Menge1 großer Ring in einer 28-cm-Form, etwa 10–12 Scheiben
Gerichtsform und GerichtsartSüße Teiggebäcke
Prägende ZutatenfamilieKräuter und Gewürze, Nüsse und Samen, Obst, Weizen, Zucker und Süßungsmittel
Prägende ZubereitungsverfahrenBacken, Einweichen, Quellenlassen und Wässern
Geprüfte Rezept-EignungVegetarisch (Ei und Milch möglich)
AnlasskontextFeierlicher Anlass, Ritueller oder religiöser Anlass
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Was dieses Rezept zuverlässig macht
Der weich-elastische Hefeteig erhält durch die lange erste und zweite Gehzeit eine lockere, aromatische Krume.
Rosinen, kandierter Cedro, Pinienkerne und Anissamen verbinden fruchtige Süße, feine Bitternoten, nussigen Biss und warmes Gewürzaroma.
Die Ringform mit fünf Einschnitten sorgt für die typische Optik und eine gleichmäßige, kräftige Bräunung.
Das Bestreichen mit Eigelb verleiht der Oberfläche einen appetitlichen goldbraunen Glanz.
Der Torcolo di San Costanzo ist ein rustikales süßes Hefegebäck aus Perugia in Umbrien. Der ringförmige Teig wird mit Rosinen, kandiertem Cedro, Pinienkernen und Anissamen aromatisiert und traditionell zur Feier des heiligen Costanzo am 29. Januar gebacken. Die fünf schrägen Einschnitte auf der Oberfläche gehören zur klassischen Form. Diese Hausküchenfassung ergibt einen großen Ring mit etwa 10–12 Scheiben.
Außen kräftig goldbraun und leicht glänzend, innen weich und brotähnlich. Rosinen und Cedro bringen fruchtige Süße, Pinienkerne sorgen für nussigen Biss, während Anissamen ein warmes, charakteristisches Aroma ergänzen.
Schritt für Schritt
Zubereitung
Teig vorbereiten und erste Gehzeit
1
Rosinen einweichen
Die Rosinen mit dem warmen Wasser übergießen und etwa 15 Minuten quellen lassen. Anschließend abtropfen lassen und gründlich ausdrücken. Den kandierten Cedro in kleine Würfel schneiden.
15 Minuten
Die Rosinen vor dem Einkneten gut ausdrücken, damit der Teig nicht unnötig feucht wird.
2
Grundteig kneten
Mehl und Salz in die große Schüssel geben. Die Hefe in einem Teil des lauwarmen Wassers auflösen, zum Mehl geben und mit dem restlichen Wasser zu einem weichen, brotähnlichen Teig verkneten. Den Teig 5–7 Minuten bearbeiten, bis er glatt und elastisch ist.
7 Minuten
Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt und elastisch.
Das Wasser portionsweise zugeben, damit der Teig weich bleibt, aber nicht unnötig flüssig wird.
3
Teig gehen lassen
Die Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen, zugfreien Ort 3–4 Stunden gehen lassen, bis er sich ungefähr verdoppelt hat.
3 Std. 30 Min.
Daran erkennst du es: Der Teig hat sich ungefähr verdoppelt.
Die Gehzeit hängt von der Raumtemperatur ab. Maßgeblich ist die sichtbare Volumenzunahme, nicht allein die Uhrzeit.
4
Aromen einkneten
Den gegangenen Teig auf die Arbeitsfläche geben. Olivenöl, Zucker, ausgedrückte Rosinen, Cedro, Pinienkerne und Anissamen hinzufügen. Alles mindestens 10 Minuten gründlich verkneten, bis die Zutaten gleichmäßig verteilt sind.
10 Minuten
Daran erkennst du es: Die Einlagen sind gleichmäßig im Teig verteilt.
Die Einlagen zunächst locker verteilen und dann gründlich unterarbeiten, damit der Ring später gleichmäßig aromatisiert ist.
Formen und zweite Gehzeit
1
Form vorbereiten und Ring formen
Die 28-cm-Form mit der Butter ausstreichen und mit dem Mehl ausstäuben. Den Teig zu einem Ring formen, in die vorbereitete Form legen und die Enden sauber zusammendrücken.
