Brote Weizen Backen Fermentieren Vegan Vegetarisch (Ei und Milch möglich)

Civraxiu aus Sardinien

Sardisches Hartweizenbrot

Civraxiu ist ein großer sardischer Sauerteigbrotlaib aus fein gemahlenem Hartweizengrieß und Weizenmehl. Die lange Teigführung, das zweimalige Gehen und das Backen mit Dampf ergeben eine kräftig gebräunte Kruste und eine goldgelbe, elastische Krume.

Zum Rezept
Civraxiu aus Sardinien
Vorbereitung 45 Minuten
Kochen / Backen 55 Minuten
Zusätzliche Ruhe- / Kühlzeit 9 Stunden
Gesamtzeit ca. 11 Stunden
Menge 2 runde Brotlaibe
Gerichtsform und Gerichtsart Brote
Prägende Zutatenfamilie Weizen
Prägende Zubereitungsverfahren Backen, Fermentieren
Geprüfte Rezept-Eignung Vegan, Vegetarisch (Ei und Milch möglich)

Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.

Darum gelingt es

Was dieses Rezept zuverlässig macht

  • Die Mischung aus 85 Prozent Hartweizengrieß und 15 Prozent Weizenmehl verleiht dem Brot eine kräftige Getreidenote, gelbliche Farbe und elastische Krume.
  • Die lange Sauerteigführung mit zwei Gehphasen entwickelt Aroma und verbessert die Teigstruktur.
  • Dampf in der ersten Backphase unterstützt eine kräftige, knusprige Kruste, bevor das Brot bei fallender Temperatur vollständig durchbäckt.

Civraxiu ist ein großer Brotlaib aus Sardinien: außen kräftig gebräunt und knusprig, innen goldgelb und elastisch. Diese Hausversion arbeitet mit einer langen Sauerteigführung und einer regional passenden Mischung aus 85 Prozent Hartweizengrieß und 15 Prozent Weizenmehl. Sie ist keine zertifizierte Herkunftsvariante, orientiert sich aber an der beschriebenen sardischen Brotkultur mit Sanluri als wichtigem Bezugspunkt.

Die Kruste wird tief goldbraun, kräftig und knusprig. Die Krume bleibt goldgelb, elastisch und luftig mit einem ausgeprägten Getreidearoma und milder Sauerteignote.

Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig ansetzen und gehen lassen

  1. Mehl und Wasser mischen

    Semola und Weizenmehl in der großen Schüssel mischen. 600 ml Wasser zugeben und nur so lange vermengen, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist. Abdecken und 30 Minuten ruhen lassen.

    30 Minuten

    Daran erkennst du es: Das Mehl ist vollständig benetzt und es sind keine trockenen Stellen mehr sichtbar.

    • Nicht ausgiebig kneten; in diesem Schritt genügt eine gleichmäßige Vermengung.
  2. Sauerteig und Salz einarbeiten

    Den aktiven Sauerteig in kleinen Portionen zum Teig geben und 8 bis 10 Minuten langsam, anschließend kurz etwas schneller kneten. Das Salz in den übrigen 50 ml Wasser auflösen, nach und nach einarbeiten und weiterkneten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht.

    10 Minuten

    Daran erkennst du es: Der Teig ist glatt, elastisch und zusammenhängend.

    • Das Salzwasser portionsweise einarbeiten, damit der Teig nicht unnötig weich und ungleichmäßig wird.
  3. Erste Gehphase

    Den Teig in eine leicht angefeuchtete oder unbeschichtete Schüssel legen, abdecken und bei etwa 24 bis 26 °C 4 bis 6 Stunden gehen lassen. Nach 60 Minuten den Teig einmal dehnen und falten. Er soll deutlich an Volumen gewinnen und luftig wirken.

    25 °C

    Daran erkennst du es: Der Teig hat deutlich an Volumen gewonnen und wirkt luftig.

    • Die Gehzeit hängt von der Aktivität des Sauerteigs und der tatsächlichen Teigtemperatur ab.
  4. Teig teilen und entspannen lassen

    Den Teig auf eine leicht mit Semola bestäubte Arbeitsfläche geben und in zwei gleich große Stücke teilen. Jedes Stück locker rundwirken und 20 Minuten abgedeckt entspannen lassen.

    20 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Teiglinge lassen sich nach der Ruhephase leichter straff formen.

    • Nur so viel Semola verwenden, dass der Teig nicht an der Arbeitsfläche haftet.
  5. Laibe formen und erneut gehen lassen

    Beide Teiglinge zu straffen runden Laiben formen. Mit dem Schluss nach oben in die mit Tüchern ausgelegten und leicht mit Semola bestäubten Gärkörbe legen. Abdecken und bei 24 bis 26 °C nochmals 2 bis 3 Stunden gehen lassen, bis die Laibe sichtbar aufgegangen sind und auf leichten Fingerdruck langsam zurückfedern.

    25 °C

    Daran erkennst du es: Die Laibe sind sichtbar aufgegangen und federn auf leichten Fingerdruck langsam zurück.

    • Nicht ausschließlich nach der Uhr gehen; Volumen und Fingerdruck sind die wichtigeren Reifezeichen.

Backen und Auskühlen

  1. Backofen vorheizen

    Den Backofen mit Backstein, Backstahl oder Blech auf 240 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine feuerfeste Schale auf den Ofenboden stellen und mindestens 30 Minuten mit aufheizen.

    30 Minuten 240 °C

    Daran erkennst du es: Backfläche und Dampfgefäß sind vollständig aufgeheizt.

    • Die Backfläche muss beim Einschießen ausreichend heiß sein, damit die Laibe sofort Ofentrieb entwickeln.

    Wichtig: Die feuerfeste Schale muss für den Backofen geeignet sein.

