Hahn statt junges Hähnchen
Hahnfleisch ist meist fester und aromatischer als das Fleisch eines jungen Hähnchens. Die Garprobe ist deshalb wichtiger als eine starre Zeitangabe.
Schmorgericht aus Friaul-Julisch Venetien
Hahnstücke werden mit Pancetta, Gemüse, Weißwein und Salbei angebraten und langsam in einer sämigen Sauce geschmort.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Gallo in umido ist ein herzhaftes Schmorgericht aus dem Friaul. Der Hahn wird portionsweise kräftig angebraten und anschließend mit Pancetta, Zwiebel, Karotte, Sellerie, Weißwein und Salbei langsam gegart. Zum Schluss wird der Schmorfond passiert, eingekocht und mit Butter abgerundet.
Zartes, aromatisches Hahnfleisch in einer glänzenden, konzentrierten Sauce mit herzhaften Pancetta-Noten, süßlichem Gemüse, Weißweinfrische und feinem Salbeiduft.
Schritt für Schritt
Hahnstücke trocken tupfen und rundum mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebel, Knoblauch, Karotte und Sellerie vorbereiten.
Wichtig: Rohen Hahn und das Schneidebrett danach sorgfältig von Händen und Arbeitsfläche entfernen beziehungsweise reinigen.
Olivenöl in einem schweren Schmortopf erhitzen. Pancetta darin bei mittlerer Hitze 4–5 Minuten auslassen, bis sie leicht gebräunt ist.
Daran erkennst du es: Die Pancetta ist leicht gebräunt und hat etwas Fett abgegeben.
Die Hahnstücke portionsweise in den Topf geben und von allen Seiten kräftig anbraten. Das dauert insgesamt etwa 8–10 Minuten. Das Fleisch anschließend kurz herausnehmen.
Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist rundum deutlich gebräunt.
Wichtig: Die Hahnstücke nach dem Anbraten auf einen sauberen Teller legen und nicht mit rohem Geflügel in Kontakt bringen.
Zwiebel, Karotte, Sellerie und Knoblauch im verbliebenen Fett 5 Minuten anschwitzen. Tomatenmark einrühren und 1 Minute mitrösten.
Daran erkennst du es: Das Gemüse ist leicht weich, und das Tomatenmark duftet geröstet.
Mit dem Weißwein ablöschen und 2–3 Minuten offen einkochen lassen. Dabei den Bratensatz vom Topfboden lösen.
Daran erkennst du es: Der Bratensatz ist gelöst, und der Wein ist sichtbar reduziert.
Hahnstücke wieder in den Topf legen. Heißes Wasser angießen, bis das Fleisch knapp umgeben ist, den Salbei hinzufügen und alles aufkochen lassen.
Daran erkennst du es: Die Flüssigkeit beginnt sichtbar zu kochen, bevor die Hitze reduziert wird.
Den Topf abdecken und den Hahn bei niedriger Hitze 45–50 Minuten sanft schmoren. Die Stücke nach der Hälfte der Garzeit wenden. Das Fleisch ist fertig, wenn es sich leicht vom Knochen lösen lässt und beim Einstechen weich nachgibt.
Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich leicht vom Knochen lösen und gibt beim Einstechen weich nach.
Wichtig: Geflügel vollständig durchgaren; das Fleisch darf im Kern nicht roh oder glasig sein.
Hahnstücke aus dem Topf nehmen und warm halten. Die Sauce durch ein feines Sieb streichen, zurück in den Topf geben und 5–10 Minuten einkochen lassen. Butter einrühren, die Hahnstücke wieder in die Sauce legen und 2 Minuten durchwärmen.
Daran erkennst du es: Die Sauce ist leicht sämig und haftet dünn an den Hahnstücken.
Wichtig: Die Hahnstücke vor dem Servieren wieder vollständig heiß werden lassen.
Gut zu wissen
Hahnfleisch ist meist fester und aromatischer als das Fleisch eines jungen Hähnchens. Die Garprobe ist deshalb wichtiger als eine starre Zeitangabe.
Die fein gewürfelte Pancetta gibt Fett und Würze an den Schmortopf ab. Deshalb wird sie vor dem Gemüse ausgelassen.
Ein trockener Weißwein unterstützt die Sauce mit Säure und Aroma, ohne sie deutlich zu versüßen.
Fein gewürfelter Staudensellerie verteilt sich gleichmäßig im Schmorfond und lässt sich beim Passieren gut aus der Sauce entfernen.
Das Fleisch bleibt meist fester und kann eine längere Garzeit benötigen.
Ein Suppenhuhn ähnlicher Größe verwenden und die Garprobe zum Maßstab nehmen. Falls das Fleisch noch nicht weich ist, bei niedriger Hitze weiter schmoren.
Die Hahnstücke portionsweise und mit etwas Abstand anbraten.
Die Flüssigkeit etwas verdampfen lassen und die nächste Portion erst bei wieder hoher Topftemperatur anbraten.
Das Gemüse regelmäßig rühren und das Tomatenmark nur kurz mitrösten.
Nicht angebrannte Bestandteile in einen sauberen Topf umsetzen und erst dort mit Weißwein ablöschen.
Die Garprobe am Knochen durchführen und nicht nur nach der Uhr entscheiden.
Zugedeckt bei niedriger Hitze weiter schmoren und bei Bedarf etwas heißes Wasser ergänzen.
Die passierte Sauce offen einkochen lassen, bevor die Butter eingerührt wird.
Die Sauce ohne Deckel noch etwas weiter einkochen.
Das Gericht vollständig schmoren und die Sauce passieren. Nach dem Abkühlen abgedeckt kalt stellen und am nächsten Tag langsam wieder erhitzen; die Butter kann beim Erwärmen frisch eingerührt werden.
Reste zügig abkühlen lassen, innerhalb von zwei Stunden kalt stellen und im Kühlschrank aufbewahren.
Nicht mehrfach erwärmen; nur die benötigte Menge entnehmen und vollständig heiß werden lassen.
Hahn und Sauce vollständig abkühlen lassen, portionsweise luftdicht verpacken und einfrieren.
Über Nacht im Kühlschrank auftauen und anschließend langsam in einem Topf erhitzen.
Die Sauce kann nach dem Auftauen etwas an Glanz verlieren; langsames Erwärmen und gründliches Verrühren verbessern die Konsistenz.
Häufig gefragt
Ja. Ein Suppenhuhn ähnlicher Größe eignet sich als klar gekennzeichnete Alternative, bleibt aber meist fester und kann eine längere Garzeit benötigen.
Am besten eignet sich ein trockener Weißwein mit frischer Säure und zurückhaltendem Aroma.
Durch das Passieren werden Gemüse, Kräuter und feste Bestandteile entfernt. Anschließend lässt sich der klare Schmorfond zu einer glatten, sämigen Sauce einkochen.
Cremige Polenta oder rustikales Brot nehmen die Sauce gut auf und passen zum kräftigen Schmorgericht.
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