Cinghiale in umido

Wildschwein-Schmorgericht · Emilia-Romagna

Kräftiges Wildschwein-Schmorgericht mit Rotwein, Wurzelgemüse, Tomate und Wacholder. Das Fleisch wird mariniert, portionsweise angebraten und langsam in einem tiefen, würzigen Schmorfond gegart.

Zum Rezept
Zart geschmort mit tiefem Schmorfond
Vorbereitung 35 Minuten
Kochen / Backen 2 Std. 45 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 12 Stunden
Gesamtzeit ca. 15 Stunden
Menge 4 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Eintöpfe und ragoutartige Gerichte
Prägende Zutatenfamilie Alkohol als Zutat, Fleisch, Gemüse, Kräuter und Gewürze, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Sanftes Köcheln, Schmoren
Würzanwendung Marinieren

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Rotweinmarinade rundet das kräftige Wildschweinfleisch ab und bereitet es auf die lange Garzeit vor.
  • Portionsweises Anbraten sorgt für kräftige Röstnoten, ohne dass der Topfboden auskühlt.
  • Wurzelgemüse, Tomatenmark, passierte Tomaten und Rotwein ergeben gemeinsam einen dichten, tiefen Schmorfond.
  • Das langsame Schmoren lässt das Fleisch weich werden, ohne dass der Fond seinen konzentrierten Geschmack verliert.

Dieses kräftige Schmorgericht verbindet Wildschwein mit Rotwein, Wurzelgemüse und Tomate. Die lange, sanfte Garzeit macht die festen Fleischstücke zart, während Wacholder, Rosmarin und Lorbeer dem Schmorfond eine herzhafte, aromatische Tiefe geben.

Das Fleisch wird zart und lässt sich leicht mit der Gabel teilen. Der Schmorfond schmeckt voll, würzig und fruchtig-herb, mit dunklen Röstnoten, Wacholder und einer angenehm sämigen Konsistenz.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Marinieren und vorbereiten

  1. Wildschwein marinieren

    Das Wildschweinfleisch in die große Schüssel geben. Rotwein, Zwiebel, Karotte, Sellerie, Knoblauch, Lorbeer, Wacholder, Rosmarin, Salbei und Pfefferkörner hinzufügen. Die Schüssel abdecken und das Fleisch 12 Stunden im Kühlschrank marinieren.

    12 Stunden
    • Das Fleisch sollte möglichst vollständig von der Marinade umgeben sein.
    • Die Schüssel während der gesamten Marinierzeit kalt stellen.

    Wichtig: Die Marinade im Kühlschrank durchführen.

  2. Fleisch abtropfen und trocknen

    Das Fleisch aus der Marinade nehmen, gründlich abtropfen lassen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Die Marinade durch ein Sieb gießen und nicht weiterverwenden. Das Gemüse und die Kräuter aus der Marinade werden nicht mitgeschmort.

    15 Minuten
    • Das Fleisch vor dem Anbraten möglichst trocken tupfen, damit es besser bräunt.

Anbraten und schmoren

  1. Fleisch portionsweise anbraten

    Das Olivenöl in einem schweren Schmortopf erhitzen. Das Fleisch portionsweise rundherum kräftig anbraten, damit der Topfboden nicht auskühlt. Die gebräunten Stücke jeweils kurz herausnehmen.

    12 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Fleischstücke sind rundherum kräftig gebräunt.

    • Den Topf nicht überfüllen; mehrere kleine Chargen bräunen besser als eine große Menge.
  2. Gemüse und Tomatenmark anschwitzen

    Zwiebel, Karotte und Sellerie in den Topf geben und bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten weich dünsten. Den Knoblauch hinzufügen und 1 Minute mitdünsten. Das Tomatenmark einrühren und 2 Minuten anrösten.

    11 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Gemüse ist weich, und das Tomatenmark duftet leicht geröstet.

    • Das Tomatenmark kurz mitrösten, aber nicht dunkel anbrennen lassen.
  3. Mit Rotwein ablöschen

    Das Fleisch zurück in den Topf geben. Den Rotwein angießen und 5 Minuten offen einkochen lassen. Dabei die Röststoffe vom Topfboden lösen.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Rotwein ist etwas reduziert, und die Röststoffe haben sich vom Topfboden gelöst.

    • Beim Ablöschen gründlich über den Topfboden rühren, damit die Röststoffe in den Fond gelangen.
  4. Schmorfond ansetzen

    Passierte Tomaten, Brühe, Lorbeerblatt, Rosmarin und Wacholderbeeren hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen und alles langsam zum Sieden bringen.

    8 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Fond beginnt langsam zu sieden.

    • Der Fond soll nur langsam zum Sieden kommen und nicht sprudelnd kochen.
  5. Langsam schmoren

    Den Topf halb zugedeckt bei sehr niedriger Hitze 2 Stunden 15 Minuten bis 2 Stunden 30 Minuten schmoren lassen. Alle 30 Minuten umrühren. Falls der Schmorfond zu stark einkocht, etwas heißes Wasser nachgießen.

