Pane pistoccu

Sardisches Fladenbrot

Sardisches, doppelt gebackenes Fladenbrot aus Semola rimacinata und Hartweizenvollkornmehl. Die Fladen blähen sich zunächst im heißen Ofen auf, werden geteilt und anschließend zu einem trockenen, krachend knusprigen Brot geröstet.

Zum Rezept
Vom weichen Teig zum krachenden Biss
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 45 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 2 Stunden
Gesamtzeit ca. 3 Std. 30 Min.
Menge 8 Fladen beziehungsweise 16 knusprige Hälften
Gerichtsform und Gerichtsart Fladenbrote
Prägende Zutatenfamilie Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen
Geprüfte Rezept-Eignung Vegan, Vegetarisch (Ei und Milch möglich), Vegetarisch ohne Ei (Milch möglich)

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Kombination aus Semola rimacinata und Hartweizenvollkornmehl gibt dem Teig eine elastische Struktur und einen kräftigen Weizengeschmack.
  • Die lange Gehzeit unterstützt das Aufblähen der dünn ausgerollten Teigfladen im sehr heißen Ofen.
  • Das Teilen der aufgeblähten Fladen und das anschließende zweite Backen sorgen für die trockene, splitternd knusprige Konsistenz.

Pane pistoccu ist ein sardisches Fladenbrot, das besonders mit der Ogliastra im Osten der Insel verbunden ist. Der Teig wird etwas kräftiger ausgerollt als bei sehr dünnem Pane carasau. Typisch sind zwei Backphasen: Zuerst bläht sich die Teigplatte auf, danach wird sie geteilt und erneut geröstet, bis sie trocken und knusprig ist. Die angepasste Haushaltsmenge ergibt 8 Fladen beziehungsweise 16 knusprige Hälften.

Pane pistoccu ist trocken und leicht, mit einem kräftigen Duft nach geröstetem Hartweizen. Die Oberfläche ist hellgolden, der Biss krachend und spröde, während die dünnen Hälften eine angenehm herzhafte Getreidenote behalten.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig zubereiten

  1. Hefe auflösen und Mehle mischen

    Die Hefe in etwa 100 ml vom lauwarmen Wasser auflösen. Semola rimacinata und Hartweizenvollkornmehl in einer großen Schüssel mischen.

  2. Teig vermengen und salzen

    Das Hefewasser und nach und nach das restliche Wasser zu den Mehlen geben. Alles zu einem groben Teig vermengen, dann das Salz einarbeiten.

    Daran erkennst du es: Alle Zutaten sind zu einem groben, zusammenhängenden Teig verbunden.

  3. Teig kneten

    Den Teig 10 bis 12 Minuten kräftig kneten, bis er glatt, elastisch und nur noch leicht klebrig ist. Bei Bedarf die Hände statt zusätzliches Mehl leicht befeuchten.

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt, elastisch und nur noch leicht klebrig.

    • Zusätzliches Mehl kann den Teig unnötig fest machen; bei Bedarf lieber die Hände leicht befeuchten.
  4. Teig ruhen lassen

    Den Teig zu einer Kugel formen, abdecken und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.

    30 Minuten

Formen und Gehen lassen

  1. Teig teilen und ausrollen

    Den Teig in 8 gleich große Stücke teilen und zu straffen Kugeln formen. Jede Kugel auf einer dünn mit Semola bestreuten Arbeitsfläche zu einem ovalen Fladen von etwa 20 x 30 cm und 3 bis 4 mm Dicke ausrollen.

    Daran erkennst du es: Alle Fladen sind möglichst gleichmäßig groß und dünn ausgerollt.

    • Die Teiglinge möglichst gleichmäßig ausrollen, damit sie später ähnlich schnell backen.
  2. Fladen gehen lassen

    Je 4 Fladen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Die Fladen mit einem Tuch abdecken und etwa 90 Minuten gehen lassen.

    90 Minuten
    • Die Fladen während der Gehzeit abdecken, damit ihre Oberfläche nicht austrocknet.

Backen und Aufbewahren

  1. Erste Backphase

    Den Backofen auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Bleche nacheinander backen, bis die Fladen deutlich aufblähen und an wenigen Stellen leicht Farbe bekommen. Das dauert je nach Ofen etwa 5 bis 7 Minuten pro Blech.

    240 °C

    Daran erkennst du es: Die Fladen sind deutlich aufgebläht und an wenigen Stellen leicht gefärbt.

    • Die Bleche nacheinander backen und die Fladen während dieser kurzen Phase aufmerksam beobachten.

    Wichtig: Beim Öffnen des heißen Ofens vorsichtig mit der austretenden Hitze umgehen.

  2. Fladen teilen

    Die heißen Fladen vorsichtig auf ein Brett legen und sofort mit einem Sägemesser längs durch die aufgeblähte Kante teilen. Die beiden dünnen Hälften behutsam voneinander lösen.

