Fabadda sassarese

Dichte sardische Hülsenfruchtsuppe

Eine kräftige sardische Favabohnensuppe aus dem Raum Sassari mit Kohl, Wildfenchel, Schweineschwarte und sardischer trockener Wurst, serviert auf knusprigem Pane carasau.

Zum Rezept
Fabadda sassarese: Sardiniens kräftige Favabohnensuppe
Vorbereitung 30 Minuten
Kochen / Backen 2 Std. 45 Min.
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 12 Std. 10 Min.
Gesamtzeit ca. 15 Std. 25 Min.
Menge 4 Portionen
Gerichtsform und Gerichtsart Suppen
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Gemüse, Hülsenfrüchte, Kräuter und Gewürze
Prägende Zubereitungsverfahren Einweichen, Quellenlassen und Wässern, Sanftes Köcheln

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Das langsame Garen in Schweineschwarte und aromatischem Kochsud gibt den Favabohnen Tiefe und eine cremige Konsistenz.
  • Kohl und Wurst werden erst später hinzugefügt, sodass der Kohl nicht zerfällt und die Wurst saftig und würzig bleibt.
  • Wildfenchel, Lorbeer, Zwiebel und Knoblauch verleihen dem kräftigen Sud eine klare mediterrane Aromatik.
  • Pane carasau nimmt einen Teil der heißen Suppe auf und ergänzt die weiche Bohnenstruktur um knusprige und später zarte Brotstücke.

Fabadda sassarese ist eine dichte, langsam gekochte Suppe mit cremig weichen Favabohnen, herzhaftem Schweinesud und aromatischem Wildfenchel. Kohl und sardische Wurst kommen später hinzu, damit sie ihre Struktur behalten und die Suppe zugleich kräftig und sättigend wird. Serviert auf grob gebrochenem Pane carasau entsteht eine rustikale sardische Mahlzeit mit viel Textur.

Die Suppe ist dicklich und löffelbar, mit cremigen Bohnen, weichem Kohl und herzhaften Wurstscheiben. Schweineschwarte sorgt für eine gelatineartige Fülle, während Fenchel, Lorbeer und Knoblauch würzige, leicht anisartige Noten beitragen. Das Pane carasau beginnt knusprig und wird im Sud weich und saftig.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Vorbereiten und aromatischen Sud ansetzen

  1. Bohnen und Gemüse vorbereiten

    Die Favabohnen nach dem Einweichen in ein Sieb geben, gründlich abspülen und abtropfen lassen. Die Schweineschwarte mit kaltem Wasser abspülen. Den Kohl in etwa 3 cm breite Streifen schneiden, die Zwiebel grob würfeln und den Knoblauch leicht andrücken.

    15 Minuten
    • Die Bohnen sollten bereits etwa 12 Stunden oder über Nacht eingeweicht worden sein.
    • Das Gemüse muss nicht fein geschnitten werden, da es lange in der Suppe gart.
  2. Schweinesud kochen

    Die Schweineschwarte in den großen Topf legen und mit 2,2 l kaltem Wasser bedecken. Zwiebel, Knoblauch, Lorbeerblätter und Wildfenchel hinzufügen. Langsam aufkochen, anschließend die Hitze reduzieren und alles 30 Minuten sanft köcheln lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Sud duftet aromatisch und bewegt sich nur sanft.

    • Die Schweineschwarte sollte während des Garens von Flüssigkeit bedeckt bleiben.

Suppe fertig garen und servieren

  1. Favabohnen garen

    Die abgetropften Favabohnen in den Topf geben. Die Suppe erneut aufkochen und bei kleiner Hitze etwa 75 Minuten garen. Gelegentlich umrühren und bei Bedarf etwas heißes Wasser nachgießen, damit die Bohnen stets knapp bedeckt bleiben.

    75 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Bohnen beginnen weich zu werden und lassen sich leicht zerdrücken, sind aber noch nicht vollständig gar.