8 Minuten
Daran erkennst du es: Die Enden sind geschlossen und der Ring liegt gleichmäßig in der Form.
Die Nahtstelle gut verschließen, damit der Ring beim Aufgehen nicht auseinandergeht.
2
Ring erneut gehen lassen
Den Ring erneut abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort 2–3 Stunden gehen lassen, bis er sichtbar aufgegangen ist.
2 Std. 30 Min.
Daran erkennst du es: Der Ring ist sichtbar aufgegangen.
Den Ring nicht an einen zugigen Ort stellen, damit die Oberfläche nicht austrocknet.
Bestreichen, Backen und Abkühlen
1
Ofen vorheizen und Ring einschneiden
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Eigelb verquirlen und die Oberfläche des Teigrings damit bestreichen. Mit einem scharfen Messer fünf schräge, flache Einschnitte in die Oberfläche setzen.
10 Minuten180 °C
Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist gleichmäßig mit Eigelb bestrichen und trägt fünf flache Einschnitte.
Die Einschnitte nur flach setzen, damit die charakteristische Form erhalten bleibt.
Wichtig: Beim Öffnen des vorgeheizten Backofens auf austretende Hitze achten.
2
Torcolo backen
Den Torcolo auf der mittleren Schiene 40–45 Minuten backen. Die Oberfläche soll kräftig goldbraun sein. Falls sie zu schnell bräunt, den Ring locker mit Backpapier abdecken.
45 Minuten180 °C
Daran erkennst du es: Die Oberfläche ist kräftig goldbraun.
Die Backfarbe gegen Ende beobachten und das Backpapier nur locker auflegen, damit die Oberfläche nicht anliegt.
Wichtig: Beim Abdecken und Herausnehmen vorsichtig mit der heißen Form und dem heißen Backofen umgehen.
3
Abkühlen lassen
Den Torcolo 10 Minuten in der Form abkühlen lassen. Anschließend vorsichtig herauslösen und auf einem Kuchengitter mindestens 30 Minuten weiter abkühlen lassen.
40 Minuten
Daran erkennst du es: Der Ring lässt sich lösen und ist vor dem Anschneiden deutlich abgekühlt.
Das vollständige Abkühlen stabilisiert die Krume und erleichtert das Schneiden.
Wichtig: Die Form ist direkt nach dem Backen heiß; beim Herauslösen Topflappen verwenden.
Gut zu wissen
Hinweise zum Rezept
Volumen statt Uhrzeit beachten: Bei beiden Gehzeiten ist der sichtbare Aufgang des Teigs entscheidend. Je nach Raumtemperatur kann die tatsächliche Dauer innerhalb des angegebenen Zeitfensters variieren.
Fünf Einschnitte gehören zur Form: Die fünf schrägen, flachen Einschnitte sind ein charakteristisches Merkmal des Torcolo di San Costanzo.
Oberfläche bei Bedarf abdecken: Wenn der Ring im Ofen zu schnell bräunt, schützt locker aufgelegtes Backpapier die Oberfläche während der restlichen Backzeit.
Vor dem Anschneiden auskühlen lassen: Die Abkühlzeit auf dem Kuchengitter sollte eingehalten werden, damit sich die Krume setzt und der Ring sauber geschnitten werden kann.
Zutatenwissen
Kandierter Cedro
Kandierte Zitronatzitronenschale ist in italienischen Feinkostläden, gut sortierten Backabteilungen und häufig online erhältlich. Orangeat kann verwendet werden, schmeckt jedoch süßer und orangiger und bringt nicht die leicht herbe Cedro-Note mit.
Anissamen
Ganze Anissamen gibt es in Gewürzläden, Apotheken mit Gewürzsortiment und gut sortierten Supermärkten. Fenchelsamen sind eine mögliche Alternative, schmecken aber deutlich kräuteriger und weniger warm-süß.
Rosinen vorbereiten
Die Rosinen nach dem Einweichen gründlich ausdrücken. So bleibt die Einlage saftig, ohne den Teig durch zusätzliches Wasser unnötig zu verflüssigen.
