Friciule

Herzhafte Fritti aus dem Piemont

Knusprige piemontesische Frittelle aus dünn ausgerolltem Hefeteig, goldbraun frittiert und warm mit Lardo und luftgetrocknetem Schinken serviert.

Zum Rezept
Friciule: knusprige Frittelle aus dem Piemont
Vorbereitung 30 Minuten
Kochen / Backen 20 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 2 Stunden
Gesamtzeit ca. 2 Std. 50 Min.
Menge ca. 16 Stück für 4 Personen
Gerichtsform und Gerichtsart Fladenbrote
Prägende Zutatenfamilie Fleisch, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Fermentieren, Frittieren
Verzehrkontext Zwischenmahlzeit

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die lange Gehzeit gibt dem Hefeteig eine luftige Struktur und sorgt dafür, dass die Friciule beim Frittieren schön aufblähen.
  • Das dünne Ausrollen und die kurze Garzeit erzeugen einen knusprigen Rand, während das Innere leicht und weich bleibt.
  • Lardo und luftgetrockneter Schinken ergänzen die neutral-herzhafte Teigbasis mit cremiger beziehungsweise würziger Fleischigkeit.
  • Das portionsweise Frittieren hält die Öltemperatur stabil und lässt die Friciule gleichmäßig goldbraun werden.

Friciule sind herzhafte piemontesische Frittelle aus einem einfachen Hefeteig. Nach einer etwa zweistündigen Gehzeit wird der Teig dünn ausgerollt, in kleine Rauten oder Rechtecke geschnitten und bei 180 °C frittiert. Warm serviert passen die luftigen, goldbraunen Teigstücke besonders gut zu Lardo oder luftgetrocknetem Schinken.

Außen sind die Friciule knusprig, luftig und goldbraun, innen zart und leicht hohl. Dazu kommen die cremig-würzige Schmelzigkeit des Lardo und das kräftige Aroma des luftgetrockneten Schinkens.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig und Ruhezeit

  1. Hefe auflösen

    50 ml vom lauwarmen Wasser abnehmen und die frische Hefe darin vollständig auflösen. Das Weizenmehl in die große Rührschüssel geben, in der Mitte eine Mulde formen und die Hefemischung hineingießen.

    5 Minuten
    • Das Wasser nur lauwarm verwenden, damit die Hefe aktiv bleibt.
  2. Teig kneten

    Das restliche Wasser nach und nach einarbeiten. Olivenöl und Salz hinzufügen und den Teig zunächst in der Schüssel, anschließend auf der Arbeitsfläche 8 bis 10 Minuten kneten, bis er glatt und elastisch ist.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt, elastisch und löst sich weitgehend von der Arbeitsfläche.

    • Das Wasser portionsweise zugeben, damit der Teig nicht unnötig weich wird.
  3. Teig gehen lassen

    Den Teig zu einer Kugel formen, in die Schüssel zurücklegen und abgedeckt an einem zugfreien Ort etwa 2 Stunden gehen lassen, bis er sich ungefähr verdoppelt hat.

    2 Stunden

    Daran erkennst du es: Das Teigvolumen hat sich ungefähr verdoppelt.

    • Die Schüssel während der Gehzeit abdecken, damit die Teigoberfläche nicht austrocknet.

Ausrollen und Frittieren

  1. Ausrollen und schneiden

    Den gegangenen Teig auf der Arbeitsfläche etwa 5 mm dick ausrollen und in ungefähr 16 Rauten oder Rechtecke von etwa 7 cm Länge schneiden. Die Teigstücke bis zum Frittieren mit einem Tuch abdecken.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Teigstücke sind annähernd gleich groß und gleich dünn.

    • Gleichmäßig dünne Stücke garen besonders gleichmäßig und blähen schön auf.
  2. Friciule frittieren

    Das Erdnussöl in einem hohen Topf oder einer tiefen Pfanne auf 180 °C erhitzen. Die Friciule portionsweise einlegen, damit die Temperatur nicht stark abfällt, und pro Seite etwa 1 bis 2 Minuten frittieren, bis sie aufgebläht und goldbraun sind.

    20 Minuten 180 °C

    Daran erkennst du es: Die Teigstücke sind aufgebläht und auf beiden Seiten goldbraun.

    • Nicht zu viele Teigstücke gleichzeitig in das Öl geben, damit die Temperatur stabil bleibt.

