Pane Casareccio di Genzano

Rustikaler Brotlaib aus dem Latium

Rustikaler Sauerteiglaib aus Genzano di Roma im Latium mit kräftiger Cruschello-Kruste, heller elastischer Krume und hoher Anfangshitze gebacken.

Zum Rezept
Pane Casareccio di Genzano: rustikaler Laib aus dem Latium
Vorbereitung 35 Minuten
Kochen / Backen 55 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 7 Std. 45 Min.
Gesamtzeit ca. 8 Std. 30 Min.
Menge 1 Laib von etwa 1,1 kg
Gerichtsform und Gerichtsart Brote
Prägende Zutatenfamilie Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Fermentieren
Geprüfte Rezept-Eignung Vegetarisch (Ei und Milch möglich)

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Kombination aus Weizenmehl Type 0 und Type 00 ergibt einen elastischen, gut formbaren Teig mit heller Krume.
  • Der aktive Weizensauerteig und die lange erste Gehzeit entwickeln Aroma und eine luftige Teigstruktur.
  • Cruschello verleiht der Kruste eine rustikale, leicht körnige Oberfläche, während die hohe Anfangshitze für kräftigen Ofentrieb sorgt.

Pane Casareccio di Genzano ist ein rustikaler Laib aus Genzano di Roma im Latium. Diese Hausversion verbindet Weizenmehl, aktiven WeizensauerteigSauerteig auf Weizenbasis, dessen aktive Mikroorganismen Säure, Aroma und Lockerung mitentwickeln., eine doppelte Gehzeit und eine mit Cruschello bestreute Kruste. Sie orientiert sich an der regionalen Machart, ist aber keine zertifizierte IGP-Ausführung.

Die Kruste wird dunkel, fest und trocken, mit einer rustikalen Cruschello-Oberfläche. Im Inneren bleibt die Krume hell, elastisch und saftig mit einem mild-säuerlichen Weizenaroma.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig und erste Gehzeit

  1. Teig ansetzen und ruhen lassen

    Verrühre den aktiven Weizensauerteig mit 350 ml des lauwarmen Wassers. Gib beide Mehlsorten dazu und mische alles, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Decke die Schüssel ab und lasse den Teig 30 Minuten ruhen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist vollständig befeuchtet, aber noch nicht geknetet.

    • Die 50 ml Wasser für die Salzlösung zunächst zurückhalten.
  2. Salz einarbeiten und kneten

    Löse das Salz in den übrigen 50 ml Wasser auf. Arbeite die Salzlösung portionsweise in den Teig ein und knete ihn anschließend 8–10 Minuten, bis er elastisch und weich ist.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig wirkt weich, elastisch und zusammenhängend.

    • Die Salzlösung portionsweise einarbeiten, damit der Teig nicht unnötig auseinanderfällt.
  3. Erste Gehzeit

    Decke die Schüssel ab und lasse den Teig bei etwa 24–26 °C insgesamt 4–5 Stunden gehen. Ziehe ihn nach 60 und nach 120 Minuten jeweils von allen Seiten zur Mitte. Die erste Gehzeit ist beendet, wenn der Teig deutlich aufgegangen, luftig und noch stabil ist.

    4 Std. 30 Min. 25 °C

    Daran erkennst du es: Der Teig ist deutlich aufgegangen, luftig und besitzt noch Spannung.

    • Nicht allein nach der Uhr entscheiden; die Teigentwicklung ist vom Sauerteig und der tatsächlichen Temperatur abhängig.

Formen und Backen

  1. Laib formen und mit Cruschello wenden

    Löse den Teig vorsichtig aus der Schüssel und forme ihn mit leicht angefeuchteten Händen zu einer runden, straffen Pagnotta. Rolle den Laib rundum im Cruschello und lege ihn mit dem Schluss nach oben in ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Gärkörbchen oder eine Schüssel.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Laib ist rund, straff und gleichmäßig mit Cruschello bedeckt.

    • Mit leicht angefeuchteten Händen arbeiten, damit möglichst wenig zusätzliches Mehl nötig ist.
  2. Zweite Gehzeit und Ofen vorheizen

    Decke den Laib ab und lasse ihn 60–90 Minuten bei Raumtemperatur nachgehen. Er soll sichtbar aufgegangen sein, aber noch Spannung besitzen. Heize währenddessen den statischen Ofen mit Backstein, Backstahl oder einem schweren Blech auf 250 °C vor; die Backfläche sollte mindestens 45 Minuten mit aufheizen.

