Patatelle Viggianesi

Kartoffelpolpette aus der Basilikata

Kleine Kartoffelpolpette mit gereiftem Pecorino, Ei und Petersilie werden goldbraun frittiert und anschließend in kräftiger Hühnerbrühe serviert.

Zum Rezept
Patatelle Viggianesi: Kartoffelpolpette in Hühnerbrühe
Vorbereitung 50 Minuten
Kochen / Backen 3 Stunden
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 15 Minuten
Gesamtzeit ca. 3 Std. 30 Min.
Menge 4 Portionen, etwa 20 Patatelle
Gerichtsform und Gerichtsart Klöße und Teigtaschen, Suppen
Prägende Zutatenfamilie Eier, Geflügel, Kräuter und Gewürze, Milchprodukte, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Frittieren, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Ziehenlassen und Aufgießen

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die mehligkochenden Kartoffeln geben den Patatelle eine weiche, gut formbare Grundlage.
  • Gereifter Pecorino bringt kräftige Würze und unterstützt die Bindung der Masse.
  • Das kurze Frittieren erzeugt eine goldbraune Hülle, während das anschließende Ziehen in der Brühe den Kern saftig hält.
  • Die klare Hühnerbrühe ergänzt die würzigen Kartoffelpolpette, ohne ihre Struktur zu überdecken.

In Viggiano in der Basilikata werden gekochte Kartoffeln, Ei, gereifter Pecorino und Petersilie zu kleinen Patatelle geformt. Nach dem Frittieren ziehen sie kurz in heißer Hühnerbrühe und verbinden eine leicht knusprige Hülle mit einem weichen, würzigen Kern.

Außen goldbraun und leicht knusprig, innen weich und kompakt mit würzigem Pecorinoaroma; die kräftige, klare Hühnerbrühe macht das Gericht herzhaft und saftig.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Hühnerbrühe zubereiten

  1. Brühe ansetzen und köcheln lassen

    Suppenhuhn, kaltes Wasser, Möhre, Sellerie, Zwiebel und 12 g Salz in den großen Topf geben. Langsam zum Kochen bringen und den aufsteigenden Schaum abschöpfen. Anschließend bei kleiner Hitze nur leicht simmern lassen, bis das Huhn weich ist.

    2 Std. 30 Min.

    Daran erkennst du es: Das Huhn ist weich und die Brühe kräftig aromatisch.

    • Während die Brühe kocht, können die Kartoffeln parallel zubereitet werden.

    Wichtig: Den aufsteigenden Schaum mit einem sauberen Löffel abschöpfen.

  2. Brühe abseihen und warm halten

    Die Brühe durch ein feines Sieb gießen und 1,5 l davon zurück in den Topf geben. Warm halten, aber nicht sprudelnd kochen lassen.

    Daran erkennst du es: Die Brühe ist klar und heiß, bewegt sich aber nur sanft.

    • Die übrige Brühe kann für eine andere Verwendung zurückbehalten werden.

Kartoffelmasse und Patatelle

  1. Kartoffeln kochen und pellen

    Die Kartoffeln ungeschält gründlich waschen und in 2 l Wasser mit 10 g Salz etwa 25 bis 30 Minuten garen, bis sie weich sind. Abgießen, 5 Minuten ausdampfen lassen und noch warm pellen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht mit einem Messer durchstechen.

    • Die Kartoffeln warm pellen, damit sich die Schale leichter löst.

    Wichtig: Beim Abgießen und Pellen auf heißen Dampf achten.

  2. Kartoffelmasse herstellen

    Die Kartoffeln fein zerdrücken und 10 Minuten abkühlen lassen. Eier, Pecorino, Petersilie und 8 g Salz gründlich unterarbeiten. Die Masse anschließend 15 Minuten ruhen lassen, damit sie fester wird.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Masse ist gleichmäßig vermischt und lässt sich kompakt portionieren.

    • Die Kartoffeln nicht mit dem Stabmixer pürieren, sonst kann die Masse klebrig werden.
  3. Patatelle formen

    Mit leicht angefeuchteten Händen etwa 20 gleich große Bällchen von jeweils ungefähr 45 g formen. Sie sollen kompakt sein, aber nicht hart zusammengedrückt werden.

    Daran erkennst du es: Alle Patatelle sind annähernd gleich groß und halten ihre Form.

    • Gleich große Bällchen garen gleichmäßiger und lassen sich später zu gleichen Portionen servieren.

Frittieren und in Brühe ziehen lassen

  1. Patatelle goldbraun frittieren

    Das Öl im hohen Topf oder in der tiefen Pfanne auf 170 bis 175 °C erhitzen. Die Patatelle portionsweise 4 bis 5 Minuten frittieren und dabei vorsichtig wenden, bis sie rundum goldbraun sind. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und 5 Minuten abkühlen lassen.

    5 Minuten 172.5 °C

    Daran erkennst du es: Die Patatelle sind rundum goldbraun und außen stabil.

    • Nicht zu viele Patatelle gleichzeitig frittieren, damit die Öltemperatur stabil bleibt.

    Wichtig: Heißes Öl nicht unbeaufsichtigt lassen und die Patatelle vorsichtig wenden.

  2. In der Brühe ziehen lassen und servieren

    Die gebräunten Patatelle in die heiße, nicht sprudelnd kochende Hühnerbrühe geben und 5 Minuten sanft darin ziehen lassen. Jeweils fünf Patatelle mit reichlich Brühe in tiefen Tellern servieren.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Patatelle sind heiß und haben etwas Brühe aufgenommen, bleiben aber kompakt.

    • Die Brühe nur sanft erhitzen, damit die Patatelle nicht zerfallen.

