Bacalà alla vicentina

Schmorgericht aus Venetien

Bacalà alla vicentina ist ein venezianisches Stockfisch-Schmorgericht aus dem Vicentino. Eingeweichter Stockfisch wird mit Zwiebeln, gesalzenen Sardinen, Milch, Grana Padano und reichlich Olivenöl langsam und ohne Umrühren gegart und klassisch mit cremiger Polenta serviert.

Zum Rezept
Bacalà alla vicentina: langsam gegarter Stockfisch aus dem Veneto
Vorbereitung 75 Minuten
Kochen / Backen 5 Std. 15 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 3 Tage
Gesamtzeit ca. 3 Tage 5 Std. 45 Min.
Menge 12 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Gerichte aus intakten Einzel- und Portionsstücken
Prägende Zutatenfamilie Fisch, Mais, Milchprodukte
Prägende Zubereitungsverfahren Einweichen, Quellenlassen und Wässern, Sanftes Köcheln, Schmoren

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das langsame Garen in Olivenöl und Milch macht den eingeweichten Stockfisch saftig und zart.
  • Zwiebeln, gesalzene Sardinen und Grana Padano geben der Sauce Tiefe und eine ausgewogene herzhafte Würze.
  • Die cremige Polenta nimmt die aromatische Sauce auf und ergänzt die zarten Fischstücke.
  • Der Topf wird nur vorsichtig bewegt, sodass der Fisch nicht zerfällt und die Zubereitung ihre charakteristische Struktur behält.

Bacalà alla vicentina gehört zu den charakteristischen Gerichten des Vicentino. Der lange eingeweichte Stockfisch gart sehr langsam in einer cremigen Sauce aus Zwiebeln, gesalzenen Sardinen, Milch und Olivenöl. Durch das vorsichtige Kreisen des Topfs bleiben die Fischstücke möglichst ganz und verbinden sich dennoch mit der sämigen Sauce. Dazu passt weiche oder festere Polenta.

Zarte, saftige Stockfischstücke liegen in einer cremigen, aromatischen Sauce mit weichen Zwiebeln, feiner Sardinenwürze und leicht nussigem Grana Padano. Die Polenta ist weich und cremig oder je nach Garzeit etwas fester.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Stockfisch vorbereiten und schmoren

  1. Stockfisch einweichen

    Den trockenen Stockfisch in ein großes Gefäß legen, vollständig mit kaltem Wasser bedecken und 48–72 Stunden einweichen. Das Wasser etwa alle vier Stunden wechseln. Anschließend den Fisch gründlich abtropfen lassen.

    • Das lange Wässern ist nötig, damit der getrocknete Fisch wieder weich wird und überschüssiges Salz verliert.
  2. Fisch parieren und schneiden

    Haut, Mittelgräte und sämtliche Gräten entfernen. Das Fischfleisch in gleichmäßige Stücke von etwa 5–6 cm schneiden.

    • Gleichmäßig große Stücke garen möglichst ähnlich schnell.
  3. Zwiebel-Sardinen-Ansatz zubereiten

    Die Zwiebeln sehr fein schneiden. Etwa 100 ml Olivenöl in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze erwärmen und die Zwiebeln darin weich dünsten, ohne sie stark zu bräunen. Die gesalzenen Sardinen abspülen, entgräten, klein schneiden und zu den Zwiebeln geben. Sobald sie zerfallen sind, den Topf vom Herd nehmen und die fein gehackte Petersilie unterrühren.

    Daran erkennst du es: Die Zwiebeln sind weich, aber nicht stark gebräunt; die Sardinen sind zerfallen.

    • Niedrige Hitze hält die Zwiebeln weich und verhindert, dass der Ansatz bitter wird.
  4. Fisch einschichten

    Die Stockfischstücke rundum leicht mit Weizenmehl bestäuben. Einen Teil des Zwiebel-Sardinen-Ansatzes auf dem Boden eines breiten, schweren Schmortopfs verteilen. Die Fischstücke dicht nebeneinander hineinlegen und mit dem restlichen Ansatz bedecken.

    • Die Fischstücke möglichst dicht nebeneinanderlegen, damit sie beim langsamen Garen zusammenbleiben.
  5. Sauce ansetzen

    Milch, Grana Padano und etwas schwarzen Pfeffer darübergeben. Nur falls nötig vorsichtig salzen. Das restliche Olivenöl langsam angießen, bis die Fischstücke knapp bedeckt sind.

    Daran erkennst du es: Die Fischstücke sind knapp mit der Milch-Öl-Mischung bedeckt.

    • Mit dem Salz zurückhaltend sein, da Stockfisch und Sardinen bereits Würze mitbringen.
  6. Stockfisch langsam garen

    Den Fisch auf der niedrigsten Herdstufe etwa 4 Stunden 30 Minuten garen. Der Inhalt soll nur ganz sanft schmoren und nicht sprudelnd kochen. Den Topf gelegentlich vorsichtig kreisen, aber niemals mit einem Löffel umrühren, damit die Stücke nicht zerfallen.

    4 Std. 30 Min.

    Daran erkennst du es: Der Fisch ist zart und die Sauce cremig verbunden, während die Stücke möglichst ganz bleiben.

    • Nur den Topf kreisen, niemals mit einem Löffel umrühren.
    • Die Polenta kann während der letzten 40–45 Minuten der Fischgarzeit zubereitet werden.

Polenta kochen und servieren

  1. Polenta zubereiten

    Für die Polenta das Wasser mit dem Salz aufkochen. Das Maismehl unter ständigem Rühren langsam einrieseln lassen. Die Hitze reduzieren und die Polenta je nach Mahlgrad etwa 40–45 Minuten weitergaren, bis sie weich und cremig ist.

    45 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Polenta ist weich und cremig; grobes Maismehl kann die volle Garzeit benötigen.

    • Das Maismehl langsam einrieseln lassen und dabei kontinuierlich rühren, damit keine Klümpchen entstehen.
  2. Anrichten und servieren

    Das Bacalà alla vicentina direkt mit der Polenta servieren. Für eine weichere Polenta kürzer beziehungsweise mit ausreichender Flüssigkeit servieren; für eine festere Konsistenz die Polenta bis zum gewünschten Gargrad weitergaren.

    Daran erkennst du es: Fisch und Polenta werden heiß und unmittelbar zusammen serviert.

    • Die Polenta kann weich und cremig oder etwas fester serviert werden.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Einweichen nicht überspringen: Der trockene Stockfisch braucht 48–72 Stunden im Wasser. Das Wasser etwa alle vier Stunden wechseln und den Fisch anschließend gründlich abtropfen lassen.
  • Nicht umrühren: Während des langen Schmorens den Topf nur vorsichtig kreisen. Umrühren mit einem Löffel kann die zarten Fischstücke zerbrechen.
  • Salz vorsichtig dosieren: Stockfisch und gesalzene Sardinen bringen bereits Würze mit. Das zusätzliche Salz erst nach dem Zugeben von Milch und Käse prüfen und nur bei Bedarf verwenden.
  • Polenta parallel kochen: Die Polenta benötigt etwa 40–45 Minuten und kann während der letzten Phase des Fischschmorens zubereitet werden.

Zutatenwissen

Stockfisch einkaufen

Getrockneter Stockfisch ist in gut sortierten Fischgeschäften, italienischen Feinkostläden und manchen größeren Supermärkten erhältlich. Bereits eingeweichter Stockfisch spart die lange Vorbereitungszeit, kann je nach Produkt aber etwas milder schmecken.

Gesalzene Sardinen einkaufen

Gesalzene Sardinen stehen häufig im italienischen Feinkostregal oder sind beim Fischhändler erhältlich.

Mahlgrad der Polenta

Grobes Maismehl kann die volle Garzeit von etwa 40–45 Minuten benötigen. Die fertige Polenta darf weich und cremig oder etwas fester sein.

Sinnvolle Alternativen

Sardellenfilets

Die Sauce wird etwas kräftiger und salziger.

Die Sardellenfilets abspülen, falls nötig entgräten, klein schneiden und wie die gesalzenen Sardinen zu den weich gedünsteten Zwiebeln geben. Das zusätzliche Salz besonders vorsichtig dosieren.

Bereits eingeweichter Stockfisch

Die lange Einweichzeit entfällt; je nach Produkt kann der Geschmack etwas milder sein.

Den bereits eingeweichten Stockfisch gründlich abtropfen lassen, von Haut und Gräten befreien und direkt in gleichmäßige Stücke schneiden.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Fisch bleibt fest oder übermäßig salzig.

Den Fisch 48–72 Stunden vollständig bedeckt wässern und das Wasser etwa alle vier Stunden wechseln.

Den Fisch weiter wässern und das Wasser erneut wechseln, bevor er verarbeitet wird.

Die Sauce trennt sich oder der Fisch zerfällt.

Auf der niedrigsten Herdstufe garen und nur ein ganz sanftes Schmoren zulassen.

Die Hitze sofort reduzieren und den Topf nur noch vorsichtig kreisen.

Die Fischstücke brechen auseinander.

Den Topf gelegentlich vorsichtig kreisen, aber niemals den Inhalt umrühren.

Die verbliebenen Stücke vorsichtig weitergaren und beim Servieren möglichst wenig bewegen.

Das Gericht schmeckt zu salzig.

Erst am Ende der Saucenansatz-Phase abschmecken und nur bei Bedarf salzen.

Mit der Polenta servieren und kein weiteres Salz hinzufügen.

Die Polenta enthält Klümpchen.

Das Maismehl langsam einrieseln lassen und dabei ständig rühren.

Die Polenta bei reduzierter Hitze weiter rühren, bis sich die Klümpchen weitgehend lösen.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch mit Polenta servieren: Das cremige Bacalà alla vicentina direkt auf oder neben weicher Polenta anrichten. Die Polenta nimmt die aromatische Milch-Öl-Sauce besonders gut auf.
  • Polenta nach Vorliebe wählen: Serviere die Polenta weich und cremig oder gare sie etwas länger für eine festere Konsistenz.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Das Bacalà alla vicentina kann am Vortag zubereitet, abgedeckt kalt gestellt und vor dem Servieren vorsichtig erwärmt werden.

Aufbewahren

Das vorbereitete Gericht abgedeckt kalt stellen und innerhalb des folgenden Tages vorsichtig wieder erwärmen.

Aufwärmen

  • Schonendes Erwärmen im Topf: Das gekühlte Bacalà alla vicentina in einem schweren Topf bei niedriger Hitze vorsichtig erwärmen. Den Topf gelegentlich kreisen, aber nicht mit einem Löffel umrühren.

Allergene und Nährwerte

  • Fisch: enthält · Das Rezept enthält Stockfisch und gesalzene Sardinen.
  • Milch: enthält · Milch und Grana Padano sind Bestandteile der Sauce.
  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Zum Wenden der Fischstücke wird Weizenmehl verwendet.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was ist Bacalà alla vicentina?

Bacalà alla vicentina ist ein venezianisches Stockfisch-Schmorgericht aus dem Vicentino. Der eingeweichte Fisch wird mit Zwiebeln, gesalzenen Sardinen, Milch, Olivenöl und Grana Padano langsam gegart und mit Polenta serviert.

Wie lange muss der Stockfisch einweichen?

Der trockene Stockfisch sollte 48–72 Stunden vollständig mit kaltem Wasser bedeckt eingeweicht werden. Das Wasser etwa alle vier Stunden wechseln.

Kann bereits eingeweichter Stockfisch verwendet werden?

Ja. Bereits eingeweichter Stockfisch spart die lange Einweichzeit. Er sollte gründlich abtropfen, von Haut und Gräten befreit und anschließend in gleichmäßige Stücke geschnitten werden.

Warum darf das Gericht nicht umgerührt werden?

Die zarten Stockfischstücke können beim Rühren zerfallen. Bewege stattdessen den Schmortopf gelegentlich vorsichtig kreisförmig.

Womit lassen sich gesalzene Sardinen ersetzen?

Sardellenfilets sind eine mögliche Alternative. Sie geben der Sauce einen etwas kräftigeren und salzigeren Geschmack, deshalb sollte zusätzliches Salz besonders vorsichtig dosiert werden.

Soll die Polenta weich oder fest sein?

Beides ist möglich. Für eine weiche, cremige Polenta servierst du sie direkt nach dem Garen; für eine festere Konsistenz lässt du sie bis zum gewünschten Gargrad weitergaren.

Aus unserer Küche

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