    • Nicht stark sprudelnd kochen, damit die Bohnen möglichst gleichmäßig garen.
    • Die Flüssigkeit regelmäßig kontrollieren, weil die Bohnen während des Garens Wasser aufnehmen.
  2. Kohl und Wurst hinzufügen

    Kohl und die ganze trockene Wurst in den Topf geben. Weitere 45 bis 60 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Bohnen weich sind und die Suppe deutlich eingedickt ist. Die Wurst nach etwa 35 Minuten herausnehmen, in Scheiben schneiden und bis zum Servieren beiseitelegen.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Bohnen sind weich, der Kohl ist zart und die Suppe deutlich dicklicher geworden.

    • Die Wurst zunächst ganz mitgaren, damit ihr Saft in den Sud übergeht.
    • Wenn die Suppe schon vor Ablauf der Zeit sehr dick wird, schluckweise heißes Wasser ergänzen.
  3. Suppe abschmecken

    Die Lorbeerblätter entfernen. Die Schweineschwarte aus dem Topf nehmen, in feine Streifen schneiden und wieder unter die Suppe mischen. Mit der fest dosierten Salzmenge und bei Bedarf weiterem Salz abschmecken. Das Olivenöl einrühren. Falls die Suppe zu dick ist, mit wenig heißem Wasser auf die gewünschte Konsistenz bringen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Suppe ist löffelbar und dicklich, aber nicht trocken; die Bohnen sind vollständig weich.

    • Die feste Salzmenge zuerst einrühren und erst danach vorsichtig weiter salzen, da die Wurst bereits Würze mitbringt.
  4. Suppe ruhen lassen

    Die Suppe zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen. Anschließend die Wurstscheiben wieder unterheben oder auf die einzelnen Portionen verteilen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Suppe hat sich leicht gesetzt und bleibt beim Schöpfen zusammenhängend.

    • Die Ruhezeit lässt die Aromen zusammenfinden und die Suppe noch etwas nachdicken.
  5. Auf Pane carasau servieren

    Pane carasau in grobe Stücke brechen und auf vier Schalen verteilen. Die heiße Fabadda darübergeben und sofort servieren.

    5 Minuten
    • Das Brot kann zunächst knusprig bleiben oder im heißen Sud weich werden, je nachdem, wann serviert wird.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Einweichzeit einplanen: Die getrockneten Favabohnen müssen etwa 12 Stunden oder über Nacht eingeweicht werden, bevor die eigentliche Zubereitung beginnt.
  • Bohnen knapp bedeckt halten: Während des Garens bei Bedarf heißes Wasser nachgießen, damit die Bohnen stets knapp mit Flüssigkeit bedeckt bleiben.
  • Konsistenz vor dem Servieren prüfen: Die Suppe soll deutlich eingedickt, aber noch löffelbar sein. Das Pane carasau nimmt beim Servieren zusätzliche Flüssigkeit auf.
  • Lorbeer entfernen: Die Lorbeerblätter vor dem Abschmecken und Servieren aus dem Topf nehmen.

Zutatenwissen

Favabohnen auswählen

Getrocknete Favabohnen sind kräftiger und größer als gewöhnliche getrocknete Bohnen. Geschälte Ackerbohnen garen meist schneller und ergeben eine glattere Suppe.

Pane carasau

Das sehr dünne sardische Fladenbrot wird zum Servieren in grobe Stücke gebrochen. Dünnes, knuspriges Fladenbrot kann es ersetzen, verändert aber die typische Servierform.

Wildfenchel ersetzen

Frische Wildfencheltriebe sind saisonal erhältlich. Alternativ passt 1 TL Fenchelsaat; ihr Aroma wirkt etwas wärmer und intensiver.

