Fenchelsamen oder Erbabona
Fenchelsamen geben dem Schmorfleisch sein charakteristisches, leicht süßliches Aroma. Sie sind im Gewürzregal, in italienischen Lebensmittelgeschäften oder in gut sortierten Märkten erhältlich.
Lombardei · Rinderschmorgericht
Zart geschmorte Rindfleischstückchen mit Pancetta, Fenchelsamen und trockenem Rotwein, serviert auf cremiger Polenta bramata.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Polenta e bruscitt verbindet langsam im eigenen Saft geschmortes Rindfleisch mit Pancetta, Fenchelsamen und Rotwein mit einer cremigen Maispolenta. Die lombardische Spezialität ist im Varesotto rund um Busto Arsizio verankert und wird heiß mit dem sämigen Schmorsud über der Polenta serviert.
Die Bruscitt sind zart und saftig, mit würziger Pancetta, warmer Fenchelnote und fruchtiger Säure vom Rotwein. Die Polenta ist cremig, weich und leicht maisig-kernig; zusammen entsteht ein herzhaftes, wärmendes Gericht mit sämigem Schmorsud.
Schritt für Schritt
Das Rindfleisch von groben Sehnen befreien und mit einem scharfen Messer in etwa 1,5 cm große Stücke schneiden. Die Pancetta ebenfalls klein würfeln.
Wichtig: Nach dem Schneiden von rohem Fleisch Hände, Messer und Schneidebrett gründlich reinigen.
Knoblauchzehe und Fenchelsamen in ein kleines Gewürzsäckchen oder einen Teefilter geben und verschließen. So lässt sich das Aroma später leicht entfernen.
Butter, Pancetta, Rindfleisch, Salz, Pfeffer und das Gewürzsäckchen in einen schweren Topf geben. Alles bei niedriger Hitze und mit aufgelegtem Deckel langsam erwärmen. Die Bruscitt sollen sanft im eigenen Saft schmoren und nicht scharf angebraten werden.
Daran erkennst du es: Die Fleischmischung erwärmt sich langsam und beginnt, eigenen Saft abzugeben, ohne kräftig zu bräunen.
Die Fleischmischung insgesamt 2 Std. 30 Min. bei niedriger Hitze schmoren lassen und etwa alle 20 Min. vorsichtig umrühren. Wird der Ansatz zu trocken, die zurückbehaltene Butter portionsweise einrühren; kein Wasser und keine Brühe zugeben. Insgesamt beträgt die Schmorzeit vor dem finalen Einkochen 2 Std. 30 Min.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist deutlich zarter und von eigenem Saft umgeben; der Ansatz bleibt feucht, aber nicht suppig.
Etwa 45 Minuten vor dem Ende der gesamten Schmorzeit das Wasser mit dem groben Salz in einem großen Topf aufkochen. Den Maisgrieß unter ständigem Rühren langsam einrieseln lassen, damit keine Klümpchen entstehen.
Daran erkennst du es: Der Maisgrieß ist vollständig eingerührt und die Masse beginnt gleichmäßig zu quellen.
Wichtig: Beim Einrühren in kochendes Wasser vorsichtig arbeiten, da die Polenta spritzen kann.
Die Polenta bei niedriger Hitze 45 Minuten garen und regelmäßig mit einem Holzlöffel rühren. Diese Arbeit läuft parallel zum letzten Teil der Schmorzeit der Bruscitt.
Daran erkennst du es: Die Polenta ist cremig, gleichmäßig gegart und frei von harten Grießkernen.
Nach der langen Schmorzeit das Gewürzsäckchen entfernen. Die Hitze erhöhen, den Rotwein angießen und 5 Minuten offen einkochen lassen. Anschließend die Hitze wieder reduzieren und weitere 10 Minuten schmoren, bis das Fleisch von einem sämigen Sud umgeben ist. Gleichzeitig die Butter unter die fertige Polenta rühren. Die heiße Polenta auf vorgewärmte Teller geben, die Bruscitt mit ihrem Sud darauf verteilen und sofort servieren.
Daran erkennst du es: Das Fleisch ist zart und von einem sämigen, nicht wässrigen Sud umgeben; die Polenta ist cremig.
Gut zu wissen
Fenchelsamen geben dem Schmorfleisch sein charakteristisches, leicht süßliches Aroma. Sie sind im Gewürzregal, in italienischen Lebensmittelgeschäften oder in gut sortierten Märkten erhältlich.
Der grobe italienische Maisgrieß ergibt eine leicht kernige, cremige Polenta. Feiner Maisgrieß gart schneller und wird glatter.
Die ungeräucherte, durchwachsene Speckscheibe liefert Würze und Saftigkeit. Durchwachsener Bauchspeck kann sie ersetzen, schmeckt meist aber rauchiger und salziger.
Trockener Barbera passt mit seiner fruchtigen Säure besonders gut zum Schmorsud. Ein anderer trockener Rotwein funktioniert ebenfalls, macht den Sud aber etwas weniger fruchtig.
Die Polenta gart schneller und wird glatter und weniger kernig.
Den feinen Maisgrieß wie angegeben einrieseln lassen, die Garzeit jedoch nach der gewünschten Konsistenz beurteilen.
Der Geschmack wird meist rauchiger und salziger.
Den Bauchspeck klein würfeln und wie die Pancetta zusammen mit dem Fleisch in den Topf geben. Die Salzmenge bei Bedarf vorsichtig anpassen.
Der Schmorsud wird etwas weniger fruchtig, bleibt aber aromatisch.
Den trockenen Rotwein anstelle des Barbera angießen und offen einkochen lassen.
Butter, Pancetta und Fleisch bei niedriger Hitze mit aufgelegtem Deckel langsam erwärmen.
Die Hitze sofort reduzieren und mit dem langsamen Schmoren fortfahren; zusätzliches Wasser oder Brühe nicht einrühren.
Bei niedriger Hitze schmoren, etwa alle 20 Minuten vorsichtig umrühren und bei Bedarf zurückbehaltene Butter portionsweise einrühren.
Anhaftende Stellen nicht loskratzen; die Hitze reduzieren und die Butter portionsweise einarbeiten.
Den Grieß langsam einrieseln lassen und dabei ständig mit dem Holzlöffel rühren.
Die Polenta sofort kräftig weiterrühren, bevor sie weiter eindickt.
Die Polenta bis zum Anrichten regelmäßig rühren und direkt nach dem Unterrühren der Butter servieren.
Die Konsistenz lässt sich nur begrenzt korrigieren; falls noch heiß und nicht angerichtet, vorsichtig mit etwas heißem Wasser glattrühren.
Für eine glattere, weniger kernige Beilage kann Polenta bramata durch feinen gelben Maisgrieß ersetzt werden.
Häufig gefragt
Ja. Feiner Maisgrieß gart schneller und ergibt eine glattere, weniger kernige Polenta. Die Garzeit deshalb nach der tatsächlichen Konsistenz beurteilen.
Das Fleisch bei niedriger Hitze mit aufgelegtem Deckel langsam im eigenen Saft schmoren lassen und nicht scharf anbraten. Etwa alle 20 Minuten vorsichtig umrühren.
Nein. Barbera passt besonders gut, weil seine fruchtige Säure den Schmorsud unterstützt. Ein anderer trockener Rotwein funktioniert ebenfalls, macht den Sud aber etwas weniger fruchtig.
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