Panettone aus der Lombardei

Festtags-Hefegebäck aus der Lombardei

Ein hoher, weicher lombardischer Festtagskuchen mit Rosinen, kandierter Orange, kandierter CedroKandierte Cedro-Schale ist häufig in italienischen Feinkostgeschäften und zur Weihnachtszeit in gut sortierten Supermärkten erhältlich.-Schale, Butter und Vanille. Die vereinfachte Hausversion arbeitet mit frischer Hefe und einer langen, mehrstufigen Führung.

Zum Rezept
Panettone aus der Lombardei
Vorbereitung 105 Minuten
Kochen / Backen 50 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 37 Stunden
Gesamtzeit ca. 37 Std. 50 Min.
Menge 1 Panettone
Gerichtsform und Gerichtsart Kuchen und süßes Feingebäck in Kuchenform
Prägende Zutatenfamilie Eier, Milchprodukte, Obst, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen
Geprüfte Rezept-Eignung Vegetarisch (Ei und Milch möglich)
Anlasskontext Feierlicher Anlass

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die mehrstufige Hefeführung entwickelt Aroma und unterstützt die lockere, faserige Krume.
  • Das portionsweise Einarbeiten von Ei, Zucker und weicher Butter hält den Teig elastisch und verhindert eine instabile Emulsion.
  • Das sorgfältige Trocknen der Sultaninen schützt den Teig vor überschüssiger Feuchtigkeit.
  • Die Endgare in der Papierform und das kopfüber erfolgende Auskühlen stabilisieren die hohe Kuppelform.

Panettone ist ein aromatischer lombardischer Festtagskuchen mit zarter, faseriger Krume und typischer Kuppelform. Diese Hausversion mit frischer Hefe ist bewusst als vereinfachte Backversion angelegt und nicht als unverändertes Pasticceria-Original. Der Teig durchläuft mehrere Ruhe- und Gehphasen, wird in einer Papierform gebacken und anschließend kopfüber ausgekühlt, damit die Kuppel stabil bleibt.

Der Panettone ist hoch und kuppelförmig, außen goldbraun und innen weich, elastisch und faserig. Rosinen sowie kandierte Orange und Cedro sorgen für fruchtige Süße, während Butter und Vanille ein rundes, warmes Aroma geben.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Aromamischung und Vorteig

  1. Aroma und Sultaninen vorbereiten

    Am Vorabend Akazienhonig, Orangen- und Zitronenabrieb sowie das Vanillemark verrühren, abdecken und bei Raumtemperatur stehen lassen. Die SultaninenGroße, helle und meist kernlose getrocknete Weinbeeren mit süßem, mildem Aroma. 30 Minuten in warmem Wasser einweichen, abspülen, erneut mit Wasser bedecken und weitere 3–4 Stunden quellen lassen. Danach gut abtropfen lassen, vorsichtig ausdrücken und auf einem sauberen Tuch vollständig trocknen lassen.

    4 Stunden

    Daran erkennst du es: Die Sultaninen sind vollständig abgetropft und außen trocken.

    • Die Sultaninen erst in den Teig geben, wenn sie wirklich trocken sind.
    • Die Aromamischung abgedeckt stehen lassen, damit die Düfte nicht entweichen.
  2. Biga ansetzen und reifen lassen

    Manitoba-MehlManitoba-Mehl ist ein backstarkes Weizenmehl., Vollmilch und zerbröckelte frische Hefe zu einem groben, festen Teig verkneten. Abdecken und 1 Stunde bei etwa 20 °C stehen lassen. Anschließend 12 Stunden im Kühlschrank reifen lassen.

    13 Stunden 20 °C

    Daran erkennst du es: Der Vorteig ist gereift und kann nach der Kühlschrankphase weiterverarbeitet werden.

    • Der Biga bleibt fest und grob; er muss in dieser Stufe nicht glatt ausgeknetet werden.