    Daran erkennst du es: Jeder Fladen ist in zwei möglichst unbeschädigte dünne Hälften geteilt.

    • Die Fladen direkt nach dem Backen teilen, solange die aufgeblähte Kante noch warm und flexibel ist.

    Wichtig: Die heißen Fladen vorsichtig handhaben und beim Schneiden die Finger vom Sägemesser fernhalten.

  3. Ofen reduzieren

    Die Fladenhälften mit der Schnittseite nach oben wieder auf die Bleche legen. Die Ofentemperatur auf 180 °C Ober-/Unterhitze reduzieren.

    180 °C
    • Die Schnittseite nach oben legen, damit die Hälften gleichmäßig austrocknen.
  4. Zweite Backphase

    Die Fladenhälften weitere 12 bis 15 Minuten backen, bis sie trocken, hellgolden und knusprig sind. Bei zwei Blechen die Position nach der Hälfte der Zeit wechseln.

    180 °C

    Daran erkennst du es: Die Hälften sind trocken, hellgolden und knusprig.

    • Bei zwei Blechen die Position nach der Hälfte der Backzeit wechseln, damit beide Bleche gleichmäßig trocknen.
  5. Auskühlen und aufbewahren

    Das fertige Pane pistoccu vollständig auskühlen lassen, bevor du es in einer gut schließenden Dose aufbewahrst.

    Daran erkennst du es: Die Fladen sind vollständig ausgekühlt und trocken.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Gleichmäßig ausrollen: Je ähnlicher Größe und Dicke die Fladen sind, desto gleichmäßiger blähen sie sich auf und trocknen in der zweiten Backphase.
  • Bleche nacheinander backen: Die erste Backphase erfolgt nacheinander pro Blech. Die angegebene Zeit gilt deshalb je Blech und kann je nach Ofen leicht variieren.
  • Vor dem Verpacken auskühlen lassen: Das Brot erst vollständig auskühlen lassen und dann luftdicht verpacken, damit sich in der Dose keine unnötige Feuchtigkeit sammelt.

Zutatenwissen

Semola rimacinata

Semola rimacinata ist fein gemahlener Hartweizengrieß mit guter Wasseraufnahme. Du findest sie in italienischen Feinkostläden, größeren Supermärkten und gut sortierten Onlineshops.

Sinnvolle Alternativen

Feiner Hartweizengrieß

Der Teig wird etwas gröber und lässt sich eventuell etwas weniger elastisch ausrollen.

Die Semola rimacinata im gleichen Mengenverhältnis durch feinen Hartweizengrieß ersetzen und den Teig wie beschrieben zubereiten.

Typische Fehler und ihre Lösung

Der Teig wird fest und lässt sich schwer ausrollen.

Bei klebrigen Händen lieber die Hände leicht befeuchten und die Arbeitsfläche nur dünn mit Semola bestreuen.

Den Teig kurz ruhen lassen und anschließend mit leicht befeuchteten Händen weiterarbeiten.

Einige Fladen blähen sich stark auf, während andere zu schnell trocken werden.

Alle 8 Stücke möglichst gleich groß teilen und auf eine gleichmäßige Dicke von 3 bis 4 mm achten.

Die unterschiedlich dicken Fladen nach Sichtkontrolle einzeln etwas kürzer oder länger backen.

Die Fladenhälften bleiben weich oder verlieren schnell ihre Knusprigkeit.

Bis zur trockenen, hellgoldenen und knusprigen Konsistenz backen und vollständig auskühlen lassen.

Weiche Hälften nochmals bei 180 °C kurz nachtrocknen und anschließend vollständig auskühlen lassen.

Planen und Reste genießen

Aufbewahren

Das vollständig ausgekühlte Pane pistoccu in einer gut schließenden Dose aufbewahren.

Vor dem Verpacken vollständig auskühlen lassen.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Semola rimacinata und Hartweizenvollkornmehl sind Weizenprodukte.

Lebensmittelsicherheit

  • Umgang mit heißen Fladen: Die frisch gebackenen Fladen vorsichtig auf das Brett legen und beim Längsteilen mit dem Sägemesser die Finger von der Schneide fernhalten.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was ist Semola rimacinata?

Semola rimacinata ist fein gemahlener Hartweizengrieß. Sie nimmt Wasser gut auf und trägt zur elastischen Teigstruktur bei. Erhältlich ist sie unter anderem in italienischen Feinkostläden, größeren Supermärkten und gut sortierten Onlineshops.

Was unterscheidet Pane pistoccu von Pane carasau?

Pane pistoccu wird etwas kräftiger ausgerollt als sehr dünnes Pane carasau. Beide Brote werden typischerweise in zwei Backphasen zubereitet, wobei Pane pistoccu nach dem Aufblähen geteilt und anschließend knusprig geröstet wird.

Aus unserer Küche

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