Kategorie: Zutaten & Lebensmittel

Tempe gembus

Tempe gembus ist ein traditionelles indonesisches Fermentationsprodukt aus Okara, dem festen Rückstand der Tofuherstellung. Der Tofu-Rückstand wird entwässert, erhitzt und mit Tempeh-Starterkulturen fermentiert, meist mit Schimmelpilzen der Gattung Rhizopus. Das Ergebnis ist ein weicher, zusammenhängender Kuchen mit weißlich-grauer Myzelstruktur.

Bedeutung und Verwendung

Tempe gembus wird vor allem auf Java hergestellt und als Beilage zu Reis oder als eigenständige Zutat verwendet. Nach der Fermentation kann es gebraten, geschmort oder mit Gemüse und Gewürzen kombiniert werden. Im Unterschied zu gewöhnlichem Tempeh aus ganzen Sojabohnen besteht die Grundmasse aus dem Nebenprodukt der Tofuherstellung. In Ostjava ist auch die Bezeichnung Tempe menjes verbreitet. Die Textur ist typischerweise weicher und schwammiger als bei Sojabohnentempeh.

Herkunft

Tempe gembus gehört zur javanischen Fermentationsküche Indonesiens und ist besonders mit Zentraljava, Yogyakarta und regional auch Ostjava verbunden.

Varianten und Abgrenzung

  • Tempe gembus wird aus Okara beziehungsweise Tofu-Rückstand hergestellt, nicht aus ganzen Sojabohnen.
  • Tempe menjes ist eine regionale Bezeichnung für ein verwandtes beziehungsweise gleiches Produkt in Teilen Ostjavas.
  • Die Fermentation bindet den zuvor lockeren Tofu-Rückstand zu einem festen, weichen Kuchen.