Erster und zweiter Teig

  1. Ersten Teig auskneten

    Den Vorteig mit Manitoba-Mehl, Type-00-Mehl und frischer Hefe in der Küchenmaschine mit Knethaken langsam verkneten. Das verquirlte Ei portionsweise einarbeiten. Sobald der Teig glatter wird, den Zucker nach und nach zugeben. Danach die weiche Butter in kleinen Portionen einarbeiten und jeweils vollständig aufnehmen lassen. Der Teig soll elastisch und glänzend sein und sich nicht deutlich erwärmen.

    25 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist elastisch, glänzend und zusammenhängend.

    • Die Flüssigkeit und Butter langsam einarbeiten, damit der Teig emulgiert.
    • Bei deutlicher Erwärmung die Maschine kurz anhalten.
  2. Ersten Teig reifen lassen

    Den ersten Teig in eine hohe, leicht durchsichtige Schüssel geben, die Ausgangshöhe markieren und abdecken. 1 Stunde bei 26–28 °C anspringen lassen, danach 12 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

    13 Stunden 27 °C

    Daran erkennst du es: Der Teig hat seine Reifephase abgeschlossen und kann nach dem Temperieren weiterverarbeitet werden.

    • Die Markierung hilft, die Volumenentwicklung zu beobachten.
    • Die Kühlphase ist Teil der langen, mehrstufigen Führung.
  3. Zweiten Teig fertigstellen

    Den ersten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und 2 Stunden bei Raumtemperatur temperieren lassen. Anschließend mit Type-00-Mehl, frischer Hefe und der Aromamischung langsam verkneten. Ei und Eigelb portionsweise einarbeiten, danach Zucker und Salz zugeben. Die weiche Butter in kleinen Portionen einarbeiten. Erst wenn der Teig glatt, elastisch und gut ausgeknetet ist, Sultaninen und kandierte Zitrusschalen kurz auf niedrigster Stufe unterarbeiten.

    2 Std. 30 Min.

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt, elastisch und gut ausgeknetet; Früchte und Sultaninen sind gleichmäßig verteilt.

    • Die Früchte erst ganz am Ende kurz unterarbeiten, damit sie den Teig nicht zerreißen.
    • Nicht weiterkneten als nötig, nachdem die Früchte gleichmäßig verteilt sind.

Rundwirken und Endgare

  1. Teig rundwirken und in die Form setzen

    Den Teig abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen. Auf einer sauberen, nicht bemehlten Arbeitsfläche mit leicht feuchten Händen rundwirken, bis eine straffe Kugel entsteht. 15 Minuten entspannen lassen, dann nochmals rundwirken und mit der glatten Seite nach oben in die Papierform setzen.

    45 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Teigkugel ist straff und liegt mit glatter Oberfläche in der Papierform.

    • Eine leicht feuchte Arbeitsfläche und feuchte Hände verhindern Ankleben ohne zusätzliches Mehl.
    • Nicht bemehlen, da zusätzliches Mehl die Teigoberfläche verändern kann.
  2. In der Papierform gehen lassen

    Die Form abdecken und den Teig bei 26–28 °C etwa 3–5 Stunden gehen lassen. Er ist bereit, wenn die Oberfläche ungefähr 1–2 cm unter dem Rand steht. In der letzten Stunde die Abdeckung entfernen, damit sich eine dünne Haut bildet.

    5 Stunden 27 °C

    Daran erkennst du es: Die Oberfläche steht ungefähr 1–2 cm unter dem Rand und hat eine dünne Haut gebildet.

    • Die Teighöhe ist aussagekräftiger als eine starre Zeitangabe.
    • Die Oberfläche vor dem Einschneiden leicht antrocknen lassen.

Backen und kopfüber Auskühlen

  1. Panettone einschneiden und backen

    Den Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Rost in die untere Hälfte setzen. Die Oberfläche mit einem scharfen Messer kreuzförmig einschneiden und 5 g Butter in den Schnitt setzen. Den Panettone 45–50 Minuten backen. Wird die Oberfläche nach etwa 30 Minuten zu dunkel, die Temperatur auf 160 °C reduzieren und den Panettone locker mit Aluminiumfolie abdecken. Die Mitte sollte etwa 92 °C erreichen; alternativ einen langen Holzspieß hineinstechen, der trocken herauskommen soll.