  2. Einschneiden und Dampf erzeugen

    Die Laibe vorsichtig auf Backpapier stürzen und jeweils kreuzweise tief einschneiden. Beide Laibe in den Ofen schieben, das kochende Wasser in die heiße Schale gießen und die Ofentür sofort schließen.

    Daran erkennst du es: Die Einschnitte sind geöffnet und im Ofen entsteht sichtbar Dampf.

    • Die Einschnitte zügig und entschlossen setzen, damit die Teiglinge möglichst wenig an Spannung verlieren.

    Wichtig: Beim Eingießen des kochenden Wassers entstehen sofort heißer Dampf und Spritzer; Hände und Gesicht vom Dampf fernhalten.

  3. Laibe ausbacken

    15 Minuten bei 240 °C mit Dampf backen. Die Schale vorsichtig herausnehmen, die Temperatur auf 210 °C senken und weitere 20 Minuten backen. Danach auf 190 °C reduzieren und 10 bis 20 Minuten fertig backen, bis die Kruste tief goldbraun ist.

    50 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Kruste ist tief goldbraun und die Laibe sind vollständig durchgebacken.

    • Die letzten 10 bis 20 Minuten dienen dazu, die Kruste kräftig auszubacken und überschüssige Feuchtigkeit aus der Krume zu bringen.

    Wichtig: Die heiße Dampfschale nur mit geeignetem Hitzeschutz herausnehmen.

  4. Vollständig auskühlen lassen

    Die Laibe auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Erst nach mindestens 1 Stunde anschneiden, damit sich die Krume stabilisiert.

    60 Minuten

    Daran erkennst du es: Die Laibe sind vollständig ausgekühlt und die Krume lässt sich sauber schneiden.

    • Das Brot nicht direkt auf einer festen Fläche auskühlen lassen, damit die Unterseite nicht durch Kondenswasser weich wird.

Gut zu wissen

Hinweise zum Rezept

  • Sauerteigaktivität: Die Gehzeiten sind Richtwerte. Entscheidend sind Volumenzunahme, Luftigkeit und die langsame Rückfederung beim Fingerdrucktest.
  • Dampf sicher erzeugen: Das kochende Wasser erst unmittelbar nach dem Einschieben der Laibe in die vorgeheizte Schale geben und die Ofentür anschließend sofort schließen.
  • Vor dem Anschneiden auskühlen lassen: Die einstündige Ruhezeit nach dem Backen ist notwendig, damit sich die feuchte, elastische Krume stabilisieren kann.

Zutatenwissen

Semola di grano duro rimacinata

Fein gemahlener Hartweizengrieß sorgt für die gelbliche Farbe, den kräftigen Getreidegeschmack und die typische elastische Krume. Er ist in italienischen Feinkostläden, gut sortierten Supermärkten oder bei spezialisierten Mehlhändlern erhältlich.

Aktiver Weizensauerteig

Der Sauerteig sollte vor der Verwendung aktiv und backfähig sein. Seine Triebkraft beeinflusst die Dauer der beiden Gehphasen.

Typische Fehler und ihre Lösung

Die Laibe reißen unkontrolliert auf und bleiben innen dicht.

Die zweite Gehphase nach Volumen und Fingerdruck beurteilen, nicht nur nach der Uhr.

Wenn die Laibe bereits gebacken sind, vollständig auskühlen lassen und in dünneren Scheiben rösten.

Die Laibe laufen breit und entwickeln im Ofen wenig Volumen.

Die Teiglinge backen, sobald sie sichtbar aufgegangen sind und langsam zurückfedern.

Die Kruste bleibt blass oder wenig knusprig.

Backstein, Backstahl oder Blech mindestens 30 Minuten aufheizen und die Dampfschale nach der ersten Phase entfernen.

Die Laibe bei 190 °C einige Minuten länger ausbacken, bis die Kruste kräftig gebräunt ist.

Die Krume wirkt beim Anschneiden feucht und klebrig.

Mindestens 1 Stunde auskühlen lassen und auf eine tief goldbraune Kruste achten.

Das Brot in Scheiben schneiden und vor dem Servieren rösten.

Servieren und kombinieren

  • Frisch mit Olivenöl: Civraxiu nach dem vollständigen Auskühlen in kräftige Scheiben schneiden und frisch mit Olivenöl genießen.
  • Am nächsten Tag geröstet: Am Folgetag eignet sich Civraxiu besonders gut in Scheiben geröstet.

Planen und Reste genießen

Einfrieren

Keine belastbare Angabe zur Gefrierqualität in der Rezeptgrundlage.

Allergene und Nährwerte

  • Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Semola, Weizenmehl und Weizensauerteig stammen aus Weizen.

Häufig gefragt

Fragen zum Rezept

Was ist Semola di grano duro rimacinata?

Semola di grano duro rimacinata ist fein gemahlener Hartweizengrieß. Er sorgt bei Civraxiu für die gelbliche Farbe, den kräftigen Getreidegeschmack und eine elastische Krume.

Woran erkenne ich, dass der Teig ausreichend gegangen ist?

Nach der ersten Gehphase soll der Teig deutlich an Volumen gewonnen haben und luftig wirken. Vor dem Backen sollen die Laibe sichtbar aufgegangen sein und auf leichten Fingerdruck langsam zurückfedern.

Warum wird Civraxiu mit Dampf gebacken?

Dampf in der ersten Backphase unterstützt eine kräftige, knusprige Kruste und gibt den Laiben Zeit für guten Ofentrieb.

Wann darf ich das Brot anschneiden?

Die Laibe sollten nach dem Backen mindestens 1 Stunde auf einem Gitter auskühlen. So kann sich die Krume stabilisieren und bleibt beim Schneiden elastisch statt klebrig.

Aus unserer Küche

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