bei niedriger Hitze etwa 35 Minuten sanft schmoren lassen und gelegentlich umrühren. Es soll sämig, aber nicht trocken sein. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken und Rosmarin sowie Salbei entfernen.

    35 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Ragù ist sämig und nicht trocken.

    • Bei Bedarf gelegentlich umrühren, damit das Ragù am Boden nicht ansetzt.

Tajarin schneiden, kochen und servieren

  1. Teig ausrollen und antrocknen

    Den Teig in vier Stücke teilen. Jedes Stück auf einer leicht bemehlten Fläche oder mit der Nudelmaschine sehr dünn ausrollen, etwa 1 mm stark. Die Teigbahnen 10 bis 15 Minuten antrocknen lassen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Teigbahnen fühlen sich an der Oberfläche trocken, aber noch biegsam an.

    • Die Bahnen nicht vollständig austrocknen lassen, sonst brechen sie beim Aufrollen.
  2. Tajarin schneiden und trocknen

    Die Teigbahnen locker mit Mehl bestäuben, von der kurzen Seite her aufrollen und mit einem scharfen Messer in 1 bis 2 mm breite Streifen schneiden. Die Tajarin vorsichtig auseinanderziehen und weitere 10 Minuten trocknen lassen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Streifen kleben nicht mehr aneinander und lassen sich locker bewegen.

    • Die Nudeln nur locker mit Mehl bestäuben, damit das Ragù später gut an ihnen haftet.
  3. Tajarin kochen

    Wasser mit dem Salz aufkochen. Die frischen Tajarin portionsweise hineingeben und 1 bis 2 Minuten garen, bis sie gerade weich sind. Vor dem Abgießen etwa 150 ml Kochwasser beiseitestellen.

    2 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Tajarin sind gerade weich und noch zart bissfest.

    • Frische Tajarin garen sehr schnell; die Sauce sollte deshalb bereits fertig sein.

    Wichtig: Beim Abgießen vorsichtig mit dem heißen Kochwasser umgehen.

  4. Pasta mit Ragù vollenden

    Die Pasta direkt unter das Ragù heben. Die restlichen 20 g Butter und bei Bedarf etwas Kochwasser einarbeiten, bis die Sauce die feinen Nudeln gleichmäßig umhüllt. Den Topf vom Herd nehmen, den Parmigiano unterheben und die Tajarin sofort servieren.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce umhüllt die Nudeln gleichmäßig und bleibt sämig.

    • Das Kochwasser portionsweise zugeben, damit die Sauce nicht zu dünn wird.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Frische Pasta gart sehr schnell: Die Tajarin erst kochen, wenn das Ragù vollständig fertig ist. Die dünnen Nudeln brauchen nur 1 bis 2 Minuten.
  • Sämige Konsistenz bewahren: Das Ragù offen schmoren lassen und gelegentlich umrühren. Es soll konzentriert und sämig, aber nicht trocken sein.
  • Kochwasser zurückbehalten: Etwa 150 ml Kochwasser vor dem Abgießen beiseitestellen. Es kann beim Vermengen helfen, die Sauce gleichmäßig an die Nudeln zu binden.

Zutatenwissen

Hühnerlebern einkaufen

Küchenfertige Hühnerlebern sind meist beim Metzger, an der Geflügeltheke oder auf dem Wochenmarkt erhältlich. Fein gehackt geben sie dem Ragù eine herzhafte, leicht kräftige Note.

Mehl Type 00

Italienische Lebensmittelgeschäfte, gut sortierte Supermärkte und manche Mühlen führen Weizenmehl Type 00. Type 405 ist eine brauchbare Alternative; der Teig kann damit etwas weniger elastisch und seidig werden.

Parmigiano erst am Ende zugeben

Der frisch geriebene Parmigiano wird abseits der Hitze untergehoben. So bleibt die Sauce glatt und der Käse verbindet sich gleichmäßig mit Pasta und Ragù.

