Pane nero di Castelvetrano

Sizilianischer Brotlaib

Dunkler, runder Sauerteiglaib aus westlichem Sizilien mit Tumminia-Vollkornmehl, Semola rimacinata und Sesamkruste.

Zum Rezept
Pane nero di Castelvetrano aus Sizilien
Vorbereitung 40 Minuten
Kochen / Backen 50 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 8 Stunden
Gesamtzeit ca. 10 Stunden
Menge 3 runde Laibe à ca. 640 g
Gerichtsform und Gerichtsart Brote
Prägende Zutatenfamilie Nüsse und Samen, Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Fermentieren
Geprüfte Rezept-Eignung Vegan

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Kombination aus Tumminia und Semola rimacinata verbindet kräftiges Vollkornaroma mit der typischen goldgelben Farbe von Hartweizen.
  • Die lange Sauerteigführung entwickelt Aroma und verbessert die Teigstruktur.
  • Dampf in der ersten Backphase unterstützt den Ofentrieb, bevor die fallende Temperatur die Kruste kräftig ausbackt.
  • Sesam auf der Oberfläche ergänzt die dunkle Kruste mit nussigem Duft und leichtem Biss.

Pane nero di Castelvetrano ist ein charaktervoller sizilianischer Brotlaib aus einer Mischung von Tumminia-Vollkornmehl und fein gemahlenem Hartweizengrieß. Der Sauerteig sorgt für eine lange Teigführung, während Dampf und fallende Ofentemperatur eine kräftig gebräunte Kruste und eine aromatische, goldbraune Krume fördern.

Die Laibe duften malzig und leicht nussig. Außen sind sie kräftig gebräunt und mit Sesam bedeckt, innen elastisch, goldbraun und aromatisch mit einer angenehm kernigen Vollkornnote.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig ansetzen und gehen lassen

  1. Mehle mit Wasser mischen

    Verrühre Tumminia-Vollkornmehl und Semola rimacinata mit 600 ml Wasser, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Decke die Schüssel ab und lasse den Teig 30 Minuten ruhen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Mehle sind vollständig befeuchtet und es sind keine trockenen Stellen mehr sichtbar.

    • Die 50 ml Restwasser zunächst zurückhalten; sie werden später mit Sauerteig und Salz eingearbeitet.
  2. Sauerteig, Wasser und Salz einkneten

    Gib den aktiven Weizensauerteig in kleinen Stücken und die restlichen 50 ml Wasser dazu. Knete den Teig zunächst 5 Minuten. Streue anschließend das Meersalz ein und knete weitere 8 bis 10 Minuten, bis der Teig elastisch und gleichmäßig ist.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist elastisch, gleichmäßig und nimmt das Salz vollständig auf.

    • Das Salz erst nach der ersten Knetphase einarbeiten.
  3. Stockgare

    Decke die Schüssel ab und lasse den Teig bei etwa 24 bis 26 °C für 5 bis 6 Stunden gehen. Ziehe und falte ihn nach 30 und 60 Minuten jeweils einmal rundum. Die Stockgare ist beendet, wenn sich das Volumen deutlich vergrößert hat und der Teig fast doppelt so groß ist.

    6 Stunden 25 °C

    Daran erkennst du es: Der Teig hat sein Volumen deutlich vergrößert und ist fast doppelt so groß.

    • Die Faltvorgänge finden innerhalb der Stockgare nach 30 und 60 Minuten statt.

Laibe formen und backen

  1. Teig teilen und vorformen

    Teile den Teig in drei gleich große Stücke von jeweils etwa 640 g. Forme jedes Stück locker rund und lasse es 15 Minuten auf der Arbeitsfläche entspannen. Ziehe anschließend die Teigränder zur Mitte und forme daraus runde, leicht abgeflachte Laibe.

    15 Minuten

    Daran erkennst du es: Die drei Teigstücke sind rund vorgeformt und nach der Ruhezeit wieder formbar.

    • Arbeite möglichst schonend, damit die während der Stockgare entstandene Teigstruktur erhalten bleibt.
  2. Sesam aufbringen und Stückgare

    Drücke die Oberseite jedes Laibs vorsichtig in den Sesam und lege die Laibe mit der Naht nach unten auf die vorbereiteten, mit Backpapier belegten Bleche. Schneide die Oberfläche kreuzweise ein und lasse die Teiglinge bei Raumtemperatur 90 bis 120 Minuten gehen.

    105 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Teiglinge sind sichtbar aufgegangen und behalten nach dem Einschnitt ihre Form.

    • Die Einschnitte nicht zu tief setzen, damit die runde Form erhalten bleibt.
  3. Backofen vorbereiten

    Heize den statischen Backofen auf 250 °C vor. Wenn du einen Backstein oder Backstahl verwendest, heize ihn mit auf. Stelle die leere ofenfeste Metallschale auf den Boden des Ofens.

    250 °C

    Daran erkennst du es: Der Backofen hat 250 °C erreicht und die leere Metallschale steht bereit.

    • Die Metallschale muss für hohe Temperaturen geeignet sein.

    Wichtig: Die Metallschale wird sehr heiß; beim späteren Herausnehmen ausschließlich mit hitzebeständigen Ofenhandschuhen arbeiten.

  4. Mit Dampf anbacken

    Schiebe die Bleche in den Ofen und gieße vorsichtig 100 ml kochendes Wasser in die heiße Metallschale. Backe die Laibe 15 Minuten bei 250 °C mit Dampf.

    15 Minuten 250 °C

    Daran erkennst du es: Die Laibe haben sichtbar Ofentrieb entwickelt und die Kruste beginnt sich zu setzen.

    • Das Wasser langsam und mit Abstand in die heiße Schale gießen.