    50 Minuten 170 °C

    Daran erkennst du es: Die Mitte erreicht etwa 92 °C oder ein langer Holzspieß kommt trocken heraus.

    • Das Rost in die untere Hälfte einsetzen, damit die Kuppel ausreichend Abstand zur Oberhitze behält.
    • Die Folie nur locker auflegen, damit die Oberfläche nicht beschädigt wird.

    Wichtig: Beim Einschneiden und beim Herausnehmen aus dem heißen Backofen vorsichtig arbeiten.

  2. Sofort kopfüber auskühlen

    Den Panettone sofort aus dem Ofen nehmen. Zwei lange Metallspieße oder stabile Holzstäbe knapp oberhalb des Bodens waagerecht durchstechen. Den Kuchen kopfüber zwischen zwei hohen Gefäßen aufhängen und mindestens 3 Stunden vollständig auskühlen lassen. Danach aufrecht stellen und erst anschneiden, wenn die Krume stabil ist.

    3 Stunden

    Daran erkennst du es: Der Panettone ist vollständig ausgekühlt und die Krume bleibt beim Aufrichten stabil.

    • Die Spieße knapp oberhalb des Bodens durchstechen, damit der Kuchen sicher hängt.
    • Die Kuppel während des vollständigen Auskühlens nicht belasten.

    Wichtig: Die Spieße nur in den heißen Kuchen einführen und den aufgehängten Kuchen standsicher positionieren.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Mehrstufige Führung einplanen: Die Gesamtzeit verteilt sich auf Aromatisieren, Vorteig, zwei Teigstufen, Kühlschrankphasen, Endgare und kopfüberes Auskühlen. Am besten am Vorabend beginnen.
  • Teig nicht überhitzen: Der Teig soll beim Kneten elastisch und glänzend werden, sich aber nicht deutlich erwärmen. Bei Bedarf die Maschine kurz anhalten.
  • Sultaninen vollständig trocknen: Überschüssiges Wasser aus den Sultaninen kann die Teigstruktur schwächen. Nach dem Einweichen gut abtropfen lassen, ausdrücken und auf einem sauberen Tuch trocknen.
  • Kopfüber auskühlen: Das sofortige Aufhängen verhindert, dass die hohe Kuppel beim Abkühlen zusammensinkt. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.

Zutatenwissen

Manitoba-Mehl

Das backstarke Mehl ist in italienischen Spezialitätenläden, gut sortierten Supermärkten oder im Onlinehandel erhältlich. Backstarkes Weizenmehl Type 550 ist eine mögliche Alternative; der Teig kann damit etwas weniger dehnbar werden.

Kandierte Cedro-Schale

Kandierte Cedro-Schale ist häufig in italienischen Feinkostgeschäften und zur Weihnachtszeit in gut sortierten Supermärkten erhältlich. Kandierte Zitronenschale ist eine sinnvolle Alternative, schmeckt aber etwas spitzer und weniger floral.

Sultaninen vor dem Einlegen abwiegen

Die angegebene Menge wird vor dem Einweichen gewogen. Nach dem Einweichen müssen die Sultaninen gründlich abtropfen und vollständig trocknen.

Sinnvolle Alternativen

Backstarkes Weizenmehl Type 550

Der Teig kann etwas weniger dehnbar werden und eine geringfügig andere Krume entwickeln.

Manitoba-Mehl in beiden Rezeptstufen durch backstarkes Weizenmehl Type 550 ersetzen und die Teigkonsistenz während des Knetens beobachten.

Kandierte Zitronenschale

Das Aroma wird etwas spitzer und weniger floral.

Die kandierte Cedro-Schale im zweiten Teig durch 20 g kandierte Zitronenschale ersetzen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig wird durch die Sultaninen weich und instabil.

Sultaninen nach dem Quellen ausdrücken und auf einem sauberen Tuch vollständig trocknen lassen.

Wenn der Teig noch nicht in der Form ist, kurz weiterkneten und die Früchte gleichmäßig verteilen; kein zusätzliches Mehl einarbeiten.

