Anelletti al forno alla palermitana

Sizilianischer Pasta-Timballo

Sizilianischer Pasta-Timballo aus kleinen Ringnudeln, kräftigem Rind-Schwein-Ragù, Erbsen, Caciocavallo und Primosale. Die Pasta wird sehr al dente gegart, geschichtet und mit einer goldbraunen, knusprigen Kruste überbacken.

Zum Rezept
Anelletti al forno alla palermitana
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 75 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 10 Minuten
Gesamtzeit ca. 2 Std. 10 Min.
Menge 6–8 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Aufläufe und überbackene Formgerichte, Nudelgerichte
Prägende Zutatenfamilie Alkohol als Zutat, Fleisch, Gemüse, Milchprodukte, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Braten in wenig Fett, Kochen in Flüssigkeit, Sanftes Köcheln

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die kleinen Ringnudeln halten Ragù und Käse in jeder Schicht zusammen.
  • Das Ragù wird langsam eingekocht und bleibt dadurch kräftig und sämig.
  • Sehr al dente gekochte Pasta behält auch nach dem Backen Biss.
  • Paniermehl und Butter bilden zusammen mit dem geriebenen Caciocavallo eine aromatische Kruste.

Anelletti al forno alla palermitana bringen die palermitanische Küche als kompakte Ofenpasta auf den Tisch. Die kleinen Ringnudeln nehmen das sämige Ragù besonders gut auf; Erbsen, Caciocavallo und Primosale sorgen für würzige Tiefe und eine saftige, schnittfeste Schichtung.

Innen saftig und herzhaft, mit sämigem Ragù, mild-würzigem Käse und einzelnen Erbsen. Außen wird der Timballo goldbraun, buttrig und knusprig, während die Ringnudeln ihre kompakte Form behalten.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Zubereitung

  1. Gemüse anschwitzen

    Zwiebel, Karotte und Sellerie sehr fein würfeln. Das Olivenöl im großen Topf erhitzen und das Gemüse bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten weich dünsten.

    8 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Gemüse ist weich, aber noch nicht gebräunt.

    • Sehr kleine Würfel verbinden sich später besser mit dem Ragù.
  2. Hackfleisch anbraten und ablöschen

    Das Hackfleisch dazugeben und 8–10 Minuten kräftig anbraten, bis es krümelig ist und die austretende Flüssigkeit weitgehend verdampft ist. Mit dem Rotwein ablöschen und 3 Minuten einkochen lassen.

    13 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Hackfleisch ist krümelig, gebräunt und nicht mehr wässrig.

    • Das Fleisch erst wenden und rühren, wenn es Kontakt zur heißen Topffläche hatte, damit es gut bräunt.
  3. Ragù köcheln lassen

    Tomatenmark einrühren und 2 Minuten mitrösten. Passierte Tomaten, Wasser und Lorbeerblatt hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen, einmal aufkochen und das Ragù anschließend bei kleiner Hitze etwa 60 Minuten offen oder leicht zugedeckt köcheln lassen. Es soll kräftig und sämig, aber nicht trocken sein.

    62 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Ragù ist eingedickt, sämig und noch saftig.

    • Bei zu starker Verdunstung den Topf leicht abdecken.
  4. Erbsen zufügen

    15 Minuten vor Ende der Kochzeit die Erbsen unterrühren. Das Lorbeerblatt anschließend entfernen und das Ragù abschmecken.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Erbsen sind gegart, behalten aber ihre Form.

    • Das Lorbeerblatt vor dem Vermengen mit der Pasta vollständig entfernen.
  5. Anelletti sehr al dente kochen

    Während das Ragù köchelt, 4 l Wasser mit dem Salz zum Kochen bringen. Die Anelletti nach Packungsangabe kochen, dabei 2–3 Minuten vor der angegebenen Zeit abgießen. Die Pasta muss noch deutlich Biss haben. Etwa 100 ml Kochwasser auffangen.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Ringnudeln sind deutlich al dente und noch nicht weich.

    • Das Kochwasser vor dem vollständigen Abgießen auffangen.
  6. Pasta mit Ragù vermengen

    Die Anelletti mit etwa zwei Dritteln des Ragùs vermengen. Falls die Mischung trocken wirkt, esslöffelweise etwas vom aufgefangenen Kochwasser unterrühren.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Pasta ist gleichmäßig mit Ragù überzogen und bleibt saftig.

    • Nur so viel Kochwasser verwenden, dass die Mischung saftig, aber nicht flüssig wird.
  7. Form vorbereiten

    Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Form mit einem Teil der Butter ausstreichen und mit etwa 50 g Paniermehl ausstreuen.

    10 Minuten 180 °C
    • Die Brösel sollen Boden und Rand gleichmäßig bedecken.
  8. Timballo schichten

    Die Hälfte der Pasta in die Form geben und leicht andrücken. Das restliche Ragù, den gewürfelten Caciocavallo und den Primosale darauf verteilen. Mit der übrigen Pasta bedecken.

    8 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Schichten sind gleichmäßig verteilt und die Oberfläche ist mit Pasta bedeckt.

    • Die Pasta nur leicht andrücken, damit die Schichtung kompakt bleibt, ohne schwer zu werden.
  9. Kruste vorbereiten

    Den geriebenen Caciocavallo, das restliche Paniermehl und die übrige Butter in kleinen Flöckchen auf der Oberfläche verteilen.