Sinnvolle Alternativen
Orangeat
Das Gebäck wird süßer und erhält ein deutlicheres Orangenaroma; die leicht herbe Cedro-Note fehlt.
Den kandierten Cedro durch Orangeat ersetzen und dieses ebenfalls in kleine Würfel schneiden.
Fenchelsamen
Das Aroma wird deutlich kräuteriger und weniger warm-süß als mit Anissamen.
Die Anissamen durch Fenchelsamen ersetzen und diese direkt mit den übrigen Einlagen in den Teig kneten.
Typische Fehler und ihre Lösung
Der Torcolo bleibt kompakt und geht im Ofen nur wenig auf.
Den Teig jeweils bis zur sichtbaren Volumenzunahme gehen lassen und ihn an einem warmen, zugfreien Ort abdecken.
Wenn die zweite Gehzeit noch nicht beendet ist, den Ring weiter ruhen lassen, bis er sichtbar aufgegangen ist.
Der Teig wirkt nach dem Einkneten ungewöhnlich weich und schwer formbar.
Die Rosinen nach dem Abtropfen gut ausdrücken, bevor sie in den Teig kommen.
Den Teig kurz ruhen lassen und anschließend vorsichtig weiterkneten; zusätzliches Mehl nicht unüberlegt einarbeiten.
Der Ring öffnet sich an der Nahtstelle.
Die Enden sorgfältig verbinden und die Naht vor der zweiten Gehzeit prüfen.
Eine noch nicht gebackene Nahtstelle vorsichtig wieder zusammendrücken und den Ring weitergehen lassen.
Die Oberfläche wird dunkel, bevor der Torcolo vollständig gebacken ist.
Die Backfarbe während der letzten Minuten beobachten.
Den Ring locker mit Backpapier abdecken und die Backzeit fortsetzen.
Die Scheiben wirken beim Schneiden klebrig oder instabil.
Den Torcolo nach dem Herauslösen mindestens 30 Minuten auf dem Kuchengitter abkühlen lassen.
Die restlichen Stücke weiter abkühlen lassen, bevor sie geschnitten werden.
Servieren und kombinieren
Zum Frühstück: Den vollständig abgekühlten Torcolo in Scheiben schneiden und als süßes Hefegebäck zum Frühstück servieren.
Zum Festtagstisch: Den Ring als auffälliges süßes Gebäck auf dem Festtagstisch anschneiden und die Scheiben gemeinsam servieren.
Allergene und Nährwerte
Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Weizenmehl ist Bestandteil des Teigs und wird zusätzlich zum Ausstäuben der Form verwendet.
Milch: enthält · Butter wird zum Ausstreichen der Form verwendet.
Ei: enthält · Eigelb wird zum Bestreichen der Oberfläche verwendet.
Schalenfrüchte (Pinienkerne): enthält · Pinienkerne sind als Einlage im Teig enthalten.
Häufig gefragt
Fragen zum Rezept
Wie groß wird der Torcolo di San Costanzo?
Die Rezeptmenge ergibt einen großen Ring für eine Form mit 28 cm Durchmesser und etwa 10–12 Scheiben.
Woran erkenne ich, dass der Teig ausreichend gegangen ist?
Nach der ersten Gehzeit sollte sich der Teig ungefähr verdoppelt haben. Nach der zweiten Gehzeit sollte der geformte Ring sichtbar aufgegangen sein.
Was kann ich statt kandiertem Cedro verwenden?
Orangeat eignet sich als Ersatz in gleicher Menge. Das Gebäck wird dadurch süßer und orangiger, während die leicht herbe Cedro-Note fehlt.
Kann ich Anissamen ersetzen?
Fenchelsamen sind eine mögliche Alternative in gleicher Menge. Ihr Aroma ist jedoch deutlich kräuteriger und weniger warm-süß.
Warum wird der Torcolo mit fünf Einschnitten versehen?
Die fünf schrägen, flachen Einschnitte gehören zur klassischen Form des Torcolo di San Costanzo.
Was mache ich, wenn die Oberfläche zu schnell bräunt?
Den Ring locker mit Backpapier abdecken und die Backzeit fortsetzen, bis die Oberfläche kräftig goldbraun ist.
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