Sa coccoi prena

Gefüllte Focaccia aus Ogliastra

Sa coccoi prena ist eine gefüllte Focaccia aus der Ogliastra im Osten Sardiniens. Weicher Hefeteig aus Weizenmehl und fein gemahlenem Hartweizengrieß umschließt eine herzhafte Füllung aus Kartoffeln, frischem Käse, Knoblauch, Minze und Olivenöl.

Zum Rezept
Sa coccoi prena: gefüllte Focaccia aus Sardinien
Vorbereitung 55 Minuten
Kochen / Backen 70 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 100 Minuten
Gesamtzeit ca. 3 Std. 20 Min.
Menge kleine gefüllte Focacce
Gerichtsform und Gerichtsart Fladenbrote
Prägende Zutatenfamilie Kräuter und Gewürze, Milchprodukte, Weizen, Wurzeln und Knollen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Kochen in Flüssigkeit
Geprüfte Rezept-Eignung Vegetarisch (Ei und Milch möglich), Vegetarisch ohne Ei (Milch möglich)

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Kombination aus Weizenmehl und fein gemahlenem Hartweizengrieß ergibt einen elastischen, gut formbaren Teig mit angenehmem Biss.
  • Mehligkochende Kartoffeln verbinden sich mit dem frischen Käse zu einer cremig-lockeren Füllung.
  • Knoblauch, Minze und natives Olivenöl geben der milden Kartoffelbasis ein klares, mediterranes Aroma.
  • Das offene Zentrum lässt die Füllung sichtbar und sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis von knusprigem Rand und saftiger Mitte.

Für Sa coccoi prena wird ein elastischer Hefeteig aus Weizenmehl und Hartweizengrieß zubereitet, ausgerollt und mit einer aromatischen Kartoffel-Käse-Füllung belegt. Die sechs kleinen Focacce werden mit sichtbar bleibender Füllung und einem leicht gezackten Rand geformt und goldbraun gebacken.

Goldbraune, leicht knusprige Ränder umschließen eine weiche, cremige Kartoffel-Käse-Füllung. Die Minze wirkt frisch, der Knoblauch würzig und das Olivenöl rundet den herzhaften Geschmack ab.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig und Füllung

  1. Teig kneten

    100 ml vom lauwarmen Wasser abnehmen und die frische Hefe darin auflösen. Weizenmehl und Hartweizengrieß in der großen Schüssel mischen, Hefewasser und das restliche Wasser zugeben und alles 8 bis 10 Minuten verkneten. Das Salz einarbeiten und weitere 4 bis 5 Minuten kneten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt und elastisch.

    • Das Salz erst nach dem ersten Vermischen von Mehl, Grieß, Wasser und Hefe einarbeiten.
  2. Teig gehen lassen

    Den Teig zu einer Kugel formen, abdecken und an einem zugfreien Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis er deutlich aufgegangen ist.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist deutlich aufgegangen.

    • Die Schüssel gut abdecken, damit die Teigoberfläche nicht austrocknet.
  3. Kartoffeln garen

    Während der Teig geht, die Kartoffeln mit Schale waschen und im Wasser 35 bis 45 Minuten weich kochen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen, pellen und noch warm grob zerdrücken.

    40 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kartoffeln lassen sich leicht einstechen und grob zerdrücken.

    • Die Kartoffeln nicht vollständig auskühlen lassen, bevor sie zerdrückt werden.

    Wichtig: Beim Abgießen und Pellen vorsichtig mit heißem Wasser und Dampf umgehen.

  4. Knoblauchöl zubereiten

    Knoblauch fein hacken. Das Olivenöl in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze erwärmen, den Knoblauch 1 bis 2 Minuten sanft darin ziehen lassen und den Topf vom Herd nehmen. Die Minze fein schneiden und zusammen mit dem aromatisierten Öl unter die Kartoffeln mischen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Knoblauch ist aromatisch, aber nicht gebräunt.

    • Den Knoblauch nur sanft erwärmen, damit er nicht bitter wird.
  5. Füllung fertigstellen und kühlen

    Den Käse zerbröckeln und unter die noch warme, aber nicht mehr heiße Kartoffelmasse heben. Bei der Alternative mit ungesalzenem frischem Ziegenkäse die 2 g Salz einarbeiten. Die Füllung vollständig abkühlen lassen.

    Daran erkennst du es: Die Füllung ist gleichmäßig vermischt und vollständig abgekühlt.

    • Die Füllung darf beim Formen nicht mehr heiß sein, sonst wird der Teig weich und schwer formbar.

Formen und Backen

  1. Focacce formen

    Den Teig in 6 gleich große Stücke teilen und zu Kugeln formen. Jede Kugel auf leicht bemehlter Fläche zu einem etwa 16 cm großen, 3 bis 4 mm dicken Kreis ausrollen. Jeweils ungefähr ein Sechstel der Füllung in die Mitte geben, den Teigrand rundum nach oben ziehen und mit den Fingern zu einem niedrigen, leicht gezackten Rand formen. Die Füllung bleibt in der Mitte sichtbar.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Jede Focaccia hat einen niedrigen Rand und eine sichtbare Füllung in der Mitte.

    • Die Teigkreise gleichmäßig ausrollen, damit die Ränder beim Backen zusammen mit der Mitte gar werden.
  2. Zweite Teigruhe und Vorheizen

    Die sechs Focacce auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und abgedeckt weitere 25 bis 30 Minuten ruhen lassen. Inzwischen den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

    30 Minuten 220 °C

    Daran erkennst du es: Die Teiglinge haben sich während der zweiten Ruhe leicht entspannt und vergrößert.

