Acquavite oder Grappa
In Sardinien wird dafür gern eine kräftige Traubenbranntwein-Variante wie Filu e ferru verwendet. Ein milder Grappa ist als zurückhaltendere Alternative geeignet.
Sardisches Karnevalsgebäck
Sardinische, ringförmige Hefeteiggebäcke mit Zitrusabrieb und Acquavite, die nach doppelter Gare in Öl goldbraun ausgebacken und noch warm in Zucker gewendet werden. Die Hausversion ergibt 14 Stück und passt besonders zur Karnevalszeit.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Frati fritti sind sardische, ringförmige Hefeteiggebäcke, die in heißem Öl goldbraun ausgebacken und anschließend in Zucker gewendet werden. Auf Sardinien heißen sie je nach Gegend auch Parafrittus oder Fatti fritti. Diese alltagstaugliche Hausversion arbeitet mit einer gut planbaren Doppelgare und ist ausdrücklich keine unveränderte Einzelfamilienrezeptur.
Außen goldbraun und leicht knusprig, innen weich, elastisch und luftig. Zitrone und Orange wirken frisch, während Zucker und Acquavite für ein warmes, festliches Aroma sorgen.
Schritt für Schritt
Die Milch auf etwa 30 bis 35 °C erwärmen; sie soll nur lauwarm sein. Die frische Hefe und 1 Teelöffel vom abgewogenen Zucker darin auflösen und 10 Minuten stehen lassen.
Daran erkennst du es: Die Hefe ist weitgehend aufgelöst und die Mischung wirkt leicht aktiviert.
Weizenmehl, den übrigen Zucker, Salz sowie Orangen- und Zitronenabrieb in der großen Schüssel mischen. Eier, Acquavite und die Hefemilch dazugeben und alles zu einem weichen Teig vermengen.
Daran erkennst du es: Es sind keine trockenen Mehlnester mehr sichtbar.
Die weiche Butter portionsweise einkneten. Den Teig von Hand etwa 12 Minuten oder mit der Küchenmaschine 8 bis 10 Minuten auf niedriger bis mittlerer Stufe kneten. Er soll glatt und elastisch sein und noch leicht weich wirken, aber nicht fließen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt, elastisch und lässt sich zu einer weichen Kugel formen.
Den Teig zu einer Kugel formen, die Schüssel abdecken und ihn bei etwa 24 bis 26 °C 90 bis 120 Minuten gehen lassen. Er sollte sich deutlich vergrößern und fast das doppelte Volumen erreichen.
Daran erkennst du es: Der Teig ist deutlich vergrößert und erreicht fast das doppelte Volumen.
Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in 14 möglichst gleich große Stücke teilen. Jedes Stück rundwirken, mit dem Daumen in der Mitte öffnen und zu einem Ring mit etwa 8 bis 9 cm Außendurchmesser und 3 bis 4 cm Loch formen.
Daran erkennst du es: Die Ringe haben eine geschlossene, gleichmäßige Teigoberfläche und ein klares Mittelloch.
Die Teigringe mit Abstand auf Backpapier legen, locker abdecken und weitere 45 bis 60 Minuten gehen lassen. Die Ringe sollen sichtbar aufgegangen sein, aber noch Spannung behalten.
Daran erkennst du es: Die Ringe sind sichtbar aufgegangen, behalten aber noch Spannung und fallen nicht zusammen.
Das Öl in einem hohen Topf auf 165 bis 170 °C erhitzen. Nicht mehr als zwei oder drei Ringe gleichzeitig hineingeben, damit die Temperatur möglichst stabil bleibt. Die Frati fritti etwa 2 Minuten auf der ersten Seite und 1 bis 2 Minuten auf der zweiten Seite ausbacken, bis sie gleichmäßig goldbraun sind. Bei Bedarf die Ringe während des Frittierens vorsichtig mit zwei Holzstäbchen am Loch drehen.
Daran erkennst du es: Die Ringe sind auf beiden Seiten gleichmäßig goldbraun und wirken aufgegangen.
Wichtig: Heißes Öl niemals unbeaufsichtigt lassen und Wasser von Topf und Öl fernhalten.
Die fertigen Ringe mit einer Schaumkelle herausheben und kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen. Noch warm im Zucker wenden und am besten lauwarm servieren.
Daran erkennst du es: Der Zucker haftet rundum an den noch warmen Ringen.
Wichtig: Die Ringe vor dem Servieren kurz abkühlen lassen, da sie direkt aus dem heißen Öl sehr heiß sind.
Gut zu wissen
In Sardinien wird dafür gern eine kräftige Traubenbranntwein-Variante wie Filu e ferru verwendet. Ein milder Grappa ist als zurückhaltendere Alternative geeignet.
Für den Abrieb nur unbehandelte Orange und Zitrone verwenden und möglichst fein abreiben, ohne die bittere weiße Schicht mitzunehmen.
Ein neutrales, hitzestabiles Pflanzenöl lässt die Zitrus- und Acquavite-Aromen im Teig im Vordergrund.
Das Aroma wird etwas zurückhaltender, die Teigstruktur bleibt im Wesentlichen gleich.
Die Acquavite-Menge eins zu eins durch milden Grappa ersetzen.
Die Milch nur lauwarm erwärmen und die Hefemischung vor dem Weiterarbeiten kurz stehen lassen.
Den Teig an einem geeigneten warmen, zugfreien Ort länger gehen lassen; wenn keinerlei Trieb einsetzt, ist ein vollständiger Neustart zuverlässiger.
Auf deutlich vergrößertes Volumen und sichtbar aufgegangene Ringe achten, nicht nur auf die Uhr.
Vor dem Frittieren eine weitere kurze Ruhezeit geben, solange die Ringe noch nicht im Öl sind.
165 bis 170 °C halten und nur zwei bis drei Ringe pro Charge frittieren.
Die nächste Charge erst einlegen, wenn das Öl wieder im Zielbereich ist; zu dunkel geratene Ringe lassen sich nicht vollständig korrigieren.
Nur kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und noch warm wenden.
Die Oberfläche sehr leicht mit etwas neutralem Öl bestreichen und die Ringe erneut im Zucker wenden.
Die Acquavite wird durch milden Grappa ersetzt, wodurch das Aroma weniger kräftig ausfällt.
Nach dem vollständigen Abkühlen luftdicht verpacken und möglichst am selben Tag verzehren. Bei Raumtemperatur aufbewahren; gekühlt werden sie schneller fest.
Vor dem Verpacken vollständig abkühlen lassen, damit sich kein Kondenswasser bildet.
Nach dem Einfrieren kann die frittierte Oberfläche an Knusprigkeit und Zuckerhaftung verlieren.
Häufig gefragt
Frati fritti sind sardische, ringförmige Hefeteiggebäcke, die frittiert und anschließend in Zucker gewendet werden.
Je nach Gegend werden sie auf Sardinien auch Parafrittus oder Fatti fritti genannt.
Ja. Ein milder Grappa kann in gleicher Menge verwendet werden und ergibt ein etwas zurückhaltenderes Aroma.
Nach der ersten Gare sollte sich der Teig deutlich vergrößert haben. Nach der zweiten Gare sollen die Ringe sichtbar aufgegangen sein, aber noch Spannung behalten.
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