    3 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist gleichmäßig mit Käse, Bröseln und Butter bedeckt.

    • Die Butter in kleinen Flöckchen verteilen, damit die Kruste gleichmäßig bräunt.
  10. Überbacken

    Den Timballo 25–30 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Für eine kräftigere Kruste in den letzten 3–5 Minuten die Grillfunktion zuschalten und dabei aufmerksam beobachten.

    30 Minuten 180 °C

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist goldbraun und knusprig.

    • Beim Grillen bleibt der Timballo unter Beobachtung, weil die Kruste schnell dunkel werden kann.
  11. Ruhen lassen und servieren

    Den Anelletti al forno 10 Minuten ruhen lassen. Anschließend in Stücke schneiden und direkt aus der Form servieren.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Schichten sind stabil genug zum Schneiden.

    • Die Ruhezeit hilft, die Schichten beim Portionieren zusammenzuhalten.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Pasta bewusst sehr al dente kochen: Die Anelletti garen im Ofen weiter. Deshalb werden sie 2–3 Minuten vor der Packungszeit abgegossen und sollten beim Vermengen noch deutlich Biss haben.
  • Ragù sämig halten: Das Ragù soll kräftig und gebunden sein, aber nicht trocken. Bei zu starker Verdunstung den Topf leicht abdecken.
  • Kruste beim Grillen beobachten: Die Grillfunktion dient nur der kräftigeren Bräunung. In den letzten Minuten kann die Oberfläche rasch dunkel werden.
  • Vor dem Schneiden ruhen lassen: Die zehnminütige Ruhezeit stabilisiert die Schichten und erleichtert das Schneiden in kompakte Stücke.

Zutatenwissen

Anelletti und Anellini

Anelletti sind kleine Ringnudeln, die vor allem in italienischen Feinkostläden, gut sortierten Supermärkten oder im italienischen Onlinehandel erhältlich sind. Kleine Anellini können als Ersatz verwendet werden; der Timballo wird damit etwas weniger kompakt.

Primosale

Primosale ist ein junger, milder sizilianischer Schafskäse. Er steht meist an der Käsetheke italienischer Feinkostläden und kann durch einen milden jungen Pecorino ersetzt werden.

Sinnvolle Alternativen

kleine Anellini

Der Timballo wird etwas weniger kompakt.

Die kleinen Anellini nach Packungsangabe kochen und ebenfalls 2–3 Minuten vor der angegebenen Zeit abgießen.

milder junger Pecorino

Der Käse schmeckt etwas salziger und ist fester als Primosale.

Den jungen Pecorino würfeln und an derselben Stelle wie den Primosale in die mittlere Schicht geben.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Pasta wird im fertigen Timballo weich und verliert ihren Biss.

Die Pasta 2–3 Minuten vor der Packungszeit abgießen und deutlich al dente halten.

Die Pasta lässt sich nach dem Überkochen nicht wieder bissfest machen; beim nächsten Durchgang früher abgießen.

Die Pastamischung wirkt trocken und lässt sich schlecht schichten.

Das Ragù sämig, aber saftig einkochen und bei Bedarf esslöffelweise Kochwasser unter die Pasta rühren.

Etwas aufgefangenes Kochwasser unter die Pastamischung rühren, bevor sie in die Form kommt.

Die Oberfläche wird dunkel, bevor der Timballo vollständig überbacken ist.

Die Grillfunktion nur in den letzten 3–5 Minuten einsetzen und den Timballo aufmerksam beobachten.

Die Form aus dem Ofen nehmen, sobald die gewünschte Bräunung erreicht ist.

Die Stücke verlieren beim Schneiden ihre Form.

Den Timballo vor dem Schneiden 10 Minuten ruhen lassen.

Die Stücke vorsichtig mit einem breiten Pfannenwender aus der Form heben.

Servieren und kombinieren

  • Warm aus der Form servieren: Den Timballo nach der Ruhezeit in Stücke schneiden und direkt aus der Form servieren, damit die knusprige Oberfläche und die saftige Schichtung zur Geltung kommen.

Allergene und Nährwerte

  • Gluten: enthält · Anelletti und Paniermehl sind glutenhaltige Zutaten beziehungsweise können Gluten enthalten.
  • Milch: enthält · Caciocavallo, Primosale und Butter sind Milchprodukte.
  • Sellerie: enthält · Staudensellerie ist ausdrücklich als Zutat enthalten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Kann ich Anelletti ersetzen?

Ja. Kleine Anellini eignen sich als Ersatz. Der Timballo wird damit etwas weniger kompakt.

Was kann ich statt Primosale verwenden?

Ein milder junger Pecorino kann Primosale ersetzen. Er schmeckt etwas salziger und ist fester.

Warum müssen die Anelletti sehr al dente sein?

Die Pasta gart im Ofen weiter. Sie wird deshalb 2–3 Minuten vor der Packungszeit abgegossen.

Welche Form eignet sich für den Timballo?

Geeignet sind eine Springform mit 28 cm Durchmesser oder eine Auflaufform von etwa 30 × 22 cm.

Aus unserer Küche

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