    Wichtig: Beim Eingießen entstehen sofort heißer Dampf und Spritzer. Gesicht und Hände von der Ofenöffnung fernhalten.

  5. Ausbacken und vollständig auskühlen

    Öffne die Ofentür kurz, nimm die Metallschale vorsichtig heraus und reduziere die Temperatur auf 200 °C. Backe die Laibe weitere 30 bis 35 Minuten, bis die Kruste kräftig gebräunt ist. Nimm das Brot aus dem Ofen und lasse es auf einem Gitter mindestens 60 Minuten vollständig auskühlen, bevor du es anschneidest.

    95 Minuten 200 °C

    Daran erkennst du es: Die Kruste ist kräftig gebräunt; vor dem Anschneiden ist das Brot mindestens 60 Minuten vollständig ausgekühlt.

    • Die drei Laibe während des Auskühlens nicht abdecken, damit die Kruste trocken bleibt.

    Wichtig: Die Metallschale und der Ofeninnenraum bleiben sehr heiß. Beim Herausnehmen vorsichtig und mit Ofenhandschuhen arbeiten.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Tumminia gezielt einsetzen: Tumminia, auch Timilia genannt, prägt Farbe, Aroma und Krume dieses Brotes. Die Kombination mit Semola rimacinata sorgt dafür, dass der Laib trotz des hohen Vollkornanteils eine elastische Struktur erhält.
  • Auf die Gehzeichen achten: Die angegebene Temperatur von etwa 24 bis 26 °C unterstützt die lange Sauerteigführung. Entscheidend für das Ende der Stockgare sind jedoch die deutliche Volumenzunahme und der fast verdoppelte Teig, nicht allein die Uhrzeit.
  • Dampf sicher erzeugen: Die Metallschale wird vor dem Backen aufgeheizt. Das kochende Wasser deshalb erst einschütten, wenn die Bleche im Ofen stehen, und die Schale später vorsichtig herausnehmen.
  • Geduldig auskühlen lassen: Mindestens 60 Minuten Abkühlzeit geben der Krume Gelegenheit, sich zu setzen. Wird das Brot zu früh angeschnitten, kann die Krume noch feucht und instabil wirken.

Zutatenwissen

Tumminia oder Timilia

Das sizilianische Vollkornmehl gibt dem Brot seine dunkle Farbe und sein kräftiges, leicht malziges Aroma. Es ist am ehesten in italienischen Feinkostgeschäften, gut sortierten Bioläden oder bei spezialisierten Getreidemühlen erhältlich.

Aktiver Sauerteig

Der Weizensauerteig sollte aktiv sein und 100 % Hydration haben, damit er sich gleichmäßig in den Teig einarbeiten lässt und die lange Gehzeit zuverlässig unterstützt.

Sesamkruste

Der Sesam wird auf die angefeuchtete beziehungsweise noch haftende Teigoberfläche gedrückt, bevor die Teiglinge auf die Bleche gelegt werden.

Sinnvolle Alternativen

Vollkornmehl aus Hartweizen

Die Krume wird heller und das Aroma etwas milder als mit Tumminia.

Ersetze das Tumminia-Vollkornmehl direkt durch Vollkornmehl aus Hartweizen. Beobachte die Teigkonsistenz während des Knetens, da unterschiedliche Mehle Wasser unterschiedlich aufnehmen können.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig wirkt zu weich oder die Salzmenge verteilt sich ungleichmäßig.

600 ml Wasser zunächst mit den Mehlen mischen und die restlichen 50 ml erst zusammen mit dem Sauerteig zugeben. Das Salz nach den ersten 5 Minuten Kneten einarbeiten.

Den Teig weiterkneten, bis Wasser und Salz vollständig aufgenommen sind. Kein zusätzliches Mehl ohne klare Notwendigkeit einarbeiten.

Die Laibe bleiben kompakt und entwickeln wenig Volumen.

Nicht allein nach der Uhr entscheiden, sondern auf einen fast verdoppelten Teig und sichtbare Volumenzunahme achten.

Die Stockgare bei geeigneter Temperatur vorsichtig verlängern, bevor der Teig geteilt und geformt wird.

Die Kruste wird früh fest und der Ofentrieb fällt gering aus.

Die Metallschale mit dem Ofen vorheizen und das kochende Wasser unmittelbar nach dem Einschieben der Bleche vorsichtig eingießen.

Nachträglich lässt sich der fehlende Dampf nicht vollständig ausgleichen; die Backzeit und Bräunung aufmerksam beobachten.

Die Krume wirkt feucht, klebrig oder instabil.

Die Laibe mindestens 60 Minuten auf einem Gitter auskühlen lassen.

Die Schnittflächen offen weiter auskühlen lassen; die bereits veränderte Krume wird dadurch nicht vollständig korrigiert.

Allergene und Nährwerte

  • Weizen und Gluten: enthält · Tumminia, Hartweizengrieß und Weizensauerteig sind weizenhaltig und enthalten Gluten.
  • Sesam: enthält · Sesam wird als Kruste verwendet.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Wodurch kann ich Tumminia ersetzen?

Als Alternative eignet sich Vollkornmehl aus Hartweizen. Die Krume wird dann heller und das Aroma etwas milder.

Warum muss das Brot mindestens 60 Minuten auskühlen?

Die Krume stabilisiert sich während des Auskühlens. Wird der Laib zu früh angeschnitten, kann das Innere noch feucht und instabil wirken.

Wozu dient die Metallschale mit kochendem Wasser?

Der Dampf hält die Teigoberfläche in der ersten Backphase länger elastisch und unterstützt den Ofentrieb. Die heiße Schale und der entstehende Dampf erfordern besondere Vorsicht.

Aus unserer Küche

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