Sinnvolle Alternativen

Zusätzliches Rinderhackfleisch

Das Ragù wird milder und verliert die charakteristische, leicht kräftige Lebernote.

Die Hühnerlebern durch dieselbe Menge Rinderhackfleisch ersetzen und dieses gemeinsam mit dem bereits vorgesehenen Rinderhackfleisch garen.

Weizenmehl Type 405

Der Teig kann etwas weniger elastisch und seidig werden.

Type 00 vollständig durch Type 405 ersetzen und den Teig wie beschrieben kneten und ausrollen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Tajarin werden dick und schwer statt fein und zart.

Den Teig 30 Minuten ruhen lassen und jede Bahn etwa 1 mm dünn ausrollen.

Die geschnittenen Nudeln nicht weiter ausrollen; sie lassen sich nur begrenzt nachträglich korrigieren. Für den nächsten Ansatz den Teig dünner ausrollen.

Das Ragù haftet nicht sämig an den Nudeln.

Das Ragù nach etwa 35 Minuten prüfen und bei Bedarf mit etwas Brühe oder Kochwasser geschmeidig halten.

Beim Vermengen nach und nach Kochwasser einarbeiten, bis die Sauce wieder gleichmäßig umhüllt.

Die Hühnerlebern sind im Ragù nicht vollständig gegart.

Die Hühnerlebern fein hacken und braten, bis sie vollständig durchgegart sind, bevor Rotwein, Tomaten und Brühe zugegeben werden.

Das Ragù weiter erhitzen und die Leberstücke vollständig durchgaren, bevor es serviert wird.

Die Tajarin werden weich und verlieren ihre feine Struktur.

Das Ragù vor dem Kochen der Pasta fertigstellen und die Nudeln unmittelbar nach dem Garen vermengen.

Die Pasta sofort abgießen und mit dem Ragù vermengen; weiteres Nachgaren vermeiden.

Varianten

Mildes Rinder-Ragù ohne Hühnerlebern

Für eine mildere Sauce werden die Hühnerlebern durch zusätzliches Rinderhackfleisch ersetzt. Das Ragù bleibt kräftig und sämig, schmeckt aber weniger charakteristisch.

Servieren und kombinieren

  • Sofort mit Parmigiano servieren: Die Tajarin direkt nach dem Vermengen auf vorgewärmte Teller geben und mit dem frisch untergehobenen Parmigiano servieren.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Weizenmehl ist Bestandteil des Tajarin-Teigs.
  • Eier: enthält · Der Teig enthält Eigelb und ganze Eier.
  • Milch: enthält · Butter und Parmigiano Reggiano sind Milchprodukte.
  • Sellerie: enthält · Sellerie ist als Gemüse und möglicherweise zusätzlich in der Brühe enthalten.
  • Schwefeldioxid und Sulfite: enthält · Trockener Rotwein kann deklarationspflichtige Sulfite enthalten.

Lebensmittelsicherheit

  • Hühnerlebern vollständig garen: Die fein gehackten Hühnerlebern im Ragù vollständig durchgaren, bevor das Gericht serviert wird.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was sind Tajarin?

Tajarin sind besonders dünne piemontesische Eiernudeln. Sie werden frisch zubereitet, trocknen nur kurz an und garen anschließend sehr schnell.

Kann ich Weizenmehl Type 405 verwenden?

Ja. Type 405 ist eine brauchbare Alternative zu Type 00. Der Teig kann damit etwas weniger elastisch und seidig werden.

Kann ich die Hühnerlebern ersetzen?

Für eine mildere Abwandlung kannst du 150 g Hühnerlebern durch 150 g zusätzliches Rinderhackfleisch ersetzen. Das Ragù wird dadurch weniger charakteristisch.

Wie lange müssen frische Tajarin kochen?

Frische Tajarin brauchen in kochendem Salzwasser nur etwa 1 bis 2 Minuten. Sie sollen gerade weich und noch zart bissfest sein.

Aus unserer Küche

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