    75 Minuten 250 °C

    Daran erkennst du es: Der Laib ist sichtbar aufgegangen, behält aber noch Spannung.

    • Die zweite Gehzeit und das Vorheizen laufen gleichzeitig ab.
  3. Einschneiden und einschieben

    Stürze den Laib vorsichtig auf Backpapier oder direkt auf die heiße Backfläche. Schneide die Oberfläche mit einer scharfen Klinge einmal längs oder mit zwei flachen Schnitten ein. Stelle das Gefäß für den Dampf auf den Ofenboden.

    5 Minuten 250 °C

    Daran erkennst du es: Der Laib ist unbeschädigt auf der heißen Fläche platziert und sauber eingeschnitten.

    • Beim Umsetzen vorsichtig arbeiten, damit die aufgebaute Spannung erhalten bleibt.

    Wichtig: Ofenhandschuhe verwenden; Backfläche und Dampfgefäß sind sehr heiß.

Backen und Abkühlen

  1. Mit Dampf anbacken

    Schiebe den Laib ein und gieße die 100 ml kochendes Wasser in das vorgeheizte Gefäß. Backe ihn 15 Minuten bei 250 °C.

    15 Minuten 250 °C

    Daran erkennst du es: Der Laib hat deutlich Ofentrieb entwickelt und die Oberfläche beginnt fest zu werden.

    • Die Ofentür nach dem Eingießen zügig schließen, damit der Dampf im Ofen bleibt.

    Wichtig: Das kochende Wasser vorsichtig und mit ausreichendem Abstand in das heiße Gefäß gießen; aufsteigender Dampf kann schwere Verbrühungen verursachen.

  2. Ohne Dampf fertig backen

    Öffne die Ofentür kurz, nimm das Gefäß vorsichtig heraus und reduziere die Temperatur auf 220 °C. Backe den Laib weitere 35–45 Minuten, bis die Kruste dunkel, fest und trocken wirkt. Für eine kräftigere Kruste lasse die Ofentür in den letzten 5 Minuten einen Spalt geöffnet.

    40 Minuten 220 °C

    Daran erkennst du es: Die Kruste ist dunkel, fest und trocken wirkend.

    • Die Kruste soll kräftig ausbacken, aber nicht verbrennen.

    Wichtig: Das Dampfgefäß nur mit geeigneten Ofenhandschuhen herausnehmen.

  3. Vollständig auskühlen lassen

    Nimm das Brot aus dem Ofen und lasse es auf einem Gitter mindestens 90 Minuten vollständig auskühlen. Erst danach anschneiden, damit sich die Krume setzen kann.

    90 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Brot ist vollständig ausgekühlt und die Krume hat sich gesetzt.

    • Ein zu frühes Anschneiden kann die Krume klebrig oder unfertig wirken lassen.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Aktivität des Sauerteigs: Die Gehzeiten hängen stark davon ab, wie aktiv der Weizensauerteig ist. Maßgeblich sind Volumen, Luftigkeit und Spannung des Teigs, nicht nur die verstrichene Zeit.
  • Cruschello-Kruste: Cruschello ist eine fein bis mittelgrobe Weizenkleie mit kleinen Mehlanteilen aus der Getreidemahlung. Es sorgt für die charakteristische rustikale Oberfläche.
  • Vorheizen während der zweiten Gehzeit: Die zweite Gehzeit und das mindestens 45-minütige Vorheizen der Backfläche finden gleichzeitig statt. Dadurch verlängert sich die Gesamtzeit nicht um eine zusätzliche volle Vorheizphase.
  • Vor dem Anschneiden auskühlen: Das Brot mindestens 90 Minuten auf dem Gitter auskühlen lassen. Erst dann stabilisiert sich die Krume ausreichend für saubere Scheiben.

Zutatenwissen

Cruschello finden

Cruschello findest du am ehesten in italienischen Lebensmittelgeschäften, Mühlenläden oder gut sortierten Reformhäusern. Feine Weizenkleie ist eine mögliche Alternative, ergibt aber eine etwas trockenere und weniger typische Kruste.

Backfähiger Weizensauerteig

Der verwendete Weizensauerteig sollte aktiv und backfähig sein. Ein schwacher oder sehr junger Ansatz kann die Gehzeiten deutlich verlängern.

Sinnvolle Alternativen

Feine Weizenkleie

Die Kruste wird etwas trockener und weniger typisch als mit Cruschello.

Die feine Weizenkleie in gleicher Menge zum Wenden und Bestreuen verwenden.

