Pappardelle al ragù di cinghiale

Frische Eierpasta, Ragù

Breite, frische Eierpasta mit langsam geschmortem Ragù aus fein gewolftem Wildschwein, Tomaten und klassischem Gemüseansatz.

Zum Rezept
Pappardelle al ragù di cinghiale aus der Toskana
Vorbereitung 60 Minuten
Kochen / Backen 3 Std. 40 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 30 Minuten
Gesamtzeit ca. 4 Std. 40 Min.
Menge 4 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Nudelgerichte
Prägende Zutatenfamilie Eier, Fleisch, Gemüse, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln, Schmoren

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die breiten, frischen Pappardelle nehmen das sämige Ragù besonders gut auf.
  • Das langsame Schmoren verbindet Wildschwein, Gemüse, Tomate und Kräuter zu einem tiefen Aroma.
  • Das Anbraten des Fleisches vor dem Schmoren sorgt für eine kräftige, herzhafte Basis.
  • Die kurze Ruhezeit des Pastateigs macht ihn elastisch und gut ausrollbar.

Pappardelle al ragù di cinghiale gehören zu den kräftigen Pastagerichten der Toskana, besonders der Maremma. Breite, frische Eierbandnudeln nehmen das lange geschmorte Ragù aus Wildschwein, Tomate und Kräutern besonders gut auf. Für diese Fassung wird das Fleisch fein gewolft und langsam mit Zwiebel, Karotte und Sellerie gegart. So entsteht ein rustikales, tief aromatisches Gericht mit klarer regionaler Handschrift.

Kräftig und würzig im Duft, mit erdigen Wildaromen, süßlich geschmortem Gemüse und einer zurückhaltenden Kräuternote. Die Pappardelle sind zart und dennoch bissfest, während das Ragù sämig, dicht und leicht rau in der Struktur bleibt.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Pastateig

  1. Teig herstellen

    Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben und in der Mitte eine Mulde formen. Eier und 1 g Salz hineingeben, mit einer Gabel verquirlen und nach und nach Mehl einarbeiten. Alles zu einem festen Teig verkneten und 8 bis 10 Minuten weiterkneten, bis er glatt und elastisch ist.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt, elastisch und nicht mehr krümelig.

    • Falls der Teig anfangs fest wirkt, mit gleichmäßigem Druck weiterkneten.
  2. Teig ruhen lassen

    Den Teig in Frischhaltefolie oder ein wiederverwendbares Tuch wickeln und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig lässt sich nach der Ruhezeit geschmeidig ausrollen.

Wildschweinragù

  1. Gemüse vorbereiten

    Während der Teig ruht, Zwiebel, Karotte und Staudensellerie sehr fein würfeln. Die Knoblauchzehe schälen und leicht andrücken. Rosmarin und Lorbeer bereitlegen.

    10 Minuten
    • Sehr feine Würfel lösen sich später fast vollständig im Ragù auf.
  2. Gemüse anschwitzen

    Das Olivenöl in einem schweren Topf erhitzen. Zwiebel, Karotte, Sellerie und Knoblauch bei niedriger bis mittlerer Hitze 8 bis 10 Minuten weich dünsten, ohne sie stark zu bräunen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Gemüse ist weich und duftet aromatisch, bleibt aber hell.

    • Niedrige bis mittlere Hitze hält den Gemüseansatz süßlich und verhindert zu starke Röstnoten.
  3. Wildschwein anbraten

    Das Wildschweinfleisch zugeben, die Hitze etwas erhöhen und das Fleisch unter Rühren etwa 10 Minuten anbraten, bis es gleichmäßig krümelig und gebräunt ist. Rosmarin und Lorbeer einlegen, mit Rotwein ablöschen und den Wein vollständig einkochen lassen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Fleisch ist gleichmäßig krümelig gebräunt und der Rotwein ist vollständig eingekocht.

    • Das Fleisch portionsweise lockern, damit es krümelig brät und nicht zusammenklumpt.

    Wichtig: Rohes Wildschweinfleisch nach dem Kontakt gründlich von Händen, Arbeitsfläche und Utensilien entfernen.

  4. Ragù schmoren

    Passierte Tomaten, Wasser, Salz und Pfeffer einrühren. Das Ragù zugedeckt bei sehr niedriger Hitze etwa 3 Stunden köcheln lassen und gelegentlich umrühren.

    3 Stunden

    Daran erkennst du es: Das Ragù köchelt nur sanft und entwickelt eine tiefe, zusammenhängende Aromatik.

    • Die Hitze so niedrig halten, dass das Ragù nur sanft blubbert.

    Wichtig: Das Wildschweinfleisch vollständig durchgaren lassen.

  5. Ragù einkochen

    Den Deckel abnehmen und das Ragù weitere 30 Minuten einkochen, bis es sämig ist. Rosmarinzweig und Lorbeerblätter entfernen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce ist sämig und haftet gut an einem Kochlöffel.

    • Erst am Ende die Kräuter entfernen, damit sie ihre Aromen während der gesamten Schmorzeit abgeben.

Pappardelle kochen und vermengen

  1. Pappardelle schneiden

    Den Pastateig in vier Stücke teilen. Jedes Stück mit der Nudelmaschine oder einem langen Nudelholz dünn ausrollen, etwa 1 mm dick. Die Teigbahnen leicht mit Mehl bestäuben, locker aufrollen und in 2 bis 3 cm breite Streifen schneiden. Die Pappardelle wieder ausrollen und bis zum Kochen kurz antrocknen lassen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Streifen sind gleichmäßig breit, ausgerollt und leicht angetrocknet.

    • Die Teigbahnen nur leicht bemehlen, damit die Sauce später gut an der Pasta haftet.
  2. Pasta kochen

    Wasser mit 25 g Salz in einem großen Topf zum Kochen bringen. Die frischen Pappardelle portionsweise hineingeben und 2 bis 3 Minuten kochen, bis sie bissfest sind. Vor dem Abgießen etwas Kochwasser auffangen.

    3 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Pappardelle sind weich, aber im Kern noch bissfest.

    • Die frische Pasta portionsweise ins sprudelnde Wasser geben, damit die Temperatur nicht zu stark abfällt.

    Wichtig: Beim Abgießen vorsichtig mit dem heißen Kochwasser umgehen.

  3. Mit dem Ragù vermengen

    Die Pappardelle direkt zum Ragù geben und vorsichtig vermengen. Falls die Sauce zu dick ist, nach und nach etwas aufgefangenes Kochwasser einarbeiten. Die Pasta 1 bis 2 Minuten im Ragù schwenken und sofort heiß servieren.

    2 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Sauce umhüllt die Pappardelle gleichmäßig und bleibt sämig.

    • Das Kochwasser in kleinen Mengen zugeben, damit das Ragù nicht verdünnt wird.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Zeit für das Ragù: Die lange, sanfte Garzeit und das anschließende offene Einkochen geben dem Wildschweinragù seine sämige Konsistenz und tiefe Aromatik.
  • Ruhezeit nutzen: Das Gemüse wird vorbereitet, während der Pastateig ruht. So lässt sich die lange Gesamtzeit effizient nutzen.
  • Kochwasser aufbewahren: Etwas Kochwasser vor dem Abgießen auffangen. Seine Stärke hilft dabei, ein zu dickes Ragù geschmeidig mit der Pasta zu verbinden.

Zutatenwissen

Wildschwein besorgen

Wildschweinhack oder fein gewolftes Wildschweinfleisch ist meist bei einer Wildmetzgerei, im Wildhandel oder auf Vorbestellung bei einer gut sortierten Metzgerei erhältlich. Tiefgekühltes Fleisch eignet sich, wenn es vollständig aufgetaut und trocken getupft wird.

Frische Eierpasta

Weizenmehl Tipo 00 und Eier bilden einen festen, elastischen Teig, der sich dünn ausrollen und in breite Pappardelle schneiden lässt.

Typische Fehler und ihre Lösung

Das Ragù bleibt zu flüssig und haftet schlecht an der Pasta.

Das Ragù nach der langen Schmorzeit weitere 30 Minuten offen einkochen lassen.

Das Ragù ohne Deckel weiter einkochen, bis es sämig ist.

Der Gemüseansatz schmeckt bitter oder stark geröstet.

Das Gemüse bei niedriger bis mittlerer Hitze weich dünsten, ohne es stark zu bräunen.

Bei nur leichter Bräunung mit dem Fleisch und Rotwein fortfahren; bei bitterem Geschmack den Ansatz ersetzen.

Die Pappardelle werden weich und verlieren ihre Struktur.

Die Pappardelle portionsweise 2 bis 3 Minuten kochen und auf Biss prüfen.

Die Pasta sofort abgießen und mit sämigem Ragù vermengen, damit sie nicht weiter im Kochwasser gart.

Servieren und kombinieren

  • Sofort heiß servieren: Die frisch gekochten Pappardelle direkt mit dem Ragù vermengen, 1 bis 2 Minuten darin schwenken und sofort heiß servieren.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Das Rezept enthält Weizenmehl Tipo 00.
  • Eier: enthält · Die Pappardelle werden mit Hühnereiern hergestellt.

Lebensmittelsicherheit

  • Wildschweinfleisch vollständig garen: Das Wildschweinfleisch im Ragù vollständig durchgaren lassen; die lange, sehr sanfte Schmorzeit einhalten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wo bekomme ich Wildschweinhack?

Wildschweinhack oder fein gewolftes Wildschweinfleisch gibt es meist bei einer Wildmetzgerei, im Wildhandel oder auf Vorbestellung bei einer gut sortierten Metzgerei. Tiefgekühltes Fleisch eignet sich ebenfalls, wenn es vollständig aufgetaut und trocken getupft wird.

Wie breit sollten die Pappardelle sein?

Die frischen Teigstreifen werden etwa 2 bis 3 cm breit geschnitten.

Wie sämig sollte das Ragù werden?

Nach drei Stunden zugedecktem Köcheln wird das Ragù weitere 30 Minuten offen eingekocht, bis es sämig ist und die Pasta gut umhüllt.

Aus unserer Küche

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