Spinat gründlich ausdrücken
Überschüssiges Wasser würde die Fleischfüllung weich machen und das Formen der Agnolotti erschweren.
Piemont · Gefüllte Pasta
Piemontesische gefüllte Pasta mit dünnem Teig, einer herzhaften Füllung aus geschmortem Rind- und Schweinefleisch, Blattspinat und Parmigiano sowie glänzendem Sugo d’arrosto.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Agnolotti del plin sind kleine gefüllte Teigtaschen aus dem Piemont. Für diese Hausversion werden Rind- und Schweineschulter mit Gemüse und Rotwein geschmort, fein gehackt und mit Spinat, Parmigiano, Ei und Muskatnuss zu einer kompakten Füllung verarbeitet. Dünne Teigbahnen werden mit dem charakteristischen Fingerdruck verschlossen und anschließend in reduziertem Schmorfond geschwenkt.
Die Agnolotti haben einen zarten, leicht bissfesten Teig und eine saftige, würzige Füllung mit geschmortem Fleisch, Gemüse und Parmigiano. Der reduzierte Sugo schmeckt konzentriert und rund, während Butter für Glanz und eine geschmeidige Textur sorgt.
Schritt für Schritt
Mehl und Salz auf die Arbeitsfläche geben, in der Mitte eine Mulde formen und Eier sowie Eigelb hineingeben. Alles zunächst mit einer Gabel vermengen, dann 8–10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten. Falls der Teig trocken bleibt, das Wasser tropfenweise einarbeiten. In Folie oder einer wiederverwendbaren Abdeckung 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt und elastisch.
Zwiebel, Möhre und Sellerie fein würfeln. Die Butter in einem schweren, ofenfesten Topf erhitzen. Rind- und Schweineschulter trocken tupfen, rundum kräftig anbraten und herausnehmen. Das Gemüse im Bratfett 5 Minuten anschwitzen.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist rundum gebräunt, das Gemüse leicht weich.
Wichtig: Rohes Fleisch getrennt von verzehrfertigen Zutaten und Arbeitsflächen behandeln.
Das Fleisch zurück in den Topf legen, mit dem Rotwein ablöschen und 3 Minuten einkochen lassen. Rinderfond, Lorbeerblatt und Rosmarin zufügen. Der Fond soll das Fleisch etwa zur Hälfte bedecken. Den Topf zugedeckt in den auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen stellen und das Fleisch etwa 2 Stunden 30 Minuten schmoren, nach der Hälfte der Zeit wenden.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist sehr zart und lässt sich leicht zerteilen.
Wichtig: Das Fleisch vollständig durchgaren und den Schmorfond anschließend nicht mit rohen Zutaten in Kontakt bringen.
Das Fleisch aus dem Topf nehmen und 20 Minuten abkühlen lassen. Den Schmorfond durch ein feines Sieb gießen und auffangen. Lorbeerblatt und Rosmarin entfernen. Das geschmorte Gemüse beiseitestellen.
Daran erkennst du es: Das Fleisch lässt sich sicher weiterverarbeiten und ist nicht mehr dampfend heiß.
Wichtig: Fleisch und Fond nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen lassen.
Den Blattspinat in kochendem Wasser 1 Minute blanchieren, kalt abschrecken, sehr gut ausdrücken und fein hacken. Fleisch und Schmorgemüse mit einem Messer sehr fein hacken. Spinat, Parmigiano, Ei und Muskatnuss unterarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Füllung soll kompakt, aber nicht trocken sein.
Daran erkennst du es: Der Spinat ist zusammengefallen und anschließend sehr gut ausgedrückt.
Wichtig: Ei erst unter die abgekühlte Fleischmischung geben und die Füllung anschließend vollständig garen.
Den Teig in vier Stücke teilen und jeweils dünn ausrollen, mit der Nudelmaschine bis zur vorletzten Stufe. Die Teigbahnen leicht bemehlen und entlang einer langen Kante in Abständen von etwa 3 cm kleine Portionen Füllung setzen.
Daran erkennst du es: Die Teigbahnen sind dünn, glatt und biegsam.
Die freie Teighälfte über die Füllung klappen. Den Teig rund um jede Portion andrücken, dabei möglichst wenig Luft einschließen. Zwischen den Füllungen mit Daumen und Zeigefinger den charakteristischen Plin, also einen kleinen Fingerdruck, setzen. Die Stücke mit einem Teigrad oder Messer voneinander trennen und auf ein bemehltes Tuch legen.
Daran erkennst du es: Die Ränder sind geschlossen und zwischen den Füllungen ist jeweils ein deutlicher Fingerdruck sichtbar.
Den aufgefangenen Schmorfond in einem kleinen Topf auf etwa 120 ml einkochen. Die kalten Butterwürfel nach und nach unterschlagen, bis ein glänzender Sugo entsteht. Nicht mehr stark kochen lassen.