    • Das Vorheizen während der zweiten Teigruhe erledigt werden lassen, damit der Ofen rechtzeitig heiß ist.

    Wichtig: Beim Öffnen des heißen Backofens vorsichtig vorgehen.

  3. Goldbraun backen

    Das Blech auf der mittleren Schiene 25 bis 30 Minuten backen, bis die Ränder goldbraun sind.

    30 Minuten 220 °C

    Daran erkennst du es: Die Ränder sind goldbraun und der Teig ist durchgebacken.

    • Die Focacce gegen Ende der Backzeit prüfen, da Backöfen unterschiedlich stark bräunen.

    Wichtig: Das Blech nur mit geeignetem Hitzeschutz aus dem Ofen nehmen.

  4. Kurz abkühlen lassen

    Die gebackenen Focacce vor dem Servieren 10 Minuten abkühlen lassen.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Focacce sind lauwarm und lassen sich anschneiden oder aus der Hand essen.

    • Lauwarm kommt die Kartoffel-Käse-Füllung besonders angenehm zur Geltung.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Käseauswahl: Casu ’e fitta, casu axedu und fiscidu sind frische sardische Käse. Frischer Ziegenkäse ist eine milde Alternative; bei ungesalzenem Ziegenkäse die separat angegebene Salzmenge verwenden.
  • Offene Mitte: Die Füllung bleibt in der Mitte sichtbar. Der Teigrand wird nur niedrig nach oben gezogen und nicht vollständig über die Füllung geschlossen.
  • Füllung abkühlen: Die Kartoffelmasse vollständig abkühlen lassen, bevor sie auf den Teig kommt. Eine heiße Füllung erschwert das Formen und kann den Teig weich machen.

Zutatenwissen

Casu ’e fitta und casu axedu

Der frische, leicht säuerliche Schaf- oder Ziegenkäse wird traditionell in Salzlake aufbewahrt. Du findest ihn am ehesten in sardischen Spezialitätenläden, gut sortierten italienischen Feinkostgeschäften oder auf Wochenmärkten mit Käseangebot.

Semola rimacinata

Fein gemahlener Hartweizengrieß unterstützt die elastische Struktur des Teigs und ist im italienischen Lebensmittelhandel häufig als Semola rimacinata erhältlich.

Sinnvolle Alternativen

frischer Ziegenkäse

Die Füllung wird milder und weniger salzig, sofern der Ziegenkäse ungesalzen ist.

Den sardischen Frischkäse durch 100 g frischen Ziegenkäse ersetzen. Bei ungesalzenem Ziegenkäse die separat aufgeführte Salzmenge unter die Kartoffelmasse mischen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Füllung wird heiß auf den Teig gegeben.

Die Füllung vor dem Formen vollständig abkühlen lassen.

Die Füllung kurz weiter abkühlen lassen. Wird der Teig bereits weich, die geformten Focacce vorsichtig auf das Blech setzen und möglichst sofort backen.

Der Knoblauch schmeckt bitter oder ist stark gebräunt.

Das Öl nur bei niedriger Hitze erwärmen und den Knoblauch 1 bis 2 Minuten sanft ziehen lassen.

Bei deutlich bitterem Geschmack das Knoblauchöl neu ansetzen.

Die Ränder werden trocken, während die Mitte noch weich ist.

Alle Kreise auf etwa 3 bis 4 mm Dicke ausrollen und die Füllung gleichmäßig verteilen.

Die Focacce bei gleicher Temperatur etwas länger backen, bis die Ränder goldbraun und der Teig durchgebacken sind.

Die Ränder bleiben blass und wenig knusprig.

Den Ofen während der zweiten Teigruhe vollständig auf 220 °C vorheizen und das Blech auf der mittleren Schiene backen.

Die Focacce einige Minuten weiterbacken und dabei die Bräunung beobachten.

Varianten

Mildere Ziegenkäse-Füllung

Für eine mildere Variante den sardischen Frischkäse durch frischen Ziegenkäse ersetzen und die Füllung bei Bedarf mit der separat angegebenen Salzmenge abschmecken.

Servieren und kombinieren

  • Lauwarm servieren: Sa coccoi prena 10 Minuten abkühlen lassen und lauwarm servieren. So bleibt die Füllung weich und aromatisch, während die Ränder noch leicht knusprig sind.
  • Bei Zimmertemperatur servieren: Die kleinen Focacce können auch bei Zimmertemperatur als handliches, gefülltes Brotstück serviert werden.

Allergene und Nährwerte

  • Weizen und Gluten: enthält · Weizenmehl und Hartweizengrieß sind Bestandteile des Teigs.
  • Milch: enthält · Die Füllung enthält frischen Käse; auch die genannte Ziegenkäse-Alternative ist ein Milchprodukt.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Welcher Käse eignet sich für Sa coccoi prena?

Am besten eignen sich casu ’e fitta, casu axedu oder fiscidu. Alternativ kannst du 100 g frischen Ziegenkäse verwenden.

Muss ich bei frischem Ziegenkäse zusätzlich Salz verwenden?

Nur bei ungesalzenem frischem Ziegenkäse werden die separat aufgeführten 2 g Salz in die Kartoffelmasse eingearbeitet.

Warum muss die Füllung abkühlen?

Die Kartoffel-Käse-Füllung sollte vollständig abgekühlt sein, bevor sie auf den Teig kommt. So lässt sich der Teig leichter formen und bleibt stabil.

Wie wird Sa coccoi prena serviert?

Die kleinen gefüllten Focacce schmecken lauwarm oder bei Zimmertemperatur.

Aus unserer Küche

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