    2 Std. 15 Min.

    Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich leicht mit einer Gabel teilen.

    • Den Schmorfond regelmäßig kontrollieren und nur bei Bedarf etwas heißes Wasser ergänzen.
    • Die Garzeit kann je nach Größe und Beschaffenheit der Fleischstücke bis zu 2 Stunden 30 Minuten betragen.

Fond vollenden und servieren

  1. Schmorfond einkochen

    Den Deckel abnehmen und den Schmorfond bei mittlerer Hitze 10 bis 15 Minuten leicht einkochen lassen. Lorbeerblatt und Rosmarinzweig entfernen, den Geschmack prüfen und bei Bedarf nachwürzen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Fond ist leicht eingedickt und haftet etwas am Fleisch.

    • Den Fond nicht zu stark reduzieren; er soll das Fleisch noch großzügig umgeben.
  2. Heiß servieren

    Das Cinghiale in umido heiß mit seinem Schmorfond servieren.

    • Den Schmorfond nach Wunsch etwas sämiger oder etwas flüssiger servieren.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Marinade nicht weiterverwenden: Die Marinade nach dem Abseihen verwerfen. Das Gemüse und die Kräuter aus der Marinade werden nicht mitgeschmort.
  • In Chargen anbraten: Das Fleisch portionsweise anbraten, damit die Hitze im Schmortopf erhalten bleibt und die Stücke rundherum kräftige Röstnoten entwickeln.
  • Fond während des Schmorens prüfen: Während der langen Garzeit regelmäßig umrühren. Wenn der Fond zu stark einkocht, etwas heißes Wasser nachgießen.
  • Erst am Ende abschließend würzen: Nach dem Reduzieren des Schmorfonds den Geschmack prüfen und Salz sowie Pfeffer bei Bedarf anpassen.

Zutatenwissen

Wildschwein einkaufen

Ausgelöste Wildschweinschulter oder Wildschweinkeule ist besonders bei Wildmetzgereien, gut sortierten Wochenmarktständen oder regionalen Wildhändlern erhältlich.

Rotwein für Marinade und Fond

Für den Schmorfond eignet sich ein trockener Rotwein, idealerweise Sangiovese di Romagna. Für die Marinade wird ebenfalls trockener Rotwein verwendet.

Wacholder leicht andrücken

Die Wacholderbeeren leicht andrücken, damit sie ihr würziges Aroma an Marinade und Schmorfond abgeben.

Typische Fehler und ihre Lösung

Das Fleisch wird eher grau gedämpft als kräftig gebräunt.

Das Fleisch portionsweise rundherum anbraten und die gebräunten Stücke jeweils herausnehmen.

Die Fleischstücke herausnehmen, den Topf wieder erhitzen und die nächste Portion separat bräunen.

Die Oberfläche des Fleisches bräunt nur schwach.

Das Fleisch nach dem Abtropfen gründlich mit Küchenpapier trocken tupfen.

Der Schmorfond wird zu dick oder setzt am Topfboden an.

Bei sehr niedriger Hitze schmoren, alle 30 Minuten umrühren und bei Bedarf heißes Wasser nachgießen.

Etwas heißes Wasser einrühren und den Fond bei niedriger Hitze wieder auf die gewünschte Konsistenz bringen.

Das Fleisch lässt sich nach der angegebenen Zeit noch nicht leicht mit der Gabel teilen.

Die Fleischstücke gleichmäßig in etwa 4 bis 5 cm große Stücke schneiden und die Garzeit am Garzustand ausrichten.

Das Gericht weiter bei sehr niedriger Hitze schmoren lassen und den Fond regelmäßig kontrollieren.

Servieren und kombinieren

  • Heiß mit Schmorfond servieren: Das Cinghiale in umido heiß servieren und den sämigen Schmorfond großzügig über die Fleischstücke geben.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Das Wildschwein kann bis zu 12 Stunden vor dem Garen in der abgedeckten Schüssel im Kühlschrank mariniert werden.

Allergene und Nährwerte

  • Sellerie: enthält · Staudensellerie ist sowohl in der Marinade als auch im Schmorfond enthalten.

Lebensmittelsicherheit

  • Kühl marinieren: Das Wildschweinfleisch während der zwölfstündigen Marinierzeit abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Warum wird die Marinade nach dem Abseihen nicht weiterverwendet?

Die Marinade wird nach dem Abseihen verworfen. Das Gemüse und die Kräuter aus der Marinade werden nicht mitgeschmort; für den Schmorfond kommen frische Zutaten zum Einsatz.

Woran erkenne ich, dass das Wildschwein fertig geschmort ist?

Das Fleisch ist fertig, wenn es sich leicht mit einer Gabel teilen lässt. Je nach Größe und Beschaffenheit der Stücke kann die Garzeit innerhalb des angegebenen Zeitfensters variieren.

Wie dick soll der Schmorfond sein?

Der Fond soll leicht eingekocht und sämig sein, das Fleisch aber weiterhin großzügig umgeben. Bei zu starker Reduktion etwas heißes Wasser nachgießen.

Aus unserer Küche

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