Kein Ersatz für Cruschello; die Backfläche ist separat austauschbar

Ein schweres Backblech ersetzt Backstein oder Backstahl, speichert aber möglicherweise etwas weniger Hitze.

Den Teig weiterhin mit Cruschello wenden. Als Backfläche kann statt Stein oder Stahl ein schweres Blech verwendet werden, das mindestens 45 Minuten mit vorheizt.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig geht kaum auf und bleibt dicht.

Nur backfähigen, aktiven Sauerteig verwenden und den Teig bei etwa 24–26 °C führen.

Die erste Gehzeit verlängern, bis der Teig sichtbar aufgegangen und luftig ist.

Der geformte Laib läuft breit auseinander.

Den Teig erst formen, wenn er deutlich aufgegangen und luftig, aber noch stabil ist.

Den Laib vorsichtig nachspannen und die zweite Gehzeit kürzer halten, wenn er bereits sehr weich wirkt.

Der Laib entwickelt wenig Ofentrieb und die Kruste bleibt blass.

Backstein, Backstahl oder schweres Blech mindestens 45 Minuten mit dem Ofen vorheizen.

Das Brot vollständig ausbacken und die Kruste bei Bedarf in den letzten Minuten stärker trocknen lassen.

Die Krume wirkt klebrig oder lässt sich schlecht schneiden.

Mindestens 90 Minuten auf einem Gitter auskühlen lassen.

Die restlichen Stücke vollständig abkühlen lassen und anschließend mit einem scharfen Brotmesser schneiden.

Varianten

Kruste mit feiner Weizenkleie

Eine leichter erhältliche Variante mit feiner Weizenkleie anstelle von Cruschello.

Backen auf schwerem Blech

Der Laib kann auf einem schweren, gut vorgeheizten Blech statt auf Backstein oder Backstahl gebacken werden.

Servieren und kombinieren

  • Dicke erste Scheibe: Die erste Scheibe etwas dicker schneiden, damit die elastische Krume und die kräftige Kruste gut zur Geltung kommen.
  • Als Tischbrot: Den Laib in Scheiben oder grobe Stücke teilen und frisch als rustikales Brot zu einer Mahlzeit oder mit einem Aufstrich servieren.

Planen und Reste genießen

Aufbewahren

Nach dem vollständigen Auskühlen bei Raumtemperatur in einem Brotbeutel oder Leinentuch aufbewahren. Die Schnittfläche möglichst schützen, ohne die Kruste luftdicht einzuschließen.

Nicht warm und luftdicht verpacken, da sich Kondenswasser bilden kann.

Einfrieren

Einfrieren ist möglich, wurde für diese Rezeptfassung aber nicht näher ausgearbeitet; die Kruste kann dabei an Knusprigkeit verlieren.

Aufwärmen

  • Backofen: Einzelne Scheiben oder ein Stück Brot bei 180 °C kurz erwärmen, bis die Kruste wieder leicht knusprig ist.

Allergene und Nährwerte

  • Weizen und glutenhaltiges Getreide: enthält · Weizenmehl, Weizensauerteig und Cruschello sind ausdrücklich Bestandteil des Rezepts.

Lebensmittelsicherheit

  • Heißer Dampf und kochendes Wasser: Das kochende Wasser beim Einschieben vorsichtig in das vorgeheizte Gefäß gießen und Gesicht sowie Hände vom aufsteigenden Dampf fernhalten.
  • Heiße Backflächen und Gefäße: Backstein, Backstahl, Blech und Dampfgefäß nur mit geeigneten Ofenhandschuhen anfassen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was ist Cruschello?

Cruschello ist eine fein bis mittelgrobe Weizenkleie mit kleinen Mehlanteilen aus der Getreidemahlung. Es wird hier zum Wenden und Bestreuen des Laibs verwendet.

Wo bekomme ich Cruschello?

Am ehesten findest du Cruschello in italienischen Lebensmittelgeschäften, Mühlenläden oder gut sortierten Reformhäusern. Feine Weizenkleie ist eine mögliche Alternative.

Warum muss das Brot vor dem Anschneiden auskühlen?

Während der mindestens 90-minütigen Abkühlzeit setzt sich die Krume. Wird das Brot zu früh angeschnitten, kann sie klebrig wirken oder beim Schneiden zusammengedrückt werden.

Kann ich statt eines Backsteins ein Backblech verwenden?

Ja. Ein schweres Backblech kann als Backfläche dienen und sollte mindestens 45 Minuten mit dem Ofen vorgeheizt werden.

Aus unserer Küche

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