Daran erkennst du es: Der Sugo ist glänzend und leicht gebunden.
Wasser mit Salz zum Kochen bringen. Die Agnolotti portionsweise hineingeben und bei leicht sprudelndem Wasser 3–4 Minuten garen, bis der Teig weich, aber noch bissfest ist. Mit einer Schaumkelle direkt in den Sugo d’arrosto heben und vorsichtig schwenken. Sofort servieren.
Daran erkennst du es: Der Teig ist weich, aber noch bissfest, und die Agnolotti steigen beziehungsweise lassen sich leicht herausheben.
Wichtig: Gefüllte Pasta mit Ei- und Fleischfüllung vollständig durchgaren und heiß servieren.
Gut zu wissen
Überschüssiges Wasser würde die Fleischfüllung weich machen und das Formen der Agnolotti erschweren.
Ein trockener piemontesischer Rotwein ist vorgesehen; ein anderer trockener Rotwein ist laut Rezept ebenfalls möglich.
Der Schmorfond wird gesiebt, reduziert und anschließend mit Butter zum Sugo gebunden.
Fein geriebener Parmigiano verteilt sich gleichmäßig in der Füllung und unterstützt ihre Bindung.
Der Sugo schmeckt weniger fruchtig und weniger weinbetont.
Den Rotwein durch die gleiche Menge zusätzlichen Rinderfond ersetzen und das Fleisch weiterhin ausreichend mit Flüssigkeit bedecken.
Der Geschmack kann je nach Käse milder oder kräftiger ausfallen.
Einen fein geriebenen Hartkäse aus Kuhmilch in gleicher Menge verwenden.
Das Ausrollen dauert länger und die Teigdicke kann etwas ungleichmäßiger werden.
Den Teig portionsweise mit einem Nudelholz möglichst dünn und gleichmäßig ausrollen.
Bis zur vorletzten Stufe der Nudelmaschine ausrollen und die Bahnen gleichmäßig dick halten.
Die noch nicht gefüllten Bahnen weiter ausrollen; bereits geformte Stücke nicht erneut ausrollen.
Spinat sehr gut ausdrücken und die Fleisch-Gemüse-Mischung fein hacken, ohne zusätzliche Flüssigkeit einzuarbeiten.
Etwas mehr fein geriebenen Parmigiano unterarbeiten und die Füllung kurz kühlen.
Den Teig rund um jede Füllung sorgfältig andrücken und möglichst wenig Luft einschließen.
Vor dem Kochen geöffnete Stücke neu verschließen, sofern die Teigränder noch sauber haften.
Kalte Butter portionsweise unterschlagen und den Topf anschließend nur noch sanft warm halten.
Einen kleinen Spritzer warmes Kochwasser unterschlagen und den Sugo vorsichtig wieder verbinden.
Blattspinat kann durch ein anderes zartes Blattgemüse ersetzt werden, das blanchiert, gut ausgedrückt und fein gehackt wird.
Die Schweineschulter wird durch Kalb ersetzt. Die Füllung bleibt fleischig, schmeckt aber etwas milder.
Teig und Füllung können getrennt vorbereitet und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Geformte Agnolotti am besten am selben Tag garen oder unmittelbar nach dem Formen einfrieren.
Gekochte Agnolotti und Sugo möglichst getrennt im Kühlschrank aufbewahren. Ungekochte geformte Pasta gut abdecken, damit der Teig nicht austrocknet.
Fleisch- und eihaltige Füllung sowie gekochte Pasta nicht länger als nötig bei Raumtemperatur stehen lassen.
Ungekochte Agnolotti einzeln auf einem bemehlten Blech vorfrieren und anschließend luftdicht verpacken.
Nicht auftauen, sondern gefroren portionsweise in leicht sprudelndes Salzwasser geben und bis zur gewünschten Teigkonsistenz garen.
Die Teigoberfläche kann nach dem Einfrieren etwas trockener wirken; gut verschlossene Stücke behalten ihre Form am besten.
Häufig gefragt
„Plin“ bezeichnet den kleinen Fingerdruck, mit dem der Teig zwischen den Füllungsportionen verschlossen und anschließend geteilt wird.
Überschüssiges Wasser würde die Füllung weich und schwer formbar machen. Gut ausgedrückter Spinat sorgt für eine kompakte, saftige Konsistenz.
Der aufgefangene Schmorfond wird reduziert und anschließend mit kalten Butterwürfeln aufgeschlagen. Danach sollte er nicht mehr stark kochen.
Teig und Füllung können getrennt vorbereitet werden. Geformte Agnolotti sollten entweder zeitnah gekocht oder ungekocht einzeln vorgefroren werden.
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