Der Teig bleibt schmierig und entwickelt keine elastische Struktur.

Zucker und Butter portionsweise erst nach und nach zugeben; jede Portion vollständig aufnehmen lassen.

Die Maschine kurz anhalten, den Teig abkühlen lassen und anschließend langsam weiterkneten.

Die Kuppel bleibt niedrig und die Krume wird dicht.

Die Endgare an der Teighöhe beurteilen: Die Oberfläche soll etwa 1–2 cm unter dem Rand stehen.

Bei noch ungebackenem Teig die Endgare verlängern und die Oberfläche weiter beobachten.

Die Oberfläche bräunt stark, bevor die Mitte gar ist.

Das Rost in die untere Hälfte setzen und bei zu starker Bräunung nach etwa 30 Minuten auf 160 °C reduzieren und locker abdecken.

Den Panettone locker mit Aluminiumfolie abdecken und bis zum Erreichen der Garprobe weiterbacken.

Die Kuppel sinkt beim Abkühlen ein.

Unmittelbar nach dem Backen durchstechen, aufhängen und mindestens 3 Stunden vollständig auskühlen lassen.

Varianten

Mit kandierter Zitronenschale

Eine zugänglichere Variante mit einem etwas spitzeren, weniger floralen Zitrusaroma.

Orangenbetonte Variante

Eine fruchtigere Version mit stärkerem Orangenaroma.

Rosinenbetonte Variante

Eine Variante mit mehr Sultaninen und entsprechend stärkerer Fruchtsüße.

Servieren und kombinieren

  • Pur in Scheiben: Den vollständig ausgekühlten Panettone aufrecht stellen, in Scheiben schneiden und pur servieren. So kommen die faserige Krume, Butter, Vanille und kandierten Früchte am klarsten zur Geltung.
  • Zu Kaffee oder Tee: Die Scheiben passen zu Kaffee, Espresso oder Tee und eignen sich als süßes Gebäck am Nachmittag.
  • Leicht geröstete Scheiben: Ältere Scheiben können kurz angeröstet und warm serviert werden. Die knusprige Oberfläche ergänzt die weiche, aromatische Krume.

Planen und Reste genießen

Vorbereiten

Die Aromamischung, Sultaninen und der Vorteig werden am Vorabend vorbereitet. Die lange Führung ist Bestandteil des Rezepts; den fertigen Panettone nach dem vollständigen Auskühlen luftdicht verpacken.

Aufbewahren

Den vollständig ausgekühlten Panettone bei Raumtemperatur luftdicht verpackt lagern. Vor dem Verpacken muss er vollständig ausgekühlt sein, damit sich kein Kondenswasser bildet.

Bei sichtbarem Schimmel, ungewöhnlichem Geruch oder feuchter, verdorbener Krume nicht mehr verzehren.

Aufwärmen

  • Backofen: Einzelne Scheiben auf ein Blech legen und kurz im vorgeheizten Backofen erwärmen. Nicht zu lange erhitzen, damit die Krume nicht austrocknet.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide: enthält · Enthalten durch Manitoba-Weizenmehl und Weizenmehl Type 00.
  • Eier: enthält · Enthalten durch Ei und Eigelb.
  • Milch: enthält · Enthalten durch Vollmilch und Butter.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Warum muss der Panettone kopfüber auskühlen?

Die hohe, weiche Kuppel kann beim Abkühlen zusammensinken. Das sofortige Aufhängen stabilisiert die Form, bis die Krume vollständig fest geworden ist.

Wann darf der Panettone angeschnitten werden?

Er sollte mindestens 3 Stunden kopfüber vollständig auskühlen und anschließend aufrecht stehen, bevor er angeschnitten wird.

Kann ich Manitoba-Mehl ersetzen?

Ja. Als Alternative eignet sich ein backstarkes Weizenmehl Type 550. Der Teig kann damit etwas weniger dehnbar werden.

Was kann ich statt kandierter Cedro-Schale verwenden?

Kandierte Zitronenschale ist eine sinnvolle Alternative. Sie schmeckt etwas spitzer und weniger floral als Cedro.

Aus unserer Küche

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