    Wichtig: Die Brühe vor dem Servieren vollständig heiß werden lassen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Parallel arbeiten: Die Kartoffeln können während des langen Simmerns der Hühnerbrühe gekocht werden.
  • Brühe nicht sprudelnd kochen: Zum Ziehenlassen soll die Brühe heiß sein, aber nicht stark sprudeln. So bleiben die frittierten Patatelle kompakt.
  • Salzgehalt prüfen: Gereifter Pecorino und die separat dosierten Salzmengen bringen bereits viel Würze mit. Die feste Salzmenge nicht mit zusätzlichem Salz zum Abschmecken vermischen.

Zutatenwissen

Gereifter Pecorino

Ein gut gereifter Pecorino sorgt für kräftige Würze und eine herzhafte Tiefe. Pecorino Romano ist eine passende, etwas salzigere Alternative.

Suppenhuhn für kräftige Brühe

Ein Suppenhuhn ergibt eine kräftigere und aromatischere Brühe als gewöhnliche Hähnchenteile und ist meist beim Metzger oder an der Fleischtheke erhältlich.

Mehligkochende Kartoffeln

Mehligkochende Kartoffeln zerfallen nach dem Garen leicht und ergeben eine gut formbare, weiche Masse für die Patatelle.

Sinnvolle Alternativen

Pecorino Romano

Die Patatelle werden etwas salziger und kräftig-würzig.

Pecorino Romano fein reiben und in gleicher Menge verwenden. Die Salzmenge der Kartoffelmasse nicht automatisch erhöhen.

Suppenhuhn durch Hähnchenteile

Die Brühe kann weniger kräftig und weniger gelatinehaltig werden.

Bei Bedarf Hähnchenteile verwenden und die Brühe kochen, bis sie aromatisch genug ist. Die im Rezept genannte Zubereitungszeit kann sich verändern.

Kartoffelpresse oder Gabel

Mit einer Gabel kann die Masse etwas weniger gleichmäßig werden.

Die warmen Kartoffeln gründlich zerdrücken, bevor Eier, Käse und Petersilie eingearbeitet werden.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Kartoffelmasse lässt sich nicht zu Bällchen formen.

Kartoffeln nach dem Abgießen ausdampfen lassen und die Masse 15 Minuten ruhen lassen.

Die Masse länger ruhen lassen und erst danach erneut vorsichtig formen.

Die Patatelle zerfallen in der Brühe.

Patatelle gleichmäßig und kompakt formen und sie nur in sanft heißer Brühe ziehen lassen.

Die Brühe sofort von starker Hitze nehmen und die verbleibenden Patatelle vorsichtig weiterziehen lassen.

Die Patatelle saugen viel Öl auf und bräunen kaum.

Das Öl auf 170 bis 175 °C erhitzen und portionsweise arbeiten.

Die nächste Portion erst einlegen, wenn das Öl wieder die richtige Temperatur erreicht hat.

Die Patatelle werden in der Brühe weich oder brechen auseinander.

Die Brühe nach dem Abseihen nur warm halten und die Patatelle sanft ziehen lassen.

Die Hitze reduzieren und die Patatelle möglichst wenig bewegen.

Varianten

Mit Pecorino Romano

Die Patatelle werden mit Pecorino Romano zubereitet, der etwas salziger und kräftig-würzig schmeckt.

Kleinere Patatelle

Die Kartoffelmasse wird zu kleineren Bällchen geformt, die sich als mehrere kleine Einlagen pro Teller eignen.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch in Brühe servieren: Jeweils fünf goldbraune Patatelle mit reichlich heißer Hühnerbrühe in einem tiefen Teller oder einer Suppenschale anrichten.
  • Direkt nach dem Ziehen servieren: Die Patatelle unmittelbar nach den fünf Minuten in der Brühe servieren, damit die Hülle noch etwas Struktur behält und der Kern weich bleibt.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Hühnerbrühe kann bis zu 24 Stunden im Voraus zubereitet und gekühlt werden. Die Kartoffelmasse kann ebenfalls vorbereitet und abgedeckt gekühlt werden; die Patatelle möglichst erst kurz vor dem Servieren formen und frittieren.

Aufbewahren

Brühe und frittierte Patatelle nach dem Abkühlen getrennt in sauberen, verschlossenen Behältern im Kühlschrank lagern. Zum Servieren gründlich erhitzen.

Zubereitete Speisen nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen lassen.

Aufwärmen

  • Topf: Die Brühe langsam erhitzen, die Patatelle vorsichtig hineingeben und sanft erwärmen, ohne die Brühe sprudelnd kochen zu lassen.

Allergene und Nährwerte

  • Milch: enthält · Der gereifte Pecorino ist ein Milchprodukt.
  • Eier: enthält · Die Kartoffelmasse enthält Eier.
  • Sellerie: enthält · Die Hühnerbrühe wird mit Sellerie gekocht.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was sind Patatelle Viggianesi?

Patatelle Viggianesi sind kleine Kartoffelpolpette aus gekochten Kartoffeln, Ei, gereiftem Pecorino und Petersilie. Sie werden frittiert und in Hühnerbrühe serviert.

Welcher Pecorino eignet sich für Patatelle?

Ein gut gereifter Pecorino eignet sich besonders gut. Pecorino Romano ist eine passende Alternative, schmeckt jedoch etwas salziger.

Warum werden die Patatelle nur sanft in der Brühe gezogen?

Sanftes Ziehen erwärmt die Patatelle und lässt sie etwas Brühe aufnehmen, ohne dass sie durch starkes Sprudeln auseinanderfallen.

Aus unserer Küche

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