    Wichtig: Heißes Öl niemals unbeaufsichtigt lassen und die Teigstücke vorsichtig einlegen, um Spritzer zu vermeiden.

Abtropfen und Servieren

  1. Warm servieren

    Die Friciule mit einer Schaumkelle herausheben und kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen. Noch warm mit dünn geschnittenem Lardo und luftgetrocknetem Schinken servieren.

    5 Minuten

    Daran erkennst du es: Das überschüssige Öl ist kurz abgetropft, die Friciule sind noch warm.

    • Lardo und Schinken erst kurz vor dem Servieren auflegen, damit sie ihr Aroma und ihre Textur behalten.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Gehzeit einplanen: Die etwa zweistündige Gehzeit ist entscheidend für die luftige Struktur der Friciule. Der Teig sollte sich ungefähr verdoppeln, bevor er ausgerollt wird.
  • In Chargen frittieren: Die Friciule portionsweise frittieren. So fällt die Temperatur des Erdnussöls nicht stark ab und die Teigstücke werden gleichmäßig goldbraun.
  • Direkt servieren: Friciule schmecken am besten noch warm, wenn die Oberfläche knusprig und das Innere luftig ist.

Zutatenwissen

Lardo finden

Lardo ist ein weich gereifter, luftgetrockneter Speck. Du findest ihn in italienischen Feinkostläden, gut sortierten Metzgereien oder an der Frischetheke.

Sinnvolle Alternativen

ungeräucherte Pancetta

Die Friciule schmecken dadurch fleischiger und weniger cremig.

Den Lardo durch sehr dünn geschnittene ungeräucherte Pancetta ersetzen und diese direkt zu den warmen Friciule servieren.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Friciule werden blass und nehmen viel Öl auf.

Die Friciule portionsweise frittieren und zwischen den Chargen warten, bis das Öl wieder heiß ist.

Die nächste Charge in kleinerer Menge frittieren und die bereits gegarten Stücke kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Die Friciule bleiben kompakt und blähen sich kaum auf.

Die vollständige Gehzeit einhalten und den Teig erst ausrollen, wenn er sichtbar aufgegangen ist.

Bei noch ungeformtem Teig die Gehzeit verlängern, bis sich das Volumen ungefähr verdoppelt hat.

Die Außenseite wird schnell dunkel, während das Innere noch teigig ist.

Den Teig gleichmäßig dünn ausrollen und möglichst gleich große Stücke schneiden.

Die restlichen Stücke dünner ausrollen und die bereits frittierten Stücke nicht weiterbräunen.

Servieren und kombinieren

  • Klassisch mit Lardo und Schinken: Die Friciule noch warm mit dünn geschnittenem Lardo und luftgetrocknetem Schinken servieren. Der cremige Lardo und der würzige Schinken setzen einen kräftigen Kontrast zum knusprigen Hefeteig.
  • Als herzhafte Zwischenmahlzeit: Die warmen Friciule eignen sich als unkomplizierter piemontesischer Snack für eine herzhafte Zwischenmahlzeit.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Das Rezept enthält Weizenmehl.
  • Erdnüsse: enthält · Zum Frittieren wird Erdnussöl verwendet.

Lebensmittelsicherheit

  • Heißes Frittieröl: Das Erdnussöl während des Erhitzens und Frittierens nicht unbeaufsichtigt lassen. Die Teigstücke vorsichtig portionsweise einlegen und Spritzschutz durch langsames Arbeiten vermeiden.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was sind Friciule?

Friciule sind herzhafte piemontesische Frittelle aus dünn ausgerolltem Hefeteig. Sie werden in kleine Rauten oder Rechtecke geschnitten, frittiert und warm serviert.

Wie dünn sollte der Teig ausgerollt werden?

Der Teig sollte etwa 5 mm dick sein. So werden die Friciule außen knusprig und können sich beim Frittieren luftig aufblähen.

Womit werden Friciule serviert?

Traditionell werden sie warm mit dünn geschnittenem Lardo und luftgetrocknetem Schinken serviert.

Kann ich Lardo ersetzen?

Ja. Sehr dünn geschnittene ungeräucherte Pancetta ist eine mögliche Alternative. Sie schmeckt fleischiger und weniger cremig als Lardo.

Aus unserer Küche

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