Perùc und Blattspinat
Perùc steht für regional erhältliche Wildkräuter aus der oberen Val Camonica. Junger Blattspinat ist die passende mildere Alternative.
Brotgnocchi aus der Lombardia
Rustikale lombardische Brotgnocchi aus altbackenem Brot, Milch, Ei, Mehl und Perùc oder jungem Blattspinat. Die unregelmäßigen Nocken werden löffelweise im Kartoffelwasser gegart und mit Salbeibutter und Silter serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Gnoc de la Cüa – Gnocchi mit „Schwanz“ – ist eine Spezialität aus Ponte di Legno und der oberen Val Camonica in der Lombardei. Der weiche Teig aus eingeweichtem Brot, Milch, Ei, Mehl und grünen Kräutern oder jungem Blattspinat wird mit einem angefeuchteten Löffel direkt ins siedende Wasser abgestochen. Dazu kommen Kartoffeln, geschmolzene Butter, Salbei und kräftiger Silter.
Die Gnocchi sind weich, locker und unregelmäßig geformt, mit einer milden Brot- und Kräuternote. Kartoffeln, nussbraune Butter, Salbei und der kräftige Silter ergeben ein herzhaftes, würziges Aroma.
Schritt für Schritt
Das gewürfelte Brot in die große Schüssel geben, mit der Milch übergießen und 30 Minuten quellen lassen. Zwischendurch einmal wenden, damit es gleichmäßig weich wird.
Daran erkennst du es: Das Brot ist gleichmäßig weich und durchfeuchtet.
Perùc oder jungen Blattspinat gründlich waschen, in leicht gesalzenem Wasser 2 bis 3 Minuten blanchieren, abgießen und gut ausdrücken. Anschließend grob hacken.
Daran erkennst du es: Die Blätter sind zusammengefallen, aber noch grün.
Wichtig: Beim Abgießen und Ausdrücken vorsichtig mit dem heißen Wasser arbeiten.
Das vorbereitete Grün zum eingeweichten Brot geben. Eier, Salz und Muskatnuss hinzufügen. Das Mehl nach und nach einarbeiten, bis ein weicher, aber formbarer Teig entsteht. Die Schüssel abdecken und den Teig 60 Minuten ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist weich, lässt sich aber mit einem angefeuchteten Löffel abstechen.
Die Kartoffeln schälen, in etwa 2 cm große Würfel schneiden und mit dem Wasser und dem Salz für das Kochwasser in einem großen Topf aufsetzen. Nach dem Aufkochen etwa 8 Minuten garen, bis sie fast weich sind.
Daran erkennst du es: Die Kartoffelwürfel sind fast weich und lassen sich leicht einstechen.
Wichtig: Beim Aufsetzen und Prüfen des heißen Kochwassers vorsichtig arbeiten.
Einen Esslöffel in das heiße Kochwasser tauchen. Damit portionsweise Teig abstechen und direkt zu den Kartoffeln ins siedende Wasser geben. Den Löffel vor jeder Portion erneut anfeuchten. Währenddessen den Teig zügig verarbeiten, damit die Gnocchi gleichmäßig garen.
Wichtig: Das siedende Wasser kann spritzen. Den Teig vorsichtig und dicht über dem Topf einlegen.
Die Gnocchi garen, bis sie an die Oberfläche steigen, und anschließend weitere 3 bis 4 Minuten leise ziehen lassen. Kartoffeln und Gnocchi mit dem Schaumlöffel herausheben und warm halten.
Daran erkennst du es: Die Gnocchi steigen auf und sind nach dem anschließenden leisen Ziehen durchgegart.
Wichtig: Die Gnocchi und Kartoffeln vorsichtig aus dem heißen Wasser heben.
Während die Gnocchi garen, die Butter in der großen Pfanne schmelzen. Die Zwiebelstreifen darin bei mittlerer Hitze 5 bis 6 Minuten weich werden lassen. Den Salbei hinzufügen und die Butter leicht nussbraun werden lassen.
Daran erkennst du es: Die Zwiebel ist weich und die Butter leicht nussbraun, aber nicht verbrannt.
Wichtig: Butter kann schnell nachbräunen; die Pfanne aufmerksam beobachten.
Gnocchi und Kartoffeln auf vorgewärmte Teller verteilen, mit der Salbeibutter und den Zwiebeln übergießen und den fein geriebenen Silter darübergeben.
Daran erkennst du es: Die Gnocchi sind heiß, mit Salbeibutter überzogen und mit Silter bestreut.
Gut zu wissen
Perùc steht für regional erhältliche Wildkräuter aus der oberen Val Camonica. Junger Blattspinat ist die passende mildere Alternative.
Silter ist ein alpiner Hartkäse aus der Lombardei. Du findest ihn in gut sortierten italienischen Feinkostläden, an gut ausgestatteten Käsetheken und teilweise in spezialisierten Onlineshops.
Das Brot sollte trocken und altbacken, aber nicht schimmelig oder verdorben sein. Durch die Milch wird es wieder weich und bildet die Grundlage für den Teig.
Der Geschmack wird milder und weniger wildkräuterartig.
Den jungen Blattspinat wie Perùc waschen, 2 bis 3 Minuten blanchieren, gut ausdrücken und grob hacken.
Das Gericht bleibt würzig, schmeckt aber weniger regionaltypisch.
Den Bergkäse fein reiben und beim Anrichten anstelle des Silter über die heißen Gnocchi geben.
Perùc oder Spinat gut ausdrücken und das Mehl nach und nach einarbeiten, bis der Teig weich, aber formbar ist.
Den restlichen Teig mit etwas zusätzlichem Mehl vorsichtig nachbinden und zunächst eine einzelne Gnocchi zur Probe garen.
Das Mehl portionsweise zugeben und nur so lange mischen, bis der Teig zusammenhält.
Der bereits fertige Teig lässt sich nur begrenzt lockern; beim nächsten Ansatz weniger Mehl einarbeiten.
Nach dem Aufsteigen die Gnocchi nur leise ziehen lassen.
Die Hitze sofort reduzieren und die nächsten Gnocchi vorsichtiger einlegen.
Die Pfanne während des Bräunens beobachten und die Hitze rechtzeitig reduzieren.
Bei deutlich verbranntem Geschmack die Butter neu zubereiten.
Bereite die Gnoc de la Cüa mit jungem Blattspinat statt Perùc zu. Die Gnocchi werden dadurch milder und etwas weniger kräuterbetont.
Häufig gefragt
Ja. Junger Blattspinat ist die passende mildere Alternative. Verwende ebenfalls 300 g, blanchiere ihn kurz, drücke ihn gut aus und hacke ihn grob.
Ein kräftiger Bergkäse eignet sich als Ersatz. Das Gericht bleibt würzig, schmeckt dann aber weniger regionaltypisch.
Die Gnocchi steigen zunächst an die Oberfläche. Danach lässt du sie noch 3 bis 4 Minuten leise ziehen.
Der nasse Löffel verhindert, dass der weiche Teig anhaftet, und erleichtert das portionsweise Abstechen direkt ins Kochwasser.
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