Sardische Wurst ersetzen

Eine milde luftgetrocknete Schweinswurst kann die sardische trockene Wurst ersetzen. Die Suppe wird dadurch etwas weniger würzig und benötigt eventuell zusätzliches Salz.

Sinnvolle Alternativen

Geschälte Ackerbohnen

Sie garen meist schneller und ergeben eine glattere Suppe.

Die geschälten Ackerbohnen wie die eingeweichten Favabohnen vorbereiten und während des Garens früher auf ihre Konsistenz prüfen.

Dünnes, knuspriges Fladenbrot

Die Suppe bleibt ähnlich servierbar, die sardische Brotform wird jedoch weniger typisch.

Das Fladenbrot in grobe Stücke brechen, auf die Schalen verteilen und die heiße Suppe darübergeben.

Fenchelsaat

Das Fenchelaroma wirkt etwas wärmer und intensiver als mit frischem Wildfenchel.

Die Fenchelsaat zusammen mit Zwiebel, Knoblauch und Lorbeer in den Sud geben.

Milde luftgetrocknete Schweinswurst

Die Suppe schmeckt etwas weniger würzig und benötigt eventuell mehr Salz.

Die Ersatzwurst ganz mitgaren, nach etwa 35 Minuten herausnehmen, in Scheiben schneiden und später wieder unterheben oder auf die Portionen verteilen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Favabohnen bleiben hart oder garen ungleichmäßig.

Die Suppe regelmäßig umrühren und bei Bedarf heißes Wasser nachgießen.

Heißes Wasser ergänzen und die Suppe bei kleiner Hitze weitergaren, bis die Bohnen weich sind.

Die Suppe wird vor dem Servieren zu dick oder setzt am Topfboden an.

Bei kleiner Hitze garen und die Konsistenz während des Kochens kontrollieren.

Schluckweise heißes Wasser einrühren und die Suppe vorsichtig wieder erwärmen.

Der Kohl zerfällt vollständig und verliert seine Struktur.

Den Kohl erst nach dem ersten Garabschnitt der Favabohnen hinzufügen und anschließend nur sanft köcheln lassen.

Die Suppe als besonders gebundene Variante servieren und beim nächsten Mal den Kohl später zugeben.

Die Suppe schmeckt zu salzig.

Zunächst die Grundmenge verwenden und erst am Ende vorsichtig nachsalzen.

Mit wenig heißem Wasser verdünnen und die Suppe kurz weiterköcheln lassen.

Servieren und kombinieren

  • Auf Pane carasau anrichten: Pane carasau in grobe Stücke brechen, auf vier Schalen verteilen und die heiße Fabadda darübergeben. Sofort servieren, damit sich knusprige und weich gewordene Brotstellen abwechseln.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Pane carasau ist ein sardisches Brot aus Getreide; die konkrete Produktkennzeichnung kann zusätzlich geprüft werden.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wie lange müssen die Favabohnen einweichen?

Die getrockneten Favabohnen werden etwa 12 Stunden oder über Nacht eingeweicht. Anschließend gründlich abspülen und abtropfen lassen.

Kann ich geschälte Ackerbohnen verwenden?

Ja. Geschälte Ackerbohnen garen meist schneller und ergeben eine glattere Suppe. Prüfe deshalb die Konsistenz während des Garens etwas früher.

Was kann ich statt Wildfenchel verwenden?

Als Ersatz passt 1 TL Fenchelsaat. Ihr Aroma ist etwas wärmer und intensiver als das von frischem Wildfenchel.

Was eignet sich als Ersatz für Pane carasau?

Dünnes, knuspriges Fladenbrot kann verwendet werden. Die Suppe wird dadurch ähnlich serviert, aber weniger typisch sardisch.

Welche Wurst kann die sardische trockene Wurst ersetzen?

Eine milde luftgetrocknete Schweinswurst ist geeignet. Die Suppe schmeckt dann etwas weniger würzig und benötigt eventuell mehr Salz